Das Gebäude der alten Grundschule Lösenbach ist bereits abgerissen
Schadstoff, Brandschutz, Provisorium : Lüdenscheid kämpft um seine Schulen
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Viele Kinder in Lüdenscheid lernen seit Jahren an Ausweichstandorten. Betroffen sind die Westschule und die Grundschule Lösenbach. Nun hat der Stadtrat einstimmig wichtige Beschlüsse gefasst. Ziel ist es, beide Schulstandorte dauerhaft zu sichern.
Für viele Familien in Lüdenscheid gehört der Schulweg mit dem Bus inzwischen zum Alltag. Die Westschule und die Grundschule Lösenbach sind seit Jahren geschlossen. Die Kinder lernen deshalb an Ausweichstandorten. Für Eltern bedeutet das mehr Organisation und die Frage, wann eine Rückkehr in die eigentlichen Schulgebäude möglich sein wird.
Aus Abriss wird Sanierung
Hier findet seit 2024 kein Unterricht mehr statt
Jetzt hat der Stadtrat einstimmig die Weichen für beide Projekte gestellt. Die Westschule bleibt erhalten und wird saniert. Sie ist seit Frühjahr 2024 wegen einer Belastung mit Naphthalin geschlossen.
"Es geht nie schnell genug." Sven Haarhaus, Stadtkämmerer von Lüdenscheid
Der ursprüngliche Plan: Abriss und Neubau für rund 25,9 Millionen Euro. Neue Gutachten zeigen nun aber, dass das Gebäude sanierungsfähig ist — und dass eine Sanierung mit rund 19,9 Millionen Euro deutlich günstiger käme.
Grundschule Lösenbach: Schon seit 2022 im Provisorium
Die Grundschule Lösenbach ist sogar schon seit dem Schuljahr 2022/23 ausgelagert. Das alte Gebäude wurde wegen gravierender Brandschutzmängel bereits abgerissen. Der Rat hat jetzt den Neubau beschlossen. Die Kosten liegen dabei rund 1,5 Millionen Euro unter der bisherigen Planung.
"Wir wollen aus diesen Erfahrungen lernen, damit sich so etwas künftig nicht wiederholt." Sven Haarhaus, Stadtkämmerer von Lüdenscheid
Die schwierige Haushaltssituation und die teilweise erheblichen Baumängel an öffentlichen Gebäuden waren auch zentrales Themen in den Haushaltsreden der Politiker. FDP-Fraktionschef Jens Holzrichter sprach im Rat von einem grundsätzlichen Sanierungsproblem bei Schulen und Turnhallen.
"Viele öffentliche Gebäude sind in Lüdenscheid zu Sorgenkindern geworden." Jens Holzrichter (FDP), Fraktionsvorsitzender in Lüdenscheid.
Familien müssen weiter warten
In Lüdenscheid soll es aber jetzt voran gehen. Trotzdem ist aber auch Geduld gefragt. Planung und Bau soll an einen Generalunternehmer vergeben werden, um den Bau möglichst zu beschleunigen. Die Verwaltung geht aber davon aus, dass beide Schulen erst Anfang 2030 fertig werden. Für viele Eltern heißt das: Noch mehrere Jahre Busfahrten und Unterricht an anderen Standorten.
Unsere Quellen:
- Stadt Lüdenscheid
- Beobachtungen des WDR Reporters vor Ort
Sendung: WDR 2 Südwestfalen, Lokalzeit, 14.07.2026, 8:30 Uhr