In diesem Zeitzeichen erzählt Christina Weise:
- wie Prinzessin Isabel zur Symbolfigur der Sklavenbefreiung wird,
- welche Rolle schwarze Aktivisten wie Luiz Gama im Kampf gegen die Sklaverei spielen,
- wie eine breite Bewegung Druck aufbaut,
- weshalb wirtschaftliche Interessen und internationale Einflüsse den Prozess prägen,
- warum der Mythos der "Erlöserin" heute kritisch hinterfragt wird.
Als Prinzessin Isabel im Mai 1888 das "Goldene Gesetz" unterschreibt, jubeln die Menschen in Rio de Janeiro: Brasilien schafft damit offiziell die Sklaverei ab. Die Kronprinzessin wird gefeiert, verehrt und glorifiziert. Doch der Weg zu diesem Moment ist lang und konfliktreich.
Jahrzehntelang kämpfen die Gegner der Sklaverei für die Freiheit. Darunter sind viele ehemalige Sklaven. Sie organisieren Proteste, retten Menschen aus Gefangenschaft und setzen politische Reformen durch. Währenddessen wird Isabel zur Projektionsfigur: zwischen politischem Kalkül, religiöser Überzeugung und den Machtinteressen einer bröckelnden Monarchie.
Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
- Paulo Rezzutti (Forscher und Autor zahlreicher Bücher über die brasilianische Kaiserfamilie)
- Roderick J. Barman: Princess Isabel of Brazil: Gender and Power in the Nineteenth Century. Lanham, Maryland 2002
- Ynaê Lopes dos Santos: Racismo brasileiro: uma história da formação do país. São Paulo 2022
Weiterführende Links:
- Planet Wissen: Sklaverei
- Arte: Brasilien -Ein Tanz gegen die Sklaverei
- DLF: Sklaverei in Brasilien - Das Erbe von Rio de Janeiro
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Die Macherin und der Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autorin: Christina Weise
Redaktion: Matti Hesse