Borussia Mönchengladbachs Trainer Eugen Polanski während des Spiels beim SC Freiburg.
Bildquelle: IMAGO/JOERAN STEINSIEKNach dem Abpfiff musste der Ex-Gladbacher und Doppel-Torschütze Yannik Engelhardt seine ehemaligen Kollegen trösten, Borussias Trainer Eugen Polanski trottete mit hängendem Kopf über den Platz. Während der SC Freiburg den 5:0 (2:0)-Kantersieg und die Tabellenführung feierte, setzte Borussia Mönchengladbach seinen Horror-Start an einem Samstagnachmittag zum Vergessen nahtlos fort.
Bei einer desaströsen Vorstellung präsentierte sich Gladbach erneut offensiv harmlos und defensiv anfällig. Kapitän Tim Kleindienst (52.) flog kurz nach der Halbzeitpause mit Gelb-Rot vom Platz, spätestens danach brach der Tabellenletzte Gladbach auseinander. Mit null Punkten aus drei Bundesliga-Spielen und einem Torverhältnis von 3:12 ist die Borussia Tabellenletzter. Klar ist: Der Druck auf Polanski ist weiter angewachsen.
Polanski: "Erschreckend, wie wir verteidigen"
Nach der Partie wirkte Polanski etwas ratlos. "Es die bittere Realität. Wenn wir so verteidigen, wie wir verteidigen, plus die individuellen Fehler, mit denen wir die Gegentore einleiten - da wird es dann extrem schwierig", sagte der 40-Jährige. "Die Fehler, die zu Gegentoren führen, habe ich in der Häufigkeit noch nicht gesehen. Das sehe ich auch nicht im Training. Deswegen ist es samstags immer wieder erschreckend, wie wir verteidigen."
Auf die Frage zur Kritik an seiner Person antwortetet Polanski: "Wir kennen das Geschäft und Kritik ist durchaus berechtigt. Wenn wir null Punkte haben, bin ich mit dafür verantwortlich und stehe an vorderster Front. Trotzdem werden wir das machen wie nach jedem Spiel: Uns zusammensetzen, die weitere Marschroute besprechen und schauen, was rauskommt."
Schröder: "So wird das mit der Bundesliga nichts"
Gladbachs Sportdirektor Rouven Schröder lobte die Freiburger, kritisierte aber vor allem den Auftritt der Borussia: "Am Ende des Tages ist es so, dass wir uns für wenige Dinge nichts kaufen können. Das ist elementar. Wir machen individuelle Fehler - in der letzten Woche, heute wieder. Auch die Art und Wiese, wie du die Tore kassierst - das hat was mit Haltung zu tun. Fakt ist: So wird das mit der Bundesliga nichts."
Ein klares Bekenntnis zu Trainer Polanski gab es von Schröder nicht. "Es ist klar, dass die Luft für alle dünner wird. Drei Spiele, null Punkte, Mainz vor der Brust - ich möchte nicht in die Länderspielpause mit null Punkten. Es ist wichtig, dass man drüber schläft und sich morgen in die Augen schaut und sagt: Was können wir verbessern?"
Schon nach Elversberg hatte es rumort
Am Niederrhein hatte es nach der bitteren 3:4-Heimniederlage - nach einer 3:1-Führung - gegen Aufsteiger Elversberg bereits gewaltig rumort. Kleindienst äußerte deutliche Kritik an seinen Mitspielern ("weniger TikTok gucken"), wurde daraufhin von der sportlichen Führung zu einem klärenden Gespräch gebeten. Dazu wächst im Umfeld die Ablehnung gegenüber Polanski.
Es droht ein Déjà-vu. Vor einem Jahr war Trainer Gerardo Seoane nach nur drei Spieltagen entlassen worden. Damals hatte die Borussia immerhin einen Punkt auf dem Konto. Am nächsten Samstag (15.30 Uhr) empfängt Gladbach den FSV Mainz 05.
Unsere Quellen:
- sportschau
- Nachrichtenagentur SID
Sendung: WDR.de, "Eugen Polanski bei Gladbach vor dem Aus", 12.09.2026, 20:25 Uhr