Schriftzug Wunderschön vor einem Strand und blauem Meer
Die leuchtenden Gesteinsadern Los Azulejos entstanden vor Millionen Jahren durch das Aufeinandertreffen von Lava und Wasser

Cañada de Los Gatos, Azulejos und La Fortaleza

Stand:

Die Insel ist geprägt von einer Millionen Jahre alten Vulkanlandschaft, sichtbar etwa an den leuchtenden Azulejos. Wer die Menschen kennenlernen möchte, die hier ursprünglich lebten, findet Spuren ihrer Kultur in Cañada de Los Gatos und im Besucherzentrum von La Fortaleza.

Azulejos

In den Bergen Gran Canarias gibt es ein seltenes Farbenspiel zu sehen. Zwischen den sonst sandfarbenen Felsen tauchen plötzlich auffällig grüne, blaue und violette Gesteinsschichten auf. Besonders eindrucksvoll zeigt sich dieses Naturphänomen entlang der Straße GC-220, die Mogán mit San Nicolás de Tolentino verbindet. Hier liegen die sogenannten "Azulejos", die wie bunte Kacheln in der Landschaft wirken. Die leuchtenden Gesteinsadern entstanden vor Millionen Jahren, als glühende Lava auf Wasser traf und sich dabei verschiedene Mineralverbindungen bildeten. Bis heute sehen die farbigen Schichten aus, als hätte jemand sie frisch bemalt.

Cañada de Los Gatos

Vom Strand von Puerto de Mogán aus blickt man auf ein Bergmassiv, das seine Geheimnisse lange verborgen hat: die archäologische Stätte Cañada de Los Gatos. Hier kann man sich auf die Spuren der Ureinwohner Gran Canarias begeben. Die ersten Menschen, die die Insel besiedelten, stammten vermutlich aus Nordafrika und gelangten mit römischen Booten über das Meer. Vor mehr als 1.600 Jahren bauten sie an dieser Stelle Häuser und Trockenmauern, ein Dorf, das halb in den Hang gegraben wurde. Die Lage bot vorteilhafte Lebensbedingungen mit mildem Klima und fließendem Süßwasser aus der nahe gelegenen Schlucht. Von dieser Kultur sind heute nur noch archäologische Spuren erhalten. Als die Spanier die Insel im 15. Jahrhundert eroberten, töteten sie mit großer Brutalität fast alle Ureinwohner.

La Fortaleza

Bei Santa Lucía ragen eindrucksvolle Felsmassive in die Höhe. Auch sie erzählen vom vulkanischen Ursprung der Insel und waren vor rund 2.000 Jahren Siedlungsgebiet der ersten Menschen auf Gran Canaria. Viele ließen sich in Höhlen nieder. Funde zeigen, dass es hier Bestattungen und rituelle Handlungen gab; zu ihrer Kultur gehörten Fruchtbarkeitsrituale und das Beschwören von Regen. Unweit des Besucherzentrums liegt der heilige Ort der Altkanarier: der 1.243 Meter hohe Felsgipfel La Fortaleza. Das Gebiet ist heute eine archäologische Zone. Vermutlich leisteten die Menschen hier ihren letzten Widerstand gegen die Spanier, die 1483 die Insel eroberten. Die nach beiden Seiten offene Höhle diente wahrscheinlich als Versammlungsort. Hunderte Jahre lebten die Altkanarier weitgehend isoliert in Höhlen und Steinsiedlungen. Mit der Eroberung durch die Spanier wurde ihre Kultur nahezu ausgelöscht.

Blick auf eine Mumie in einer Gesteinshöhle

Im Besucherzentrum von La Fortaleza kann man mehr über die Ureinwohner der Insel lernen

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