Landwirt Christoph Deckers aus Geilenkirchen zieht Erntebilanz nach Hitzesommer

Bildquelle: WDR/Thomas Wenkert

WDR 2 Min. 34 Sek. Verfügbar bis 15.09.2028

Landwirte brauchen Regen Wenn die eigene Existenz vom Wetter abhängt

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Landwirt Christoph Deckers aus Geilenkirchen-Nirm zieht eine erste Erntebilanz. Die fällt alles andere als positiv aus. Und auch das Wetter der letzten Tage macht ihm zu schaffen.

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Thomas Wenkert

Und wieder eine Woche mit wenig Regen! Christoph Deckers aus Geilenkirchen-Nirm ist Landwirt, hat vor 20 Jahren den Hof seiner Eltern übernommen. Der Familienbetrieb ist vielseitig: Weizen und Rüben werden angebaut. Dazu kommen 250 Kühe, 120 davon sind Milchkühe. Für manche ein landwirtschaftliches Paradies, für den Betreiber eine Quelle vieler Sorgen.

Der 51-Jährige steht auf einem abgeernteten Feld. Falten bilden sich auf seiner Stirn. "Die Weizenernte war nicht gut", sagt Deckers. "Die Kosten steigen an, für Strom und Diesel, aber die Milchpreise zum Beispiel sinken", und ja, das mache ihm Sorgen, gibt er Einblick in seine Gefühlswelt. Und auch die Kartoffeln sind zu klein geblieben, für Pommes zum Beispiel kaum brauchbar.

Landwirt Christoph Deckers steht in einem grauen T-Shirt auf seinem Acker

Landwirt Christoph Deckers macht sich Sorgen um die Ernte

Bildquelle: WDR/Thomas Wenkert

33 Cent bekommt er derzeit für einen Liter Milch, während im Supermarkt rund ein Euro bezahlt werden muss. Dennoch sind die Tiere mit das wichtigste finanzielle Standbein für den Unternehmer. Der Sommer war viel zu trocken und auch die letzten Regentage geben keinen Grund zur Hoffnung. Jetzt kommt es auf die Rübenernte an - doch auch da sieht es düster aus.

Rübenblätter sind abgestorben

Auf dem Rübenfeld bleiben die Sorgenfalten. Viele Blätter sind braun, einige Rüben sind schon verfault. Der Vater von drei Kindern zieht zur Kontrolle zwei Rüben aus dem Boden. Die erste Frucht ist ziemlich klein, die zweite etwas größer. "Tja, diese sieht besser aus als die anderen. Aber im vergangenen Jahr hätte sie noch zu den schlechtesten gehört", sagt Deckers. Er befürchtet, dass die Rübenernte in diesem Jahr deutlich geringer ausfällt. Wahrscheinlich wird der Ertrag um bis zu 40 Prozent sinken.

Klimawandel fordert die Landwirte

Deckers geht davon aus, dass auch die kommenden Jahre nicht einfacher werden. "Der Klimawandel ist schon eine Herausforderung. Der macht uns zu schaffen", erzählt der 51-Jährige. Trotzdem macht ihm sein Job Spaß.

"Ein Bauer lässt sich nicht unterkriegen." Christoph Deckers, Landwirt

Marius Meyer ist bei Deckers angestellt. Er ist 24 Jahre alt und arbeitet seit fünf Jahren auf dem Familienhof, er hat hier auch seine Ausbildung gemacht un d sich ganz bewusst für diesen Beruf entschieden. "Mir wurde das in die Wiege gelegt. Mein Vater war Landwirt, meine Mutter kommt aus der Landwirtschaft", so der junge Mann. Inzwischen hat er auch einen eigenen Hof, der ist aber zu klein, um davon leben zu können.

Viele Fragezeichen

Wie die Zukunft ausschaut? "Das wäre ein Blick in die Glaskugel", so Deckers. Das hänge von der Politik ab, von den Weltmarktpreisen. Groß investieren will Deckers erst einmal nicht mehr. Ein neuer Stall für seine Rinder würde rund 25.000 Euro kosten - pro unterzubringender Kuh.

Christoph Deckers füttert seine Milchkühe im Stall

Auch Milchkühe gehören zu Deckers Familienbetrieb

Bildquelle: WDR/Thomas Wenkert

Es gibt zu viele Unsicherheiten. Nur eines ist sicher: Der Hof wird auch in der vierten Generation im Besitz der Familie bleiben. Sein Sohn will eines Tages den landwirtschaftlichen Betrieb übernehmen.

Unsere Quellen:

  • Eindrücke des WDR-Reporters vor Ort
  • WDR-Gespräch mit Christoph Deckers, Landwirt
  • WDR-Gespräch mit Marius Meyer, Landwirt

Sendung: WDR.de, Landwirt Christoph Deckers aus Geilenkirchen zieht Erntebilanz nach Hitzesommer, 15.09.2026, 10:30 Uhr

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