Meta baut Bezahlgeschäft aus : Meta führt Plus-Abos für Instagram und WhatsApp ein
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Meta führt neue Bezahlangebote für Instagram, Facebook und WhatsApp ein. Für ein paar Euro im Monat sollen Nutzerinnen und Nutzer zusätzliche Funktionen bekommen – etwa längere Stories, mehr Auswertungen oder neue Klingeltöne. Gleichzeitig testet der Konzern weitere Abos für Künstliche Intelligenz und Creator.
Facebook, Instagram und WhatsApp werden für viele Menschen weiter kostenlos bleiben. Meta baut sein Geschäftsmodell aber deutlich aus. Der Konzern führt weltweit neue Plus-Angebote für seine Apps ein. Das hat Meta-Produktchefin Naomi Gleit in einem kurzen Instagram-Video angekündigt. In den Kommentaren dazu reagierten viele Nutzerinnen und Nutzer skeptisch.
Die neuen Angebote sind zusätzliche Abo-Pakete. Nutzerinnen und Nutzer zahlen monatlich und bekommen dafür einzelne Zusatzfunktionen. Je nach App liegen die Preise bei umgerechnet rund drei bis vier Euro im Monat. Parallel testet Meta unter dem Namen "Meta One" weitere Bezahlmodelle. Dort geht es vor allem um mehr Leistung bei Meta AI, also dem KI-Angebot des Konzerns.
Mehr Funktionen für Stories
Bei Instagram und Facebook stehen vor allem Stories im Mittelpunkt. Das sind kurze Bilder oder Videos, die in den Apps oben auf der Startseite angezeigt werden und normalerweise nach 24 Stunden verschwinden.
Wer für Instagram Plus zahlt, kann eine Story länger sichtbar machen. Bei Instagram soll sie zum Beispiel doppelt so lange aufrufbar bleiben. Außerdem bekommen zahlende Nutzerinnen und Nutzer zusätzliche Einblicke: Sie können etwa sehen, wie oft eine Story erneut angeschaut wurde.
Dazu kommt eine Vorschau-Funktion. Damit können die Bilder- oder Videostories angesehen werden, ohne direkt in der Betrachterliste des anderen Profils aufzutauchen. Meta will die Verfasserinnen und Verfasser darüber informieren, dass es diese Funktion gibt.
Auch Facebook Plus setzt auf Stories. Dort sollen Nutzerinnen und Nutzer sie ebenfalls länger sichtbar machen können. Zusätzlich können sie mit neuen Emojis auf die Stories reagieren - und sehen, wie andere User reagiert haben.
WhatsApp Plus setzt auf Komfort
Bei WhatsApp geht es weniger um Sichtbarkeit, sondern eher um Komfort. Nutzerinnen und Nutzer sollen mit WhatsApp Plus mehr Chats anheften können. Angeheftete Chats bleiben im Chat-Reiter dauerhaft ganz oben und rutschen nicht nach unten, wenn neue Nachrichten anderen Unterhaltungen reinkommen.
Außerdem sollen Premium-Sticker und eigene Klingeltöne dazukommen. Sticker sind kleine digitale Bilder, die in Chats verschickt werden können. Insgesamt wirken die neuen Funktionen auf den ersten Blick eher klein. Wirtschaftlich zeigen sie aber, wohin Meta will: Aus alltäglichen Funktionen sollen zusätzliche Bezahlprodukte werden.
Werbung verschwindet mit den neuen Abos nicht
Die neuen Plus-Abos bedeuten nicht, dass Instagram, Facebook oder WhatsApp automatisch werbefrei werden. Meta bietet schon länger kostenpflichtige Modelle an - für weniger oder keine Werbung.
Diese bestehenden Angebote bleiben nach Angaben des Konzerns erhalten. Wer die Werbung eliminieren möchte, muss dafür also weiter extra zahlen. Die neuen Plus-Abos kommen zusätzlich dazu – als Pakete für Komfort, Story-Funktionen und später auch mehr KI-Leistung. Damit entsteht eine Art Baukasten: Die Grundversion bleibt kostenlos. Einzelne Extras kosten zusätzlich.
Meta sucht neue Einnahmquellen
Für Meta geht es dabei auch um neue Erlöse. Der Konzern verdient bisher vor allem mit Werbung. Gleichzeitig investiert Meta viel Geld in Künstliche Intelligenz, neue KI-Modelle und Rechenzentren.
