Worum geht es?
Anfang der 50er Jahre entwickelte sich in Oxford eine Kontroverse - und J.R.R. Tolkien befand sich mittendrin. Die nahegelegenen Morris-Automobilwerke ließen den Verkehr in Oxford enorm ansteigen.
Immer mehr Autos und Busse waren auf den Straßen unterwegs und es wurde sogar eine neue Straße geplant, die quer durch Oxford führen sollte. Tolkien fürchtete, dass der Verkehr das Stadtbild der Universitätsstadt auf Dauer zerstören würde - und er hasste diese Vorstellung.
Als Antwort auf diese Entwicklung schrieb er "Die Bovadium Fragmente" und lässt darin die Stadt von schrecklichen Maschinen erobern, bis alles zum Stillstand kommt.
Über den Autor
J.R.R. Tolkien wurde 1892 geboren. Er gilt als einer der angesehensten Philologen weltweit, vor allem ist er jedoch als "Der Herr der Ringe"-Autor bekannt. Seine Bücher wurden in mehr als 80 Sprachen übersetzt und haben sich weltweit millionenfach verkauft. Er starb 1973 im Alter von 81 Jahren.
Was sagt Buchkritiker Denis Scheck?
Wer an J.R.R. Tolkien denkt, denkt an Hobbits, Magier, mächtige Ringe und Orks, doch Tolkien ist nicht nur ein Meister der Fantasy, auch die satirische Gesellschaftskritik liegt ihm, wie er mit "Die Bovadium Fragmente" beweist.
Beim Lesen dieser Fragmente wird der Blick der Leserschaft auf die hässlichen Dinge unserer Gegenwart noch mal neu geschärft. Tolkien erzählt mit viel Humor, teilweise auch in Gedichtform, von den Auswirkungen der Modernisierung und davon, in welche Abhängigkeit sie uns geraten lässt.
Sehr unterhaltsam und klug - ein genialer Nachlassfund. Auch wenn der Text schon 65 Jahre alt ist, ist er immer noch aktuell.
Für wen ist das Buch?
Für alle, die Lust auf eine "tolkienische" Gesellschaftskritik haben.
Das Buch auf einem Blick:
J.R.R. Tolkien
Christopher Tolkien (Hrsg.)
Die Bovadium Fragmente
160 Seiten
Verlag: Hobbit Presse
Übersetzung: Helmut W. Pesch
ISBN: 978-3-608-96723-4
Preis: 24 Euro
Kategorie: Satire
Sendung: WDR 2 Die Sonntagsshow, 28.06.2026, ab 9:05 Uhr