Lösch-Hubschrauber fliegt über dem Feuer von Hürtgenwald.

Ein Löschhubschrauber beim Waldbrand in Hürtgenwald

Bildquelle: IMAGO/Frank Ossenbrink

Feuer in NRW Kampf gegen Waldbrände geht weiter

Stand:

Eine Waldbrandsaison wie nie zuvor: 86 teils großflächige Feuer wüteten diesen Sommer. NRW rüstet im Kampf gegen die Flammen auf.

Es war das größte Feuer in der Geschichte Nordrhein-Westfalens: der Brand im Hürtgenwald in der Eifel im August. Bewohner mussten ihre Häuser verlassen und konnten tagelang nicht zurück. Zahlreiche Rettungskräfte am Boden und in der Luft benötigten eine Woche, um das Feuer zu löschen. Diese Dimension war neu. Waldbauern, Meteorologen und andere Experten sind sich einig: Es könnte erst der Anfang sein.

Zahl der Waldbrände nimmt zu

In Nordrhein-Westfalen hat es in diesem Jahr bisher 86 Wald- oder Flächenbrände gegeben. Das geht aus Zahlen der Behörde Wald und Holz NRW hervor. Die Statistik zeigt einen eindeutigen Trend: Zwar gab es auch schon 1996 und 2003 Jahre mit einer hohen Anzahl an Waldbränden. Seit 2018 scheinen solche Ausreißer aber keine Seltenheit mehr zu sein.

Hubschrauber von Bundeswehr und Bundespolizei, Bergepanzer der Bundeswehr und zahlreiche Kraefte von Feuerwehr und anderen Freiwilligen sind beim Waldbrand im Hürtgenwald im Einsatz.

Löschhubschrauber im Hürtgenwald

Bildquelle: ddp/Panama Pictures

Nicht immer waren die Ausmaße in diesem Sommer so groß wie in Hürtgenwald oder in Belgien im Hohen Venn, wo die Flammen rund 3.000 Hektar zerstörten. Aber NRW will im Kampf gegen Waldbrände besser gerüstet sein. Inzwischen sind alle sechs Polizeihubschrauber des Landes mit Vorrichtungen ausgestattet, um große Wasserbecken unter sich zu transportieren, die über einem Feuer entleert werden können. Aber das reicht nicht.

Neue Spezialfahrzeuge im Kampf gegen Waldbrände

Das neue Waldbrand-Tanklöschfahrzeug von vorne schräg rechts gesehen.

Das neue Fahrzeug ist bald auch im Münsterland im Einsatz

Bildquelle: Ann-Christin Voßkühler/WDR

Innenminister Herbert Reul (CDU) hat deswegen jetzt acht Spezialfahrzeuge für die Feuerwehr angeschafft: Die Wagen sind geländefähig und benebeln sich beim Löschen selbst mit Wasser. Deswegen können sie bis zu fünf Minuten mitten durch die Flammen fahren. "Wir lernen ständig dazu, was neu benötigt wird. Diese Fahrzeuge sind eine weitere Fortschreibung", sagt der Minister im Interview.

Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen (CDU) unterzeichnete mit ihren Kollegen in den Niederlanden und Belgien ein Abkommen für eine engere Zusammenarbeit bei der Waldbrandbekämpfung. Dazu gehören auch Kameras mit KI-Unterstützung. Sie sind auf Masten angebracht und können kilometerweit Rauch und Flammen erkennen und Alarm schlagen. "Firewatch" heißt das System. Schon jetzt werden 4.000 Quadratkilometer am Niederrhein so überwacht. Es könnten noch mehr werden.

Fire Watch zur Waldbrandprävention

Bildquelle: dpa / Bruno Fahy

6 Min. 49 Sek. Verfügbar bis 02.09.2028

Feuerwehrverbände und Brandexperten betonen, dass NRW in den vergangenen fünf Jahren massiv aufgerüstet habe, aber trotzdem weitere Maßnahmen nötig seien. Dazu könnte bei extremer Trockenheit auch ein Betretungsverbot von Wäldern gehören. Das fordern mehrere Waldbauern, wie Harald Meilicke in der Nähe von Bad Münstereifel: "Fast immer ist der Mensch Auslöser für einen Waldbrand. Die weggeworfene Kippe, die heruntergefallene Asche einer Zigarette. Es kann nicht sein, dass wir den Wald da weiter ungeschützt lassen."

Waldbesitzer sollen in Schutz investieren

Effektiv kontrollieren ließe sich ein solches Betretungsverbot allerdings kaum. Das Land möchte, dass auch Waldbesitzer aufrüsten. Denn rund 60 Prozent der Wälder in NRW sind im Privatbesitz. Waldwege sollen mindestens 3,50 Meter breit und für 32 Tonnen schwere Fahrzeuge geeignet sein. Außerdem könnten künstlich angelegte Löschteiche ausgebaut oder saniert werden. Kosten, die Waldbesitzer tragen müssten.

Unsere Quellen:

  • NRW-Innenministerium
  • NRW-Landwirtschaftsministerium
  • Wald und Holz NRW
  • Gespräch mit Waldbesitzern

Bilanz zu Waldbränden in NRW

WDR 05.09.2026 1 Min. 5 Sek. Verfügbar bis 04.09.2028 WDR Online

Sendung: WDR aktuell, 06.09.2026, 12:45 Uhr

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