NRW.Bank-Vorständin Johanna Tjaden-Schulte, Unternehmer Eduard Brammertz und Marco Offermann zusammen mit NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (Grüne)

Förderprogramm der NRW.Bank Der große Umbau beginnt im Kleinen

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NRW hat eine Milliarde Euro in Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Innovation investiert. Auch eine Eifeler Wäscherei hat profitiert.

Wer im Hotel schläft, denkt selten darüber nach, was mit dem Bettbezug nach der Abreise passiert. Für Marco Offermann aus Simmerath in der Eifel ist das Alltag. Seine Textilreinigung wäscht solche Textilien immer wieder - unter Arbeitsbedingungen, die gerade im Sommer extrem werden können.

Trockner, die mit sehr hohen Temperaturen arbeiten, Mangelmaschinen mit rund 180 Grad Arbeitstemperatur: In seiner Wäscherei entstehe da ein "schönes, saftiges Klima", so Offermann. Sein Betrieb investiert deshalb nun rund eine Million Euro in neue Technik. Die soll Energie sparen, den Transport der Wäsche im Betrieb automatisieren und die Arbeitsbedingungen verbessern. Offermann erwartet eine Energieersparnis von etwa 35 Prozent.

Eine Milliarde Euro für NRW-Unternehmen

Offermanns Betrieb ist einer von 5.800, die in NRW Unterstützung aus dem Programm "NRW.Bank.Invest Zukunft" erhalten haben. Seit dem Start im Mai 2025 sind nach Angaben des Wirtschaftsministeriums mehr als eine Milliarde Euro in Investitionen für Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Innovation geflossen.

Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (Grüne) nennt das Programm einen "Investitionsturbo". Die Modernisierung der Wirtschaft gelinge nicht allein mit staatlichem Geld - aber ohne staatliche Unterstützung eben auch nicht, so Neubaur auf einer Pressekonferenz in Düsseldorf. Gerade in wirtschaftlich unsicheren Zeiten solle das Programm Unternehmen helfen, Investitionen trotzdem anzupacken.

Kleine und mittlere Unternehmen im Blick

Das Geld fließt nicht nur in große Industriekonzerne. Nach Angaben der NRW.Bank gingen rund 85 Prozent des Fördervolumens an kleine und mittlere Unternehmen. Mehr als die Hälfte entfiel auf kleine Unternehmen, knapp ein Drittel auf mittlere.

Am stärksten vertreten ist laut Wirtschaftsministerium das verarbeitende Gewerbe mit mehr als 45 Prozent der zugesagten Darlehen. Bei den Förderzwecken liegt Innovation vorn: 40 Prozent der Zusagen betrafen neue Produkte, Verfahren oder Technik. 20 Prozent entfielen auf Energie- und Ressourceneffizienz, 13,5 Prozent auf Mobilität, 11,5 Prozent auf Digitalisierung. Der Rest floss in Umwelt- und Klimaschutz sowie Kreislaufwirtschaft.

"Wenn investiert wird, dann muss der Staat helfen und nicht im Weg stehen." NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (Grüne)

Aachener Fensterbauer froh über "Brücke"

Auch Eduard Brammertz hat von der Förderung profitiert. Brammertz führt einen Fenster- und Innenausbaubetrieb in Aachen. Sein Unternehmen investiert nun in eine neue Maschine, die mit 32 Kilowatt Stromaufnahme auskommen soll statt bisher 55 Kilowatt - und zugleich vier ältere Maschinen überflüssig macht.

Die Förderung beschreibt der Unternehmer als "Brücke": Sein Betrieb habe ein Ziel gesehen, aber das Ziel habe "auf der anderen Seite eines Flusses" gelegen. Mit der Förderung sei diese Investition - die größte in der Unternehmensgeschichte - erreichbar geworden.

NRW.Bank setzt auf Transformation

Johanna Tjaden-Schulte, Vorständin der NRW.Bank, sieht in dem Programm mehr als ein klassisches Förderdarlehen. "Wir wollen dort finanzieren, wo Zukunft entsteht", erklärte sie. Kapital sei nicht neutral, sondern entscheide mit darüber, "welche Technologien, welche Unternehmen, welche Geschäftsmodelle tragfähig bleiben".

"Wir wollen dort investieren, wo Zukunft entsteht." Johanna Tjaden-Schulte, Vorständin der NRW.Bank

Das erste Jahr des Programms zeige, dass die Förderung bei den Unternehmen ankomme, die Transformation umsetzen. Für die nächste Phase kündigte Tjaden-Schulte eine noch klarere Ausrichtung an: Die NRW.Bank wolle Kapital dort einsetzen, "wo die höchste Wirkung in der Transformation erreicht werden kann."

Mehr als nur Klimaschutz

Wirtschaftsministerin Neubaur stellte die Förderung ausdrücklich auch in den Zusammenhang mit Hitze, Energiepreisen und internationaler Abhängigkeit. Jeder Euro, der in heimische Energieerzeugung oder Energieeffizienz fließe, mache die Wirtschaft unabhängiger von Krisenregionen, betonte Neubaur.

Ob aus dem "Investitionsturbo" dauerhaft mehr Wettbewerbsfähigkeit und bessere Arbeitsbedingungen entstehen, wird sich erst in den kommenden Jahren zeigen. Am Ende entscheidet sich der Erfolg des Programms in Betrieben wie der Wäscherei in Simmerath oder der Fensterwerkstatt in Aachen.

NRW.Bank fördert Investitionen mit über einer Milliarde Euro

WDR Studios NRW 09.07.2026 00:58 Min. Verfügbar bis 08.07.2028 WDR Online

Unsere Quellen:

  • Pressekonferenz mit Mona Neubauer und Johanna Tjaden-Schulte
  • Gespräch mit Marco Offermann und Eduard Brammertz

Sendung: WDR.de, NRW.Bank fördert Investitionen mit über einer Milliarde Euro, 09.07.2026, 16:45 Uhr

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