Ein Mann trägt seine Einkäufe in einem Korb.

Wird der Wocheneinkauf wieder teurer?

Bildquelle: Sebastian Kahnert/ dpa

Inflationsangst Dürre und Niedrigwasser treiben Preise hoch

Stand:

Die Folgen von Dürre und Niedrigwasser werden an der Supermarktkasse spürbar. Diese Lebensmittel verteuern sich.

Von Emma-Louise Rothschild
Ein komplett vertrocknetes Maisfeld als Folge von extremer Dürre und Rekordhitze

Die Hitze der vergangenen Monate führt zu massiven Ernteeinbußen bei Mais.

Bildquelle: dpd / Sven Simon

Braune Wiesen, vertrockneter Mais und fallende Blätter: Die Trockenheit der vergangenen Monate hat deutliche Spuren hinterlassen. Das bekommen auch die Landwirte zu spüren. Einige Gemüsesorten kommen mit der anhaltenden Hitze und Trockenheit kaum zurecht. Das erschwert den Anbau und kann am Ende zu geringeren Ernten führen.

Inflation steigt

Seit Anfang Februar führten der Irankrieg und die damit verbundenen höheren Energie- und Benzinpreise zu einer steigenden Inflation. Das haben Autofahrer nicht nur direkt an der Tankstelle zu spüren bekommen, sondern alle Verbraucher über höhere Transport- und Logistikkosten für Waren, auf die die gestiegenen Energiepreise umgelegt wurden.

Jetzt verursachen die aktuellen Niedrigwasserstände an Rhein und Donau noch höhere Kosten für den Transport von Rohstoffen und Waren.

Die anhaltende Dürre und die damit verbundenen Ernteeinbußen verschärfen die Lage. Erfahrungen aus südeuropäischen Ländern zeigen, dass vergleichbare Trockenperioden die Inflationsrate zusätzlich um 0,2 bis 0,4 Prozentpunkte erhöhen können.

Das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) prognostiziert momentan für das gesamte Jahr 2026 eine Inflation von etwa 3,5 Prozent - das schließt die zusätzlichen Teuerungseffekte durch Dürre und Niedrigwasser mit ein. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr lag die Inflation noch bei 2,2 Prozent. Die Prognosen für dieses Jahr liegen deutlich über den von der Europäischen Zentralbank empfohlenen Inflationswerten von zwei Prozent.

Gemüse wird teurer

Besonders betroffen von der Trockenheit sind zum Beispiel Salat, Blumenkohl und Möhren. Aber auch vor den Gewächshäusern macht die Hitze nicht halt. Das zeigt sich schon jetzt bei der Tomaten- und Gurkenernte: Die fällt in diesem Jahr geringer aus und sorgt für steigende Preise im Supermarkt

Ein Kassenzettel liegt auf einem vollen Einkaufskorb.

Schwache Ernten schlagen auf die Preise im Supermarkt durch.

Bildquelle: Hendrik Schmidt/ dpa

Verbraucher müssen aktuell etwa für den Eisbergsalat tiefer in die Tasche greifen als zum gleichen Zeitpunkt im vergangenen Jahr. So kostete der in der vergangenen Woche rund 33 Prozent mehr als noch vor einem Jahr. Auch Tomaten sind im Vergleich deutlich teurer geworden.

Denn: Selbst im Gewächshaus hinterlässt die Hitze ihre Spuren. Es sind weniger Insekten unterwegs, die für die Bestäubung der Pflanzen sorgen. Gleichzeitig führt der Hitzestress dazu, dass viele Blüten abgeworfen werden. Die Folge sind Ernteausfälle, die auch durch sinkende Temperaturen nicht mehr vollständig ausgeglichen werden können.

Entwarnung beim Brokkoli

Lebensmittel liegen auf dem Laufband an einer Kasse in einem Supermarkt.

Der Blick auf die Preise lohnt sich aktuell besonders: Einige Gemüsesorten sind auch wieder günstiger.

Bildquelle: Marcus Brandt /dpa

Obwohl auch die Ernte von Brokkoli und Blumenkohl unter dem Wetter der vergangenen Monate leidet, sind beide momentan zum Teil sogar günstiger als im letzten Jahr.

Das liegt allerdings vor allem an den schwierigen Bedingungen im Sommer 2025. Damals war es im Gegensatz zu diesem Jahr zu kühl und zu nass. Auch das führte zu Ernteausfällen und entsprechend zu noch höheren Preisen als im laufenden Jahr.

Importe können Ernteausfälle kaum auffangen

Nicht nur Deutschland, auch andere europäische Länder kämpfen mit hohen Temperaturen und Trockenheit. Das sorgt vielerorts für Ernteausfälle. Gleichzeitig produzieren klassische Exportländer für Obst und Gemüse wie Spanien und Italien im Sommer vergleichsweise wenig Gemüse für den deutschen Markt.

Inflation: Werden die Lebensmittel teurer?

WDR 18.08.2026 03:56 Min. Verfügbar bis 17.08.2028 WDR Online

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Laut der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft wird Gemüse aus den südlichen Ländern vor allem in den Herbst- und Wintermonaten zugekauft. Im Sommer stammt ein großer Teil des Angebots in Deutschland dagegen aus heimischem Anbau. Deshalb können Importe die aktuellen Ausfälle nur begrenzt auffangen.

Etwas anders sieht es beim Obst aus: Klassiker wie Pfirsiche, Melonen und Nektarinen werden auch im Sommer ohnehin überwiegend aus südlichen Ländern importiert.

Unsere Quellen:

  • WDR Interview mit Markus Demary, Institut der Deutschen Wirtschaft
  • WDR Gespräch mit Michael Koch Agrarmarkt Informations-Gesellschaft
  • DPA Meldung

Sendung: WDR 5, Das Wirtschaftsmagazin, 18.08.2026, 13:35 Uhr

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