Asterix-Autor René Goscinny wäre 100 Jahre alt geworden

Von René Denzer

"Wir schreiben das Jahr 50 vor Christus. Ganz Gallien ist von den Römern besetzt ... Ganz Gallien? Nein! Ein von unbeugsamen Galliern bevölkertes Dorf hört nicht auf, den Eindringlingen Widerstand zu leisten ..." – mit diesen Worten beginnt nahezu jeder Band der berühmten französischen Comic-Reihe. René Goscinny, einer der beiden Schöpfer von Asterix, hätte am 14.08.2026 seinen 100. Geburtstag gefeiert.

ASTERIX UND KLEOPATRA- Zeichentrickszene mit Cäsar und Kleopatra.

Dazu gehört die Angst von Häuptling Majestix, dass ihm der Himmel auf den Kopf fallen könnte. In der Antike existierte unter anderem bei den Kelten die Vorstellung, dass der Himmel ein Gewölbe sei, das auch einstürzen kann.  Running Gags, immer wiederkehrende Witze, finden sich zuhauf in den Comics.

Gemeinsam mit dem Zeichner Albert Uderzo (rechts) feilt René Goscinny an den Figuren der aufmüpfigen Gallier Asterix und Obelix und bringt diese schließlich zu Papier. Ob sie damals geglaubt hätten, dass ihre Comics millionenfach verkauft, in über 120 Sprachen und Dialekte übersetzt und als Vorlage für gut ein Dutzend Filme dienen würden?

Während in Deutschland der erste Band "Der Gallier" 1968 erscheint, ist Asterix in Frankreich schon bekannt. Im französischen Jugendmagazin "Pilote" ist im Herbst 1959 erstmals ein Abenteuer der kampfeslustigen Gallier erschienen. Die Serie ist beliebt, zwei Jahre später erscheint ein erstes Comic-Album mit dem Titel "Astérix le Gaulois".

Die beiden Gallier treffen in Deutschland anfangs als Fortsetzungsfolgen 1965 in "Lupo modern" aus dem Kauka-Verlag auf Leserschaft – als "Siggi und Babarras". Wegen zu starker inhaltlicher Veränderungen in der deutschen Übersetzung, bei denen den Asterix-Vätern wirklich der Himmel auf den Kopf gefallen sein soll, werden dem Verlag die Rechte entzogen.

Der Ehapa-Verlag übernimmt und veröffentlicht seit 1968 die Geschichten.

Und die sind gespickt mit Feinheiten, Zitaten und Anspielungen. Lateinische Redensarten finden sich in den Geschichten genauso wieder wie Zitate aus der Weltliteratur und der Kunstgeschichte. In "Asterix als Legionär" retten sich die Piraten auf ein Floß – genauso wie auf dem Ölgemälde "Das Floß der Medusa", das im Louvre in Paris hängt. 

Auch Weltstars wie Sean Connery als römischer Druidenspion Nullnullsix in "Die Odyssee" oder die Beatles in "Asterix bei den Briten" tauchen in den Bänden auf. Historisch verbürgte Figuren wie Caesar, Cleopatra oder Vercingetorix werden (teilweise lächerlich oder grotesk) dargestellt und umgeben die Comics mit einer Aura des Historisch-Authentischen.

Dazu gehört die Angst von Häuptling Majestix, dass ihm der Himmel auf den Kopf fallen könnte. In der Antike existierte unter anderem bei den Kelten die Vorstellung, dass der Himmel ein Gewölbe sei, das auch einstürzen kann.  Running Gags, immer wiederkehrende Witze, finden sich zuhauf in den Comics.

Obelix' Kommentar "Die spinnen, die Römer!" zu allen ihm unverständlichen Verhaltensweisen gehören genauso dazu wie die Sympathie des Hundes Idefix für Bäume, derentwegen er in Tränen ausbricht, wenn sie gefällt werden. Oder die Szene beim Schlussbankett, bei der der Barde Troubadix gefesselt und geknebelt wird.

1977 stirbt René Goscinny bei einem Belastungs-EKG. Nach seinem Tod produziert Zeichner Uderzo, der eine Rot-Grün-Sehschwäche hat, allein. Und muss sich Kritik gefallen lassen, etwa als in "Gallien in Gefahr" plötzlich Außerirdische auftauchen.

2013 übergibt Uderzo an Autor Jean-Yves Ferri (rechts im Bild) und Zeichner Didier Conrad. Zuletzt ist mit "Asterix in Lusitanien" Band 41 der Reihe erschienen. 

Stand: 14.08.2026, 00:00 Uhr