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22.03 - 06.00 Uhr ARD Infonacht
Kopie eines Gemäldes zeigt den Schweizer Arzt und Naturphilosophen Paracelsus

24.09.1541: Todestag des Arztes und Naturphilosophen Paracelsus

Paracelsus stellt die Medizin auf den Kopf. Statt auf die Lehren der Antike setzt er auf Erfahrung - und gerät so bis zu seinem Tod am 24.9.1541 ständig in Konflikte.


In diesem Zeitzeichen erzählt Doris Arp:

  • warum an der Echtheit der überlieferten Paracelsus-Texte Zweifel bestehen,
  • wie Paracelsus vom Vater viel über Berufskrankheiten lernt,
  • wie der 15-jährige Paracelsus sich auf seinen Streifzügen eine neue, ganzheitliche Medizin in die Welt bringt,
  • welches Paracelsus-Zitat in den Volksmund übergegangen ist.

Vermutlich 1493 oder 1494 im schweizerischen Einsiedeln als Theophrastus von Hohenheim geboren, nennt er sich später selbst Paracelsus. Er kommt aus einer verarmten Adelsfamilie. Sein Vater ist Arzt und zieht mit dem etwa Achtjährigen nach Kärnten.

Später bereist er zu Fuß, zu Pferd, auf alten Lastkähnen übers Wasser viele fremde Länder. Stets steckt er Augen, Nase, Ohren und seinen Kopf tief in die Landschaft, Kultur und sozialen Umstände. Sicher besucht er auch die ein oder andere medizinische Fakultät am Wegesrand, bleibt aber vermutlich ohne akademischen Titel.

Paracelsus hält es nirgendwo lange aus und ist wohl auch für andere keine angenehme Gesellschaft. Er ist ein schwieriger Mensch, der es auf Konflikt anlegt.

Trotzdem sorgt seine Anhängerschaft, die er schon zu Lebzeiten hat, für einen glorreichen Nachruf. Viele Apotheken, Krankenhäuser, Heilkundliche Schulen schmücken sich bis heute mit seinem Namen. Der Rebell unter den Ärzten lenkt vor fast 600 Jahren den Blick auf den ganzen Menschen.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:

  • Tillmann Taape, Medizinhistoriker am medizinhistorischen Institut der Charité in Berlin
  • Udo Benzenhöfer: Paracelsus.Reinbeck 1997
  • Dietrich von Engelhardt: Krankheit, Schmerz und Lebenskunst - Eine Kulturgeschichte der Körpererfahrung. München 1999
  • Dietrich von Engelhardt: Eine Geschichte der Alchemie in der Frühen Neuzeit. Berlin 2024

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Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autorin: Doris Arp
Redaktion: Caroline Rückl und Matti Hesse