In diesem Zeitzeichen erzählt Franziska Rempe:- dass schon vor Kriegsende in Deutschland Trümmer geräumt werden,
- wie die Nationalsozialisten feststellen müssen, dass es zu wenige Menschen für die Beseitigung der Trümmermassen gibt,
- wie in München Trümmerräumeinsätze zu Volksfesten werden,
- was die Forschung heute zum Bild der "Trümmerfrauen" sagt.
Im Mai 1945 liegt ein Großteil des ehemaligen Deutschen Reichs in Trümmern. Rund 400 Millionen Kubikmeter Trümmerschutt hinterlässt der Krieg auf deutschem Boden. Bis heute kennt man die Bilder derjenigen, die sie beseitigt haben sollen: Patente Frauen, die nicht nur zuhause, sondern im ganzen Land aufräumen.
Die ersten, die nach dem 8. Mai 1945 in deutschen Städten Trümmer räumen, sind jedoch zum einen deutsche Kriegsgefangene und zum anderen ehemalige NSDAP-Mitglieder, die in den Städten von den neuen deutschen Stadtverwaltungen rekrutiert werden und Trümmer räumen müssen.
Da viele Männer im Krieg getötet werden oder noch in Kriegsgefangenschaft sind, machen sich aber auch Frauen daran, die Trümmer des Krieges wegzuräumen. Ein Teil der Frauen übernimmt diese Aufgabe freiwillig, andere werden durch ein Gesetz des Alliierten Kontrollrates verpflichtet. Er erlässt am 10. Juli 1946 in Berlin eine "Anordnung über den Einsatz von Frauen auf Bauten". Ihre offizielle Bezeichnung lautet "Hilfsarbeiterinnen im Baugewerbe". Das Bild der selbstlosen, fleißigen "Trümmerfrau" passt vor allem in Ostdeutschland gut ins Bild - und entwickelt sich zu einem Mythos.
Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:- Leonie Treber, Historikerin
- Leonie Treber: Mythos Trümmerfrauen. Von der Trümmerbeseitigung in der Kriegs- und Nachkriegszeit und der Entstehung eines deutschen Erinnerungsortes, Essen 2014.
- Harald Hähner: Wolfzeit. Deutschland und die Deutschen 1945–1955, Berlin 2019.
Weiterführende Links:App-Tipp:In der WDR-App "Zeitzeugen 1945"
spricht die Berliner Trümmerfrau Helga darüber, wie sie nach 1945 zum Räumen im Tiergarten gezwungen wurde.
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Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in ARD Sounds und überall da, wo es Podcasts gibt.Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen: Autorin: Franziska Rempe
Redaktion: Carolin Rückl, Sefa Inci Suvak
Technik: Jens Buchheister