Früher konnten viele Menschen weder lesen, schreiben noch rechnen.
Vor über 400 Jahren forderte dann der Reformator Martin Luther: Jeder, egal ob arm oder reich, sollte in der Lage sein, die Bibel zu lesen.
Einige Herrscher wollten das umsetzen - Graf Johann der Hinkende aus der Pfalz etwa. Er führte damals in seinem kleinen Herzogtum die Schulpflicht ein. Aber die wurde nicht wirklich durchgesetzt.
Dann, vor etwa 300 Jahren, kam der König von Preußen - Friedrich Wilhelm I. Er beklagte sich, dass so viele Menschen "ungebildet" seien. Er wollte einen Staat, in dem die Menschen lesen, rechnen und schreiben können. Darum führte er die erste, richtige Schulpflicht ein, los ging's im Jahre 1717: Alle Fünf- bis Zwölfjährigen sollten täglich zur Schule – außer im Sommer, da mussten viele ihren Eltern auf den Feldern helfen.
Diese Schulpflicht galt damals nur in Preußen, wurde aber später auch auf andere Regionen in Deutschland ausgeweitet.
Es gab aber auch einige Widerstände gegen die Schulpflicht: Eltern hatten zum Beispiel die Sorge, dass die Kinder krank würden und Haltungsschäden bekämen, wenn sie den ganzen Tag in dunklen Räumen hockten.
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