Wildunfälle: Kreis Steinfurt bleibt Unfallschwerpunkt
WDR. 01:45 Min.. Verfügbar bis 22.07.2028.
Reh-Attrappen, die einen großen Schatten werfen und so Autofahrer warnen. Seit fast zwei Jahren stehen die sogenannten "Rehsis" an den Straßen im Kreis Steinfurt - und verkaufen sich mittlerweile deutschlandweit.
"Rehsis" als kreativer, neuer Ansatz
Die Rehsilhouetten hat sich die Jägerschaft ausgedacht. Sie immitieren Rehe, schrecken auf, warnen vor Wild, wo sich Autofahrer an altbekannte Schilder schon lange gewöhnt haben. Denn Schilder, die speziell in der Brunftzeit ausgeklappt werden können, gibt es im Kreis auch schon länger.
Wenn Wild die Straße überquert, ist Vorsicht geboten.
Kreis Steinfurt bleibt Wild-Unfallschwerpunkt
In der Dämmerung müssen Autofahrer im Münsterland momentan wieder besonders vorsichtig fahren: Die Brunftzeit der Rehe hat begonnen und damit steigt auch die Zahl der Wildunfälle. Der Kreis Steinfurt ist seit Jahren eine Art Unfallschwerpunkt. Bundesweit. Der traurige Spitzenplatz bei Wildunfällen macht kreativ:
"Das Problem sind eigentlich wir Menschen." Erich Holtkamp, Jäger aus dem Kreis Steinfurt
Erich Holtkamp ist von den neuen Maßnahmen der Jägerschaft überzeugt.
Erich Holtkamp ist Jäger aus Emsdetten und überprüft regelmäßig die Rehsis am Straßenrand. "Ob wirklich die Rehsis daran mitwirken, dass die Unfälle zurückgehen, wissen wir nicht, denn Prävention ist schlecht messbar, aber wir Jäger glauben, dass wir zur Senkung von Rehwildunfällen beigetragen haben", sagt er.
Tempolimit als Lösung
Auch neue, spezielle Reflektoren gibt es im Kreis Steinfurt. Die hängen an Seilen von den Bäumen, damit sie sich im Wind leicht bewegen können. Wenn sie dann das Licht der Autos reflektieren, blitzt es und blinkt es - Wild verfällt in Schockstarre, noch bevor es auf die Straße tritt - hoffen die Jäger.
Doch nicht nur das Wild soll von den Reflektoren gewarnt werden, sagt Holtkamp: "Zusätzlich ist das eine Warnung für die Verkehrsteilnehmer, langsamer zu fahren, wenn sie einen Reflektor sehen." So wie bei den Rehsis. "Das Problem letztendlich sind nicht die Rehe. Läge die Geschwindigkeit auf Bundesstraßen bei 70 km/h, dann gäb es auf jeden Fall deutlich weniger Verkehrsunfälle mit Rehwild." Das Tempolimit sei die sichere Lösung.
Zahl der Wildunfälle im Kreis Steinfurt sinkt leicht
Die Zahlen geben Grund zu vorsichtigem Optimismus. Im Kreis Steinfurt sind die Rehwildunfälle seit 2023 von 3200 auf 2800 gesunken. Immerhin.
Unsere Quellen:
- WDR-Gespräch mit Erich Holtkamp
- Eindrücke der WDR-Reporterin vor Ort
- Pressemitteilung der Kreispolizei Coesfeld
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Münsterland, 22.07.2026, 19.30 Uhr
