Es geht um einen üblen Verdacht: Eine bundesweit agierende Tätergruppe brasilianischer Herkunft soll gewerbsmäßig Transpersonen aus Brasilien nach Deutschland geschleust haben, um sie hier zur Prostitution zu zwingen.
EUROPOL hat im Januar eine entsprechende Task Force eingerichet, zu der unter anderem auch brasilianische Behörden gehören.
Einnahmen gingen zur Hälfte an den Menschenhändlerring
Nach dem bisherigen Ermittlungsstand mussten die Opfer eine einmalige "Servicegebühr" in Höhe von 10.000 Euro sowie eine wöchentliche Zahlung entrichten. Außerdem mussten sie die Hälfte ihrer Einnahmen an die Tätergruppe abgeben.
Hätten sie sich geweigert oder gesagt, dass sie aussteigen, sei ihnen gedroht worden, dass ihren Angehörigen etwas zustoße. Außerdem sollten sie dann an die deutschen Behörden gemeldet werden.
Durchsuchungen in mehreren Städten in NRW
Mehrere Wohnungen in Köln, Düsseldorf und im Raum Siegen wurden durchsucht. Im Rahmen der Durchsuchungen wurden u.a. Datenträger und Speichermedien sichergestellt. Zwei Hauptverdächtige wurden festgenommen. Die beiden Beschuldigten sitzen in Untersuchungshaft. Im Rahmen der Durchsuchungen wurden u.a. Datenträger und Speichermedien sichergestellt.
Geldwäsche in großem Stil
In Brasilien gab es Durchsuchungen bei 13 Unternehmen. Dabei soll es sich um Briefkastenfirmen handeln, die für Geldwäsche genutzt wurden. Bankkonten und Immobilien wurden gepfändet.
Seit Ende 2025 ermittelt der Fachbereich Menschenhandel der Kriminaldirektion Mainz verdeckt gegen diese Personengruppe. Die Ermittlungen dauern an.
Unsere Quellen:
- Polizeipräsidium Mainz
- Staatsanwaltschaft Gießen
Sendung: WDR.de, Menschenhandel mit Transpersonen aufgedeckt, 11.07.2026, 17:30 Uhr