Die neuen Abos passen zu dieser Strategie. Meta verkauft nicht mehr nur die Möglichkeit, weniger Werbung zu sehen. Der Konzern verkauft zunehmend Zusatzfunktionen: mehr Einblicke, mehr Sichtbarkeit, mehr Komfort und mehr Rechenleistung.
Das erinnert an frühere Internet-Zeiten, in denen Nutzerinnen und Nutzer für kleine digitale Extras gezahlt haben – etwa Klingeltöne, Spiele oder digitale Geschenke. Heute geht es allerdings um wirtschaftlich wichtigere Funktionen: Wer zahlt, kann mehr über das eigene Publikum erfahren oder Inhalte besser platzieren.
Meta zahlt Creatoren Geld für Inhalte
Gleichzeitig versucht Meta, erfolgreiche Creatoren stärker an seine Plattformen zu binden. Creator sind Menschen, die regelmäßig Videos, Bilder oder andere Inhalte veröffentlichen und damit eine größere Reichweite haben.
Ein Programm heißt "Creator Fast Track". Es richtet sich an User, die bereits viele Follower auf Instagram, TikTok oder YouTube haben. Wer mindestens 100.000 Follower hat, kann 1.000 US-Dollar im Monat bekommen. Bei mehr als einer Million Followern sind es 3.000 US-Dollar im Monat. Die garantierten Zahlungen laufen zunächst drei Monate.
Meta braucht solche Inhalte, damit Facebook, Instagram und die anderen Plattformen attraktiv bleiben. Der Konzern zahlt also ausgewählten Creatoren Geld, damit sie mehr Inhalte veröffentlichen – und verkauft gleichzeitig anderen Nutzern und Unternehmen bessere Werkzeuge und mehr Sichtbarkeit.
Extra-Abos für professionelle Influencer und Unternehmen
Für Creator und Unternehmen testet Meta zusätzlich zwei weitere Pakete: Meta One Essential und Meta One Advanced. Meta One Essential soll umgerechnet rund 13 Euro im Monat kosten. Es enthält unter anderem ein Verifizierungsabzeichen, also den sogenannten blauen Haken.
Mit diesem Paket sollen Accounts in Suchergebnissen auf Instagram und Facebook weiter oben auftauchen können. Instagram-Creator sollen außerdem anklickbare Links in Beiträgen und Reels setzen können, also den kurzen Videos, mit denen Instagram unter anderem mit TikTok konkurriert.
Gerade diese Funktionen können wirtschaftlich wichtig sein. Wer Produkte, Dienstleistungen oder eigene Inhalte bewirbt, kann Nutzerinnen und Nutzer direkter weiterleiten.
Meta One soll KI-Leistung verkaufen
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Künstlicher Intelligenz (KI). Unter dem Namen "Meta One" testet der Konzern Bezahlmodelle für Meta AI. Die kostenlose Version soll weiter verfügbar bleiben. Wer mehr Leistung möchte, muss dafür zahlen.
Geplant sind Abos mit mehr Rechenleistung und mehr Kapazität für komplexere Anfragen. Nutzerinnen und Nutzer sollen damit zum Beispiel mehr Bilder oder Videos erstellen können. Die kostenpflichtigen KI-Pakete testet Meta zunächst in einzelnen Ländern, unter anderem in Singapur, Guatemala und Bolivien.
Auch KI-Brillen sollen wichtiger werden
Meta kündigt außerdem weitere Funktionen für KI-Brillen an. Solche Brillen können Fotos oder Videos aus Sicht der tragenden Person aufnehmen. In Reels oder Youtube-Videos tauchen solche Aufnahmen bereits häufiger auf, etwa als Perspektiv-Videos aus dem Alltag.
Damit verbindet Meta mehrere Geschäftsfelder: soziale Netzwerke, Künstliche Intelligenz und eigene Hardware. Die neuen Abos zeigen, dass der Konzern diese Bereiche künftig stärker über Bezahlfunktionen miteinander verknüpfen will.
Unsere Quellen:
- Angaben von Meta
- Berichte von TechCrunch, CNBC und heise online
Sendung: WDR 5, "Das Wirtschaftsmagazin", 28.05.2026, 13:35 Uhr