Bewerbung der Region Rhein-Ruhr um die Olympischen Spiele

Vor DOSB-Entscheidung Alle Infos zur Olympia-Bewerbung aus NRW

Stand:

Am Samstag steht fest, wer aus Deutschland für die Bewerbung um Olympia an den Start geht. So steht es um die Bewerbung aus NRW.

Was passiert am Samstag?

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) wird darüber abstimmen, mit welchem Standort sich Deutschland um Olympische und Paralympische Sommerspiele in den Jahren 2036, 2040 oder 2044 bewirbt. Dafür hat der DOSB eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen. Zur Wahl stehen Berlin, Hamburg und der Verbund Köln/Rhein-Ruhr. Die Ergebnisse der Wahl werden voraussichtlich zwischen 13:45 und 14:45 veröffentlicht, die ARD überträgt die Bekanntgabe der Entscheidung.

Welche Chancen hat die Bewerbung aus NRW?

Vor der Abstimmung am Samstag lässt sich nur spekulieren, wer das Rennen machen wird. Der Verbund Köln/Rhein-Ruhr bewirbt sich mit Köln als "Leading City", dort sollen die meisten Wettkämpfe stattfinden. Hinzu kommen Sportstätten in 15 weiteren Kommunen, zum Beispiel die Veltins-Arena in Gelsenkirchen für Schwimmwettkämpfe und das Aachener Reitstadion. Die NRW-Bewerber argumentieren mit der Nachhaltigkeit, weil 95 Prozent der Sportstätten bereits existieren würden oder nur temporär ertüchtigt werden müssten. Außerdem möchte NRW mit einem Ticketrekord punkten: Die Bewerber kalkulieren mit dem Verkauf von bis zu 17,6 Millionen Tickets. Das wäre ein neuer Rekord. Laut dem Branchenverband "Spobis" könnte die große Anzahl an Zuschauenden die international "fehlende Strahlkraft der Region" wettmachen. Außerdem komme der Region ein "besonders starkes sportpolitisches Netzwerk" zugute. Als "größte Angriffsfläche" wiederum benennt Spobis die Dezentralität der NRW-Kampagne, schließlich liegen zwischen einzelnen Sportstätten teilweise zeitintensive Wege.

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Köln
Krefeld
Leverkusen
Monheim am Rhein
Mönchengladbach
Oberhausen
Pulheim
Wuppertal

Was sagt die Politik?

Die Schwarz-Grüne NRW-Landesregierung steht hinter der Bewerbung, auch die SPD als größte Oppositionsfraktion unterstützt sie. Die Politik verspricht sich unter anderem positive wirtschaftliche Effekte und Popularität für die Region. Den Bewerbungsprozess bis zum nationalen Entscheid am Samstag hat das Land jetzt bereits mit rund 14,5 Millionen Euro bezuschusst. Die Bundesregierung unterstützt eine deutsche Olympia-Bewerbung grundsätzlich und hat 2025 eine Förderung von rund 6 Millionen Euro bis 2027 zugesagt. Sollten Olympia tatsächlich in NRW stattfinden, versprechen sich die Köln/Rhein-Ruhr-Bewerber mit Bezug auf den DOSB einen Gewinn von rund 400 Millionen Euro durch die Durchführung der Spiele. Diese Zahl ist jedoch umstritten.

Olympia in Köln/Rhein-Ruhr - So steht es um die Bewerbung

NRW-Sport 21.09.2026 2 Min. 29 Sek. Verfügbar bis 20.09.2028 WDR Online

Wie läuft das Verfahren ab?

Es gibt eine Bewertungsmatrix des DOSB, anhand derer die Entscheidung gefällt werden soll. Zu den Kriterien zählt zum Beispiel die internationale Strahlkraft und die Eignung des Konzepts aus sportlicher Perspektive. Über die Entscheidung dürfen nicht alle DOSB-Mitgliederorganisationen, sondern nur die olympischen Spitzenverbände abstimmen. Sie haben jeweils drei Stimmen. Außerdem werden die zehn DOSB-Präsidiumsmitlieder und acht der zwölf persönlichen DOSB-Mitglieder mit je einer Stimme votieren. Bei den persönlichen DOSB-Mitgliedern handelt es sich um aktive Athletinnen und Athleten, die sich im Sport engagieren und durch die DOSB-Mitgliederversammlung gewählt wuden. An dem Verfahren gibt es aufgrund des Verdachts möglicher Befangenheit von Einzelpersonen Kritik. Eine Evaluierungskommission mit sechs stimmberechtigten Mitgliedern aus Sport und Politik soll diesen Prozess überwachen. 

Wie geht es nach der Entscheidung weiter?

Sollte sich die Kampagne Köln/Rhein-Ruhr als deutscher Bewerber durchsetzen, geht es in der Bewerbungsphase des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) weiter. Das IOC startet im März 2027 den "strategischen Dialog" mit Bewerbungen, die für die Spiele im Jahr 2036 in die engere Auswahl kommen. Ob die deutsche Bewerbung dazuzählt, steht noch nicht fest. Eine Entscheidung über die Austragenden der Spiele im Jahr 2036 fällt das IOC voraussichtlich Mitte 2029. Wann die Spiele für die Jahre 2040 und 2044 vergeben werden, ist noch nicht klar.

Unsere Quellen:

  • ARD-Recherchen
  • SPOBIS GmbH

Sendung: WDR.de, "Olympia in Köln/Rhein-Ruhr - So steht es um die Bewerbung", 21.09.26, 17.07 Uhr

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