Schriftzug Wunderschön vor einem Strand und blauem Meer
Die Wandergruppe mit Tamina Kallert beim Start auf einem breiten Weg im Tal

Wandertage 1 – 4: Rauf zur Kemptner Hütte und weiter bis ins Pitztal

Stand:

Wandertag 1: Rauf zur Kemptner Hütte
Wandertag 2: Kemptner Hütte, Holzgau, Bschlabs
Wandertag 3: Bschlabs, Zams/Venetgipfelhütte
Wandertag 4: Vom Inntal ins Pitztal

Wandertag 1 – Rauf zur Kemptner Hütte

Spielmannsau, durch den wilden Sperrbachtobel hinauf zur Kemptner Hütte auf 1.846 m Höhe
Gehzeit: ca. 4 Stunden, Höhenunterschied: 850 m rauf

Zur Spielmannsau bei Oberstdorf kommt man mit dem Bus. Von dort geht es zunächst gemütlich zu dem Ort, wo die Materialseilbahn zur Kemptner Hütte endet. Dort kann man Gepäck, das zur Übernachtung, aber nicht zur Wanderung benötigt wird, hinauf transportieren lassen. Der Weg führt durch Bergmischwälder, die fast tropisch anmuten, weiter nach oben. Man findet wildes Beerenobst und viele andere interessante Pflanzen. Möglicherweise muss man auch über Steinfelder gehen, die durch Lawinenabgang im vergangenen Winter entstanden sind.

Ein schöner Pausenort auf etwa der Hälfte der Strecke ist die kleine Kapelle "Maria am Knie", die für Wallfahrten zwischen Holzgau und Oberstdorf errichtet wurde. Sie steht hier ursprünglich seit dem 17. Jahrhundert, wurde allerdings mehrmals von Lawinen zerstört und musste neu aufgebaut werden.

Der erste Ausblick auf die Kemptner Hütte ist spektakulär. Sie liegt in einem riesigen Bergkessel unterhalb vom Mädelejoch. Die Hütte ist gebaut worden von der Sektion Kempten des Deutschen Alpenvereins. Die Hütte wird von Maria und Martin Braxmair bewirtschaftet. Sie dürfen keine Gäste ablehnen, da sie eine Notfallhütte betreiben. Ausgerichtet ist die Hütte für bis zu 290 Gäste, hier haben aber schon einmal 420 Menschen übernachtet. Eine Riesenattraktion ist eine nahegelegene Wiese, wo man freilebende Murmeltiere beobachten kann.

Wandertag 2: Kemptner Hütte – Holzgau, Bschlabs

Erst rauf zum Mädelejoch (1.973 m), der Grenze zwischen Deutschland und Österreich. Dann runter ins Lechtal, an Wasserfällen vorbei, durch das Höhenbachtal in das schmucke Lechtaler Dorf Holzgau. Übernachtung in Bschlabs.
Gehzeit: 4 bis 5 Stunden, Höhenunterschied: 150 m rauf, 900 m runter

 Edes Füße im Gebirgsbach

Ede erfrischt sich in einem Gebirgsbach.

Es ist ein Tag des Wassers. Man trifft auf viele kleine und größere Bäche und natürliche Bassins, Gumpen genannt, die zum Baden einladen. Man wandert zunächst rauf zum Mädlejoch, wo man die Ländergrenze Deutschland-Österreich übertritt.

Dann geht es zum ersten Mal bei dieser Wanderung mehrere Stunden bergab. Durch Latschen, dann Almwiesen führt der Weg zur Rossgumpenalm, einer gemütlichen Einkehrmöglichkeit. Weiter geht es vorbei an rauschenden Wasserfällen durch das Höhenbachtal bis in das schmucke Lechtaler Dorf Holzgau. Kurz vor Holzgau befindet sich eine der höchsten Hängebrücken Österreichs. Auf keinen Fall geeignet für Menschen mit Höhenangst!

Wandertag 3: Bschlabs – Zams/Venetgipfelhütte

Von Bschlabs aus durch das Plötzigtal zur Anhalterhütte. Über das Steinjöchle zum Gebirgspass Hahntennjoch, der das Inntal mit dem Lechtal verbindet. Übernachtung auf der Venetgipfelhütte oberhalb von Zams.
Gehzeit: 6 Stunden, Höhenunterschied: 800 m rauf, 400 m runter

Der bislang anstrengendste Wandertag: Es geht immer weiter rauf. Doch dann erscheint ein bewirtschaftetes Hochtal, das Plötzigtal, mit halbwilden Pferden, Kühen und Eseln. Weiter geht es zur Mittagsrast zur Anhalterhütte. Sie liegt sehr einsam auf 2.042 Metern. Lebensmittel kommen hier nur mit dem Hubschrauber oder im Rucksack hinauf. Das Schutzhaus, das sich seit der Eröffnung 1912 äußerlich kaum verändert hat, ist 2021 für 3,5 Millionen Euro komplett saniert worden. Aber die Stube, wie sie vor über 100 Jahren entstand, ist in ihrem Originalzustand erhalten. Seit Corona hat hier ein neues junges Team übernommen: Angelika und Sebastian Wolf.

Verziertes, selbst gebackenes Gebäck von der Hüttenwirtin Angelika

Strudel, frisch gebacken von Hüttenwirtin Angelika

Nach der Hütte geht es nochmal rauf zum Steinjöchle, dann runter zum Hahntennjoch. Den letzten Anstieg des Tages bewältigt man mit der Venet-Bahn. Es geht rauf zur Übernachtung in der Venet-Gipfelhütte oberhalb von Zams.

Abendbild mit Silouetten der Wanderer auf der Venetgipfelhütte

Die Wanderinnen und Wanderer genießen die abendliche Aussicht von der Venet-Gipfelhütte.

Wandertag 4: Vom Inntal ins Pitztal

Glanderspitze. Abstieg zur Larcher Alm. Brotzeit. Weiterer Abstieg nach Wenns im Pitztal. Übernachtung im Gasthof.
Gehzeit 6 Stunden, Höhenunterschied: 250 m rauf, 1.500 m runter

Man startet auf 2.100 Meter und geht auf dem kilometerlangen Grat des Venet rauf zum Gipfel auf 2.500 Meter. Vorsicht! Hier spürt man wirklich die Höhe. Gut gerüstet ist der, der Handschuhe und Mütze dabei hat, auch im Hochsommer. Auch eine Regenausrüstung sollte man immer bei sich tragen.

Tamina auf der Glanderspitze allein auf einem Fels mit Panoramaausblick

Tamina auf der Glanderspitze mit Panoramaaussicht

Lesetipps zur Alpenwanderung

Christian K. Rupp
E5 Oberstdorf - Meran/Bozen: Unterwegs auf dem Fernwanderweg
Conrad Stein Verlag, 6. Aufl. 2024
ISBN 978-3866868113
Preis: 18,90 Euro

Stephan Baur, Dirk Steuerwald
Alpenüberquerung Fernwanderweg E5. 31 Etappen von Konstanz über Oberstdorf und Meran/Bozen nach Verona
Rother Bergverlag, 14. akt. Aufl. 2025
ISBN 978-3763314027
Preis: 16,90 Euro