Wer ist Franz?
Franz wandert gern. Das kann man in der Sendung deutlich sehen. Am Ende hat er sogar zugegeben, dass er nachts noch träumte von den steinigen Wegen, die er am Tag hochstieg. Dass er von Beruf Grafiker ist und seine Beobachtungen gern festhält, haben wir in der Sendung ebenfalls gezeigt. Aber nur kurz. Hier sind seine Zeichnungen nochmal zum genauer Hingucken. Menschen werden von Franz übrigens mit Vorliebe als Vögel dargestellt.
Weitere Details: Franz Alken ist 1974 in Frankfurt geboren und in Mainz aufgewachsen. Er ging nach Leipzig, um an der Hochschule für Grafik und Buchkunst zu studieren. In Leipzig hat er ein Grafikdesign-Studio, wo er vor allem Websites, Apps und Erklärfilme für Kinder macht. Seit 2022 arbeitet er als Designer bei ARD Online.
Am ersten Wandertag kommt die Gruppe an der Kemptnerhütte an, wo sie auch übernachtet. Die Hütte mit allen wichtigen Details: gemütliches Haus mit Terrasse vor Bergpanorama. Achtung! Der Schuhraum, wo alle ihre Bergstiefel unterstellen (müssen), stinkt (wen wundert’s?). Davor die Wiese mit vier Ziegen, deren Glocken Ding und Dong machen.
Da es nahe der Kemptner Hütte noch andere Tiere gibt, kurz noch einiges zum Alpenmurmeltier: Murmeltiere begrüßen sich, indem sie die Nasen aneinander reiben und die Köpfe zusammenstecken. Sie halten einen Winterschlaf, der bis zu neun Monate dauern kann, und sind sehr hitzeempfindlich mit ihrem dicken Fell. Sie gehören zur Gattung der Erdhörnchen und bauen unterirdische Gänge, die viele Meter lang sein können.
Am zweiten Wandertag steigt die Gruppe zunächst zum Mädlejoch hoch, wo sich die deutsch-österreichische Grenze befindet. Dort steht – wie man in der Zeichnung sehen kann – die "Kapelle der Begegnung". Sie ist Teil und höchster Punkt einer Wallfahrtsstrecke zwischen Holzgau (Österreich) und Oberstdorf (Deutschland).
Darunter die Pause am Roßgumpenbach: Lilo mit Hut und Sonnenbrille entspannt sich. Daneben ein kurzer Blick auf den zufriedenen Gesichtsausdruck von Thomas, unseren dritten Wanderführer.
Am dritten Wandertag startet die Gruppe von Bschlaps aus mit dem Bus zu ihrem Startpunkt. Franz dokumentiert die bemerkenswertesten Details: die dortige Kirche mit Zwiebelturm und den erstaunlichen Namen des Ortes.
Am Nachmittag des dritten Wandertages sieht man wieder viele "Dinger" und "Donger", diesmal Kühe, Pferde und auch mal einen Esel. Die Hütte steht im Plötzigtal, ein Hochtal, das zwischen 1.300 und 1.750 Meter hoch liegt. Der Kuh- und Pferdehirte ist darunter porträtiert, mitsamt seinen Erklärungen. Aufmerksam lesen! Denn in die Sendung haben sie nicht mehr reingepasst.
Fünfter Wandertag – Abfahrt aus Wenns. Wieder mal ein eindrucksvolles Porträt des gemütlichen Gasthofs, in dem die Gruppe übernachtet hat. Franz rätselt über den Namen Wenns. Zu Recht: Denn er stammt zwar aus antiken Zeiten, ist aber unklarer Herkunft. Im 12. Jahrhundert wurde er erstmals in den Schriften eines dortigen Klosters genannt, in den folgenden Jahrzehnten aber auch in päpstlichen Urkunden. Was für eine historische Region!
Die Busfahrt nach Zwieselstein auf der gleichen Seite des Bildertagebuchs dokumentiert, dass Franz nicht auf die Braunschweiger Hütte mitkommen konnte. Denn er war mit dem kleinen Ede aus bekannten Gründen im Schwimmbad.
