Landwirt Thomas Ostendorf sitzt auf einem großen Haufen Holzschnitzel

Landwirt Thomas Ostendorf aus Ochtrup nutzt Holzschnitzel für seine Heizung

Bildquelle: WDR/Olaf Tack

Heizen mit der Hecke: Wie in Ochtrup aus Heckenschnitt Wärme wird

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Thomas Ostendorf aus dem Münsterland verbindet Heckenpflege mit regionaler Wärmegewinnung. Das Holz vom Feldrand sorgt nicht nur dafür, dass er warm duschen kann, sondern auch viel Geld spart.

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Porträtbild von Josefine Upel
Josefine Upel
und Olaf Tack (Multimedia)

Ein gelber Bagger arbeitet sich am Rand eines Ackers in Ochtrup entlang. Zwei braune Furchen graben sich hinter ihm in den Münsterländer Boden. Mit dem Greif- und Schneidearm packt die Maschine mehrere kräftige Stämme einer dicht gewachsenen Hecke, kneift sie ab und wirft sie auf einen stetig wachsenden Haufen aus abgeholzten Ästen und Stämmen.

Regionale Wärme: Heckenpflege heizt den Hof

Landwirt Thomas Ostendorf beobachtet die Arbeiten. Er geht in die Hocke und begutachtet die "auf den Stock gesetzte Hecke", wie er fachmännisch erklärt. Was wie ein kompletter Kahlschlag wirkt, erfüllt gleich zwei Zwecke. Mit dem Rückschnitt wird die Hecke erhalten, so Ostendorf. Gleichzeitig kann er das Holz als Brennstoff für seine Heizung verwenden.

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Hecken haben in der Landwirtschaft einen vielseitigen Nutzen. Sie strukturieren die Landschaft, schützen laut Landwirtschaftskammer NRW vor Wind- und Bodenerosion und können wichtigen Lebensraum für Pflanzen und Tiere bieten. Doch etwa alle 10 bis 15 Jahre muss Ostendorf seine Hecken zurückschneiden.

Wenn wir das nicht machen würden, würde sich die Hecke sozusagen totwachsen. Landwirt Thomas Ostendorf

Ohne den Pflegeschnitt würden die Triebe der Hecke immer dicker werden, erklärt der Landwirt. Die Folge: "Der Wurzelstock kann den Stamm nicht mehr halten und die Hecke würde auseinanderbrechen." Wenn dann Wasser in die offenen Bruchstellen läuft, würde die Hecke verfaulen.

Eine frisch geschnittene Hecke mit grob abgesägten, hellen Schnittflächen

Eine frisch auf den Stock gesetzte Hecke

Bildquelle: WDR

Das anfallende Holz ist für den Landwirt kein Abfall, sondern Energie. Vor über zehn Jahren hat er seinen Betrieb auf eine sogenannte Hackschnitzelheizung umgestellt. Diese Heizsysteme werden vor allem in ländlichen Regionen genutzt, weil dort sowohl Holz als auch genügend Platz zur Lagerung vorhanden ist.

Damit die Heizung das Heckenholz ohne Probleme nutzen kann, muss es zuvor zerkleinert werden. "Der steckt jetzt ungefähr mit 400 PS die Bäume durch den Hacker", ruft Ostendorf gegen das mahlende und raschelnde Getöse eines Häckslers an. Eine Greifzange schiebt Äste und Sträucher in den Schlund der Maschine. Am anderen Ende schießen die etwa drei Zentimeter langen Hackschnitzel in hohem Bogen auf den Anhänger.

Hackschnitzelheizung spart Landwirt Kosten

Etwa 500 Kubikmeter des regionalen Brennstoffs braucht Ostendorf im Jahr, um seinen Hof zu heizen. Sein Brennstoff stammt nicht nur von den eigenen Feldern: Der Landwirt übernimmt auch die Heckenpflege bei Kollegen in der Nachbarschaft. Versorgt wird die Heizung über ein Förderband zu einem großen Vorratsbunker, in dem die Hackschnitzel gelagert werden.

Landwirt Thomas Ostendorf aus Ochtrup steht vor einem riesigen Haufen Hackschnitzel.

Eine riesige Menge Hackschnitzel benötigt Thomas Ostendorf für seine Heizung

Bildquelle: WDR

"Die Anlage ist so konzipiert, dass wir alle Feinstaubwerte einhalten können", erklärt Ostendorf. Bis zu 15.000 Euro spart sich der Hof pro Jahr gegenüber einer Gas- oder Ölheizung, schätzt er. "Und es wächst jeden Tag nach", sagt der Landwirt stolz.

Dieser Beitrag liefert Informationen zum YouTube-Film von WDR Lokalzeit LandSchafft "Landwirt nutzt kluges System um Wärme zu gewinnen" vom 28.12.2025, 10.00 Uhr.

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