Stöpsel gezogen: Ruhrverband macht Möhnetalsperre zukunftssicher
Vor und hinter der Staumauer der Möhnetalsperre wird derzeit kräftig gearbeitet. Spektakulär sieht der abgelassene Ausgleichsweiher hinter der Staumauer aus. Aber auch im gestauten See davor ist der Ruhrverband aktiv. Die tiefen Schichten werden mit Sauerstoff vollgeblasen.
Dort, wo sonst Millionen Kubikliter Wasser in Richtung Ruhrgebiet fließen, herrscht jetzt Ebbe. Nur ein kleines Rinnsal schlängelt sich durch den Ausgleichsweiher der Möhnetalsperre. Das muss sein, sagt der Ruhrverband als Besitzer der Talsperre. Vieles ist in die Jahre gekommen und muss erneuert oder modernisiert werden.
Wetter hat lange nicht mitgespielt
Bereits im vergangenen Jahr hatte der Ruhrverband vorbereitende Maßnahmen getroffen. Weil es aber zu viel geregnet hatte, konnte eine erste größere Bauphase nicht umgesetzt werden. Jetzt gibt es den Auftakt zu umfangreichen Bauarbeiten.
Mehrere Bauarbeiten gleichzeitig
Umfangreiche Bauarbeiten an der Möhnetalsperre
Bildquelle: WDR/Matthias HeisePraktisch an allen Ecken und Enden wird saniert, modernisiert oder ersetzt. Das Bruchsteinmauerwerk an der Staumauer, an den Wandungen der Schieberhäuser sowie an den Flügelwänden der Kaskaden wird instand gesetzt. Die am Boden des Ausgleichsweihers befindlichen Kegeldüsen, die für die Belüftung wichtig sind, werden modernisiert.
Neuer Kanal sorgt für Versorgungssicherheit
Völlig neu wird ein rund 180 Meter langer Kanal durch den Ausgleichsweiher gebaut, der sicherstellt, dass auch bei entleertem Weiher eine kontrollierte Wasserabgabe über das Hauptkraftwerk möglich ist. Knapp 200 Meter weiter wird das Nebenkraftwerk saniert.
Bauteile stammen noch aus dem Jahr 1953
Hier werden die beiden Turbineneinlaufschütze ausgebaut und grundlegend instandgesetzt. Die Bauteile stammen noch aus dem Jahr 1953, als der Ausgleichsweiher gemeinsam mit dem heutigen Haupt- und Nebenkraftwerk in Betrieb genommen wurde.
Lebensgefahr beim Betreten der abgelassenen Flächen
Das Betreten oder Befahren der trockengelegten Weiherfläche ist streng verboten
Bildquelle: WDR/Matthias HeiseWichtig: Das Betreten oder Befahren der trockengelegten Weiherfläche ist streng verboten. Diese Flächen bergen erhebliche Gefahren. Der Ruhrverband hat zusätzliche Schilder aufgestellt, die auf die Lebensgefahr hinweisen.
Tiefenbelüftung gegen Fischsterben startet
Im gestauten Teil der Möhnetalsperre ist der Ruhrverband auch aktiv. Wer von der Staumauer genau aufs Wasser schaut, kann kleine Bläschen aufsteigen sehen. Dabei handelt es sich um reinen Sauerstoff, der in die tiefen Schichten des Sees eingeblasen wird. Die Tiefenbelüftung soll im Herbst einem Fischsterben vorbeugen.
Unten kalt und oben wärmer
Zurzeit bilden sich im Wasser verschiedene Temperaturschichten. Unten kalt und oben wärmer. Dazwischen gibt es eine sogenannte Sprungschicht. Und in der wird durch biologische Prozesse beim Abbau von Plankton viel Sauerstoff verbraucht. Aber genau der fehlt dann den kälteliebenden Fischarten am Boden des Möhnesees.
Nach oben schwimmen können die Fische nicht, weil ja in der Sprungschicht zu wenig Sauerstoff ist. Deswegen belüftet der Ruhrverband jetzt die tiefen Schichten mit Sauerstoff bis etwa Mitte Oktober.
Unsere Quellen:
- Ruhrverband
- Beobachtungen eines WDR-Reporters vor Ort
Über dieses Thema berichten wir am 08. September 2025 auch im WDR Fernsehen: Lokalzeit Südwestfalen, 19.30 Uhr.