Drei Personen posieren vor einem riesigen Wandbild mit verschiedenen Leitungen

Sichere Stromnetze: NRW will Fachwissen und Infos stärker bündeln

Stand:

Regelmäßig soll ein Energielagebild erstellt werden. Mehr Austausch zwischen allen Beteiligten soll die Sicherheit erhöhen.

Die NRW-Landesregierung will mehr Fachwissen und Informationen bündeln, um Stromnetze besser vor Angriffen von außen zu schützen. Landesenergieministerin Mona Neubaur (Grüne) hat sich dazu am Freitag ein Bild zur aktuellen Situation bei den Stadtwerken Düsseldorf gemacht.

Gemeinsam mit Stadtwerke-Chef Julien Mounier und dem Präsidenten der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, tauschte sich Neubaur über notwendige Schritte aus. Das Land sieht die Ministerin vor allem in der Koordinierungsrolle.

Mehr Informationen für Energielagebild

Aus Sicht von Neubaur braucht müssten unter anderem Sicherheitsbehörden noch besser ausgestattet werden, um eine regelmäßige und verlässliche Einschätzung zur Gefahrenlage abgeben können. Diese Informationen, zusammen mit Angaben von Netzbetreibern und Energieversorgern, sollen in einem regelmäßigen Energielagebild zusammengefasst werden.

Ein Mann mit Headset sitzt vor mehreren Bildschirmen mit Leitungen

Regelmäßige Kontrolle der Stromnetze

Bildquelle: Stadtwerke Düsseldorf

Das soll bei der technischen Energieaufsicht des Landes entstehen, die bei der Bezirksregierung Arnsberg angesiedelt ist. "Wir wollen die Risiken begrenzen und die Folgen beherrschbar machen", so Neubaur. Entscheidend dafür sei eine realistische Energiekrisenvorsorge, klare Verantwortlichkeiten und die regelmäßige Überprüfung bestehender Strukturen.

Wie wird die Stromversorgung sicherer?

WDR 5 Westblick - aktuell 16.01.2026 5 Min. 9 Sek. Verfügbar bis 16.01.2027 WDR 5

Stärkerer Vernetzung der Versorger

Schon jetzt gibt es laut Neubaur einen "kontinuierlichen Austausch" mit den Übertragungs- und Verteilnetzbetreibern, um immer wieder die aktuelle Situation zu überprüfen und gegebenfalls nachsteuern zu können. Es sei darüber hinaus eine regelmäßige Rückkopplung mit dem Innenministerium mit Blick auf die Sicherheitslage erforderlich.

Zwei lachende Personen vor einer digitalen Wand mit Leitungen

Austausch zwischen Ministerin und Stadtwerke-Chef

Bildquelle: Stadtwerke Düsseldorf

"Wir werden angesichts der geopolitischen Lage in Zukunft noch mehr Kooperationen mit Netzbetreibern und Versorgern in der Region brauchen", erklärte Stadtwerke-Chef Julien Mounier. Denn die Krisenfälle würden künftig womöglich deutlich größer ausfallen. Düsseldorf selbst habe für den Notfall unter anderem das Alleinstellungsmerkmal einer eigenen Erzeugungsquelle mit einem Gasturbinenkraftwerk.

Netzagentur prüft Transparenzpflichten

Die Bundesnetzagentur lasse derzeit prüfen, wie viele und welche Transparenzpflichten bei der Planung und dem Bau von Stromleitungen noch erforderlich seien, so deren Präsident Klaus Müller. Lagepläne im Netz erleichterten die Vorhaben potentieller Angreifer.

"Zur Wahrheit gehört auch, dass wir gerade in städtischen Ballungsräumen Akzeptanz finden müssen, dass Strominfrastrukturen vielleicht nicht mehr konzentriert zu verlegen, sondern stärker zu verteilen", so Müller, um die lohnenswerte Angriffspunkte zu verringern.

Vorsorgestandards in Planung

"Wir werden uns alle anstrengen und stärker sensibilisieren müssen, uns besser mit der Vorsorge für den Krisenfall zu beschäftigen", betonte Neubaur. Die kontinuierliche Anpassung von Maßnahmen und Erhöhung der Sicherheit wird eine teure Daueraufgabe für die Beteiligten. Allein die Stadtwerke Düsseldorf wollen bis 2035 rund zwei Milliarden Euro in die Resilienz und Sicherheit ihrer Netze investieren.

Unsere Quellen:

  • NRW-Energieministerin Mona Neubaur (Grüne)
  • Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur
  • Julien Mounier, Vorstandsvorsitzender der Stadtwerke Düsseldorf

Sendung: WDR 5, Landesmagazin Westblick, Sichere Stromnetze in NRW, 16.01.2026, 17:23 Uhr

Weitere Beiträge zur Politik in NRW

1 / 2