Du musst dich nur genug anstrengen, dann kannst du alles erreichen. Diesen Satz hören wir oft, doch das ist reine Illusion, sagt Ramona Wuttig. Für Menschen, die jahrelang in prekären Verhältnissen leben, ist der Ausstieg daraus und ein Leben im Wohlstand kaum möglich.
Das hat sie selbst erfahren, denn sie wuchs in einer sehr armen Familie in einem kleinen Dorf in Thüringen auf. Nur mit übergroßer Anstrengung hat sie es geschafft, zu studieren und sich ein neues Leben aufzubauen.
Heute ist sie Soziologin, Psychologin und Autorin, doch dafür musste sie viele Opfer bringen und Hürden überwinden, angefangen vom fehlenden Selbstbewusstsein über Mobbing bis zum falschen Umgang mit Geld. Was wir brauchen, ist ein gesellschaftliches Umdenken und eine andere Politik mit Blick auf Chancengleichheit, sagt sie.
Buchtipp
Ramona Wuttig (2026): Aller Aufstieg ist schwer. Arm, ostdeutsch, Arbeiterkind – die Lüge von der Chancengleichheit. Hamburg: Rowohlt Polaris. 256 Seiten. ISBN: 978-3-499-01976-0.
Redaktion: Lars Schweinhage
Sendung: WDR 5, Neugier genügt, 22.09.2026, 10:04 Uhr