TBV-Trainer Florian Kehrmann
Bildquelle: IMAGO/GEPA pictures/ Oliver LerchTBV Lemgo Lippe : Understatement aus dem Lipperland
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Der TBV Lemgo Lippe fühlt sich in der Rolle der Außenseiters der Handball-Bundesliga wohl. Es geht zum Start gleich in die Vollen. Im Eröffnungsspiel der Liga gastiert das Team aus dem Lipperland am Donnerstag (19 Uhr) beim Rekordmeister THW Kiel.
Das Wichtigste in Kürze
- TBV Lemgo Lippe startet in Kiel in die neue Saison.
- Der Klub hält sich bei Saisonzielen zurück.
- Abgänge sind gut kompensiert worden.
THW Kiel gegen TBV Lemgo Lippe - zwei große Traditionsvereine des deutschen Handballs treffen aufeinander. Die Vorfreude ist riesig bei der Mannschaft aus dem Osten von NRW.
"Wir wissen um die heiße Atmosphäre in der Ostsee-Halle. Ich erwarte einen stürmischen Gegner, der viel Euphorie rüberbringen wird. Ich freue mich auf dieses Duell total", sagt TBV-Trainer Florian Kehrmann kurz vor der Abreise in den Norden im Gespräch mit dem WDR.
Verkorkstes Jahr beim THW Kiel
Viel Brisanz steckt in diesem Aufgalopp an der Förde. Die Kieler stehen nach einer völlig verkorksten Saison vor dem Neustart, müssen sich unter dem neuen Trainer Börge Lund aber erst finden. "Sie haben mit Julian Köster und Domen Makuc noch einmal an enormer Qualität gewonnen. Wir sind Außenseiter", sagt Kehrmann.
Außenseiter - diese Rolle schreiben sich Kehrmann und die Klubverantwortlichen auch vor dieser Saison wieder auf die Fahnen. "Die vergangene Saison, auf die wir stolz sein können, ist Geschichte. Da können wir uns nichts mehr für kaufen. Unser Ziel ist es, möglichst viele Punkte auf dem Konto zu haben, dass wir gesichert dastehen", gibt Kehrmann die Parole aus.
Erst einmal Punkte für die Sicherheit
Sein Kompagnon, Geschäftsführer Jörg Zereike, bläst ins gleiche Horn. "Es geht wieder bei Null los, und wir werden erstmal nach unten schauen. Gleichwohl traue ich dem Team zu, wieder in einen Flow zu kommen", so Zereike gegenüber der Lippischen Landeszeitung.
Das Understatement rührt aus den im Vergleich zur Konkurrenz geringeren finanziellen Mitteln. Der Klub liege mit seinem Etat im unteren Drittel der Liga, sagen sie beim TBV. Vor diesem Hintergrund ist die Platzierung aus der zurückliegenden Spielzeit beachtlich.
Beste Platzierung unter Florian Kehrmann
Die Lemgoer beendeten das Spieljahr in der stärksten Liga der Welt auf Rang 5, der besten Platzierung in Kehrmanns nun schon 12-jähriger Amtszeit. Damit lagen die Kehrmänner, der dienstälteste Coach der Liga, vor wesentlich finanzstärkeren Klubs wie eben den Kielern, MT Melsungen und den Rhein-Neckar Löwen.
Kehrmann zählt aber auch den TVB Stuttgart, HC Erlangen und selbst Absteiger DHfK Leipzig zu jeden Klubs, die wirtschaftlich mehr Möglichkeiten haben.
Die Liga wächst schneller als der TBV. Florian Kehrmann (Trainer)
"Liga wächst schneller als der TBV"
"Die Liga wächst schneller als der TBV", sagt Kehrmann. Also muss sein Klub die monetären Defizite anderweitig wettmachen. So schafft es der frühere Weltklasse-Rechtsaußen immer wieder junge Spieler an die Bundesligaspitze heranzuführen. Auch der gute Teamgeist in Lemgo ist hinlänglich bekannt.
Große Veränderungen im Kader hat man daher auch nicht vorgenommen. In Christian O Sullivan vom SC Magdeburg holte er TBV einen Mann mit viel Erfahrung, der unter anderem die Aufgabe hat, die jungen Talente zu führen. Auch der routinierte Domenico Ebner (kam aus Leipzig) heuerte in Lippe an und ersetzt Urh Kastelic (wechselt nach Zagreb).
Ein lettischer Rohdiamant aus Coburg
Im lettischen Rückraumspieler Janis Pavels Valkovskis (21 Jahre jung) holten die Lemgoer einen Mann vom Zweitligisten HSC Coburg, den Kehrmann als Rohdiament bezeichnet. Neben Kastelic verließen nur Frederik Simak (Füchse) und Jarnes Faust (THW Kiel) den Klub. "Wir haben die Abgänge gut ersetzt", findet Kehrmann und hofft nun auf eine ähnliche Performance wie im vergangenen Jahr, angefangen in Kiel.
Unsere Quelle:
- WDR-Gespräch mit Trainer Florian Kehrmann
- Lippische Landes-Zeitung
Sendung: "TBV Lemgo in die neue Saison der HBL", 26.08.2026, 13:35 Uhr