Steuerfahndung bei Influencern | WDR Aktuell

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29 Sek. Verfügbar bis 11.02.2028

Hobby oder Beruf? Wann Influencer Steuern zahlen müssen

Stand:

Mehr als 7.000 Influencer werden in NRW derzeit von Steuerbehörden überprüft. Worauf müssen Influencer beim Thema Steuern achten?

Arbeiten wann man möchte, viel Geld verdienen, immer vor der Kamera stehen, ständig neue Sachen ausprobieren - für viele ist "Influencing" ein Traumberuf. Damit es kein böses Erwachen gibt, sollte man jedoch einige Regeln beachten, gerade auch bezüglich Steuern und Finanzen. Denn wer von Anfang an weiß, worauf er oder sie achten muss, erspart sich spätere Diskussionen mit den Finanzämtern.

Influencer im Visier der Steuerfahnder

WDR 5 Westblick - aktuell 11.02.2026 1 Min. 16 Sek. Verfügbar bis 11.02.2027 WDR 5

Ab wann wird das Thema Steuern relevant?

Um das Thema Steuern muss sich jeder kümmern, der oder die Influencing nicht nur als Hobby nebenbei betreibt. Wer regelmäßig und mit der Absicht vor der Kamera steht, Einnahmen bzw. Gewinne zu erzielen, muss sich mit einer möglichen Steuerpflicht beschäftigen.

Für das Finanzamt reicht bereits die Absicht, Einnahmen zu erwirtschaften, die höher als die Ausgaben sind. Dabei sind nicht nur die Kontobewegungen relevant: Auch Geschenke oder andere Vergünstigungen zählen als Einnahmen.

Welche Einnahmen muss ich versteuern?

Klar ist: Wer als Influencer Produkte oder Leistungen eines Unternehmens bewirbt und dafür Geld erhält, muss dies als Einnahme verbuchen.

Auch wer selbst Artikel wie Kleidung oder anderes verkauft, erzielt darüber Einnahmen, die versteuert werden müssen. Das gilt auch für Provisionen, die man erhält, wenn man nicht selbst verkauft, sondern auf andere Shops verweist ("Affiliate-Marketing").

Attraktive asiatische Beauty-Influencerin schminkt sich und filmt ein Make-up-Tutorial mit ihrem Smartphone.

Mehr Einnahmen, mehr Pflichten

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Doch zu den Einnahmen zählt noch mehr: Erhält man ein Produkt zur Vorstellung, das man danach behalten darf, dann gilt auch dieser Gegenwert als Einnahme. Gleiches gilt für erhaltene Leistungen wie eine Reise, Messeteilnahmen oder einen Konzertbesuch.

Müssen also auch Geschenke oder Einladungen versteuert werden?

Ja. Bei Produkten, die man behalten darf, muss der übliche Preis des Produkts als Einnahme angesetzt werden. Bei anderen Leistungen wie Reisen, Konzertkarten etc., die man bezahlt bekommt, gilt auch der übliche Preis der Leistung als Einnahme.

Muss ich in NRW ein Gewerbe anmelden?

Ja. Wer regelmäßig und mit der Absicht vor der Kamera steht, Einnahmen bzw. Gewinne zu erzielen, muss ein Gewerbe anmelden. Ausnahmen gibt es nur für einige "freie Berufe". Das heißt aber noch nicht, dass man nach der Anmeldung auch Gewerbesteuer zahlen muss. Liegt der Gewerbeertrag unter 24.500 Euro im Jahr, so fällt keine Gewerbesteuer an - wohl aber eventuelle Einkommens- oder Umsatzsteuer. Auch hierfür gelten bestimmte Grenzen, ab deren Überschreitung man z.B. umsatzsteuerpflichtig wird. Bei der Berechnung der Einkommenssteuer liegt der Grundfreibetrag im Jahr 2025 bei 12.096 Euro.

Wer in seiner Gemeinde ein Gewerbe anmeldet, hat danach einen Monat Zeit, einen Fragebogen zur steuerlichen Erfassung auszufüllen und dem Finanzamt zu übermitteln (in NRW über das Portal ELSTER).

Muss ich nur zahlen - oder kann ich auch was von der Steuer absetzen?

Auf dem Display eines Smartphones sind Social Media Apps zu sehen

Influencing als Beruf?

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Ausgaben, die im direkten Zusammenhang mit der Tätigkeit als Influencerin oder Influencer stehen, können als Betriebsausgaben angegeben werden. Sie schmälern also die zu versteuernden Einkünfte. Dazu zählen Kosten für die technische Ausstattung, Reisekosten, Teilnahmegebühren oder auch Kosten für die Steuerberatung. Wichtig ist hierbei immer, alle Belege aufzubewahren.

Welche Fristen gelten für Steuererklärungen oder das Aufbewahren von Belegen?

Die Einkommensteuererklärung muss bis zum 31. Juli des folgenden Jahres beim Finanzamt abgegeben werden. Lässt man sich von einem Steuerberater beraten, so verlängert sich die Frist um einige Monate.

Je nach Einstufung vom Finanzamt können auch noch Umsatzsteuer-Vorausmeldungen oder auch Vorauszahlungen relevant werden. Buchungsbelege müssen acht Jahre lang aufbewahrt werden.

Unsere Quellen:

  • Finanzverwaltung NRW
  • Bundesfinanzministerium

Sendung: WDR.de, Influencer im Visier der Steuerfahnder, 11.02.2026, 16:30 Uhr und WDR 5 Westblick, 17:05 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, WDR Aktuell, 11.02.2026, 12:45 Uhr

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