Fahrt an die Grenze zum italienischen Südtirol: Im Bus zum Startpunkt Timmeljoch am siebten Wandertag werden Schmugglergeschichten erzählt. Ein Krimi der besonderen Art. Denn Schmuggeln auf den engen Pfaden in den Alpen war nicht nur besonders anstrengend, sondern auch gefährlich. Die Schmuggler gingen schwarz gekleidet meist bei Nacht und wurden deshalb "Schwärzer" genannt. Im 19. Jahrhundert war es den Zöllnern in Österreich erlaubt, jeden auf frischer Tat ertappten Schmuggler niederzuschießen.
Fortsetzung der Schmuggelerzählung – ein Blick auf das alte Zollhaus im Timmelstal, wo die Wandergruppe Rast macht. Ein Schmuggler aus Franz‘ Vogelfamilie mit Wanderstab. Der Holzstab war besonders wichtig. Denn in der dunkelschwarzen Nacht war er ein lebensnotwendiges Instrument, um den Berg abzutasten und nicht in den Abgrund zu fallen.
Die Schwärzer schulterten nicht selten 100 Kilo Waren pro Mann. Und was trugen sie? Mehl, Kaffee, Tabak, Alkohol und vor allem Butterschmalz für die Minenarbeiter.
Außerdem auf dem Tagebuchblatt: Ein Vorgriff auf den Endpunkt des Wandertages. In der Nähe der Pfandleralm hat sich der Tiroler Nationalheld Andreas Hofer versteckt. Wie sah er aus? Auf jeden Fall hatte er einen roten Vogelschnabel.
Erste verbindliche Informationen zu Andreas Hofer. Er hat sich in einer Hütte direkt neben der heutigen Pfandleralm versteckt und wurde 1810 dort auch gefangen genommen. Sehr richtig! Krasser Fakt! Auch die deshalb recht illustre Pfandleralm hat Franz gut getroffen und die Felsen Lärchen und Tannen gut gekennzeichnet.
Die Geschichte von Andreas Hofer hatte Franz ja in Bild 8 zu mehreren roten Vogelschnäbeln und vielen Fragezeichen inspiriert. Auf der Pfandleralm und am Tag danach kamen die Infos: Andreas Hofer, geboren 1767 im Passeier, also in der Region, wo auch die Pfandleralm steht, war der Sohn eines Gastwirtes, verlor die Mutter mit drei Jahren, den Vater mit acht und erbte ein böse Stiefmutter.
Warum wurde er zum Nationalheld? Weil die Bayern seit 1805/06 Tirol regierten und die Tiroler mit neuen Gesetzen ziemlich ärgerten. Und dann wollten sie sie auch noch zwingen, in die bayrische Armee einzutreten. Das führte zum Aufstand, dessen Oberkommandeur schließlich Andreas Hofer wurde. Die Bayern holten sich die Franzosen zur Verstärkung, verloren ein paar Mal und gewannen schließlich. Hofer tauchte mit seiner Familie unter und wurde verraten.
Von der Redaktion Dank an den Zeichner, dass er sich dem Thema so ausführlich gewidmet hat. Denn auch diese Geschichte passte nicht mehr in die Sendung.
Am letzten Tag der Wanderung hat Franz wohl endlich Sicherheit gewonnen, wie Andreas Hofer wirklich aussah. Er schenkte auch uns ein treffendes Porträt des Filmautors Michael mit Hut und eines der Kamerafrau Felicitas, nur dass leider ihr roter Schnabel von der Kamera verdeckt wird.
Interessant zu lesen auch das Weitere: Was man alles laut rotschnäbliger Wanderführerin Juliane im Wald essen kann, was Füchse so machen und warum Igel praktisch ausgestattet sind. Applaus!
Lesetipps zur Alpenwanderung
Christian K. Rupp
E5 Oberstdorf - Meran/Bozen: Unterwegs auf dem Fernwanderweg
Conrad Stein Verlag, 6. Aufl. 2024
ISBN 978-3866868113
Preis: 18,90 Euro
Stephan Baur, Dirk Steuerwald
Alpenüberquerung Fernwanderweg E5. 31 Etappen von Konstanz über Oberstdorf und Meran/Bozen nach Verona
Rother Bergverlag, 14. akt. Aufl. 2025
ISBN 978-3763314027
Preis: 16,90 Euro