OVG-Präsident Carsten Günther auf der Richterbank des Oberverwaltungsgerichts

OVG in Münster Gerichts-Präsident Günther vor Wechsel nach Leipzig

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Der Präsident des Oberverwaltungsgerichts (OVG) in Münster soll neuer Chef des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig werden. Mal wieder ist die Top-Stelle in der NRW-Justiz damit unbesetzt.

Diese Personalie ist eine echte Überraschung und kommt für das Justizministerium Benjamin Limbachs (Grüne) zur Unzeit: Erst vor einem Jahr wurde Carsten Günther Präsident an einem der wichtigsten Gerichte des Landes. Jetzt steht er wieder vor dem Absprung, wie er auf Nachfrage dem WDR bestätigte.

Der 56-Jährige soll die Leitung des Bundesverwaltungsgerichts übernehmen - das zumindest plant das Bundeskabinett. Auf Vorschlag der Union soll er den Posten bekommen, die SPD hat keine Einwände gegen Günthers Nominierung. Daher gilt die Zustimmung der Regierungskoalitionen als Formsache.

Abschied bereits per Mail angekündigt

Mitte Oktober muss Günther, der selber CDU-Mitglied ist, noch vom Richterwahlausschuss nominiert werden. Nach WDR-Informationen hat Günther bereits per Mail den Mitarbeitenden am OVG seinen Abschied angekündigt und die Hintergründe des Wechsels erklärt.

Eigentlich sollte Malte Graßhof, der Präsident des Verwaltungsgerichtshofs in Mannheim, den Vorsitz in Leipzig übernehmen. Jedoch sagte er im Juni aus gesundheitlichen Gründen kurz vor der Nominierung ab. Deshalb ist man daher offenbar auf den hochrangigen NRW-Richter gekommen.

Brisant ist der Abgang wegen der Vorgeschichte, wie Günther Präsident in Münster wurde. Vor seiner Ernennung war die Stelle über Jahre unbesetzt. Ein Vorschlag des früheren Justizministers Peter Biesenbach (CDU) wurde von seinem Nachfolger Benjamin Limbach im Sommer 2022 nicht weiterverfolgt.

OVG-Besetzung mit Vorgeschichte

Nach seinem Amtsantritt öffnete Limbach das Verfahren für weitere Bewerbungen. Schnell wurden Vorwürfe in Justizkreisen laut, die eine Absprache zwischen Schwarz-Grün vermuteten. So solle eine Abteilungsleiterin aus dem Innenministerium - auch sie ist in der CDU - den Posten bekommen. Als sie tatsächlich in dem neuen Verfahren ausgewählt wurde, klagte unter anderem Günther dagegen. Er hatte sich auch auf den Posten beworben.

In eidesstattlichen Versicherungen legte er dar, dass unter anderem Limbach ihm geraten hätte, seine Kandidatur nicht aufrecht zu erhalten. Der Streit ging bis vor das Bundesverfassungsgericht, welches eine juristische Neubefassung mit dem Verfahren forderte.

Carsten Günther vor Absprung nach Leipzig

WDR Studios NRW 25.08.2026 1 Min. 4 Sek. Verfügbar bis 24.08.2028 WDR Online Von Christoph Ullrich

Zusätzlich brachte ein Untersuchungsausschuss schwerwiegende Mängel bei der Besetzung der Kandidatin zutage. Deshalb musste das Verfahren ein weiteres Mal neu gestartet werden. Am Ende zog die ursprüngliche Kandidatin zurück und der Weg für Günther war frei.

Gericht damit wieder ohne Leitung

Dessen wahrscheinlicher Abgang stellt jetzt das Gericht vor größere Herausforderungen. Hatte es bis zum Sommer 2025 schon über Jahre keine Leitung, so steht nun wieder eine Vakanz im Raum. Das Justizministerium muss die Stelle nämlich neu ausschreiben. Das aufwändige Besetzungsverfahren kann aber erst nach der offiziellen Ernennung Günthers in seinem neuen Job gestartet werden.

Unsere Quellen

  • Eigene Recherche
  • Bestätigung durch Carsten Günther

Sendung: WDR.de, Carsten Günther vor Absprung nach Leipzig, 25.08.2026, 5 Uhr

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