Überraschend stellt die Landesregierung zusätzliches Geld für eine bessere Bezahlung von Rektoren an Grund- und Hauptschulen in Aussicht. Auch Lehrerinnen und Lehrer, die sich um die Ausbildung des Lehrkräftenachwuchses kümmern, sollen künftig besser bezahlt werden. Das teilten Schulministerin Dorothee Feller und Finanzminister Marcus Optendrenk (beide CDU) am Mittwoch mit.
So soll die Besoldung für die Leitung von Grund- und Hauptschulen um 250 Euro monatlich angehoben werden. Mehr Geld gibt es auch für die Stellvertretungen. Dies soll für Schulen mit mehr als 360 Schülerinnen und Schülern gelten.
Die Zulage für die sogenannten Fachleitungen (das sind die für Ausbildung Verantwortlichen) erhöht sich an allen Schulformen auf 350 Euro monatlich, was mehr als eine Verdopplung ist. Im Entwurf des Haushalts 2027 seien dafür vier Millionen Euro zusätzlich eingeplant, ab 2028 dann zehn Millionen, hieß es in der Mitteilung beider Ministerien
Viele offene Leitungsstellen
NRW-Schulministerin Dorothee Feller (CDU)
"Die Landesregierung arbeitet weiter konsequent daran, zusätzliches Personal für die nordrhein-westfälischen Schulen zu gewinnen", sagte Ministerin Feller. Anfang des Jahres waren fast 1.200 Leitungsstellen an Schulen in NRW unbesetzt, wie aus einer Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion im Landtag hervorgeht.
Zu Beginn der Legislaturperiode im Jahr 2022 hatte die schwarz-grüne Landesregierung die Besoldung von Lehrkräften an Grundschulen auf A13 angehoben und damit die Lücke zur Bezahlung des Lehrpersonals an weiterführenden Schulen geschlossen. Das Gehalt von Schulleitungen war damals allerdings nicht angehoben worden.
Lob und Kritik von Lehrerverbänden
Die Lehrergewerkschaft VBE begrüßte in einer Stellungnahme das neue Besoldungspaket als "Schritt in die richtige Richtung". Zugleich wies der Verband aber darauf hin, dass nur 15 Prozent der Leitungen an Grund- und Hauptschulen von der besseren Bezahlung profitieren werde, weil die Regelung erst ab einer Schulgröße von 360 Schülerinnen und Schülern greift.
VBE-Mann Christian Pennekamp aus Coesfeld sagte dem WDR, das zweite Besoldungspaket bleibe "hinter dem zurück, was für echte Wertschätzung und angesichts der steigenden Anforderungen an Schulen notwendig wäre".
Von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) kommt Zustimmung verbunden mit Kritik. "Es ist richtig, dass die Landesregierung anerkennt, dass Schulleitungen und Lehrkräfte mit besonderen Funktionen mehr Verantwortung tragen und diese Verantwortung auch besoldungsrechtlich abgebildet werden muss", sagte die GEW-Vorsitzende Ayla Çelik. Zugleich erwarte sie "eine umfassendere Modernisierung des Besoldungssystems".
Unsere Quellen:
- Pressemitteilung von Schulministerin Dorothee Feller und Finanzminister Marcus Optendrenk
- Stellungnahme des Verbandes Erziehung und Wissenschaft (VBW) NRW
- Stellungnahme der GEW
- Statment von Martin Pennekamp
Sendung: WDR.de, 15.07.2026, 16:00 Uhr
