Humanoider Roboter arbeit mit einm menschlichen Kollegen Schulter an Schulter

Zukunftspläne: Humanoider Roboter und mensch arbeiten Schulter an Schulter

Bildquelle: ddp/Stoccy

KI auf der Hannovermesse Wie Roboter zu Fabrikarbeitern werden

Stand:

Roboter sind ständiger Gast auf der Hannovermesse. Mit Hilfe von KI übernehmen sie jetzt menschliche Aufgaben in der Fabrik.

Von Wolfgang Landmesser

Roboterarme heben Pakete aufs Band, Roboter in Menschenform zappeln und schauen in Gegend herum, dazwischen fahren Roboter auf Rädern selbständig durch die Gänge von Halle 26. "Kurier“ heißt der kleine weiße Bursche in Kastenform, der gerade über ein eigens präpariertes Kiespflaster rollt.

"Das Besondere ist, dass der Roboter vor allem draußen fahren kann“, sagt Lennart Haller vom Hersteller Cartken. Er kommt nicht nur auf glattem Hallenboden vorwärts, sondern auch auf unebenen Flächen - und kann so Pakete bis vor die Haustür liefern.

Roboter fit für die Produktion

Der Roboter hundert Meter weiter hat Beine, Arme mit zwei Greifern - und lächelt verschmitzt, während er sich eine graue Plastikkiste schnappt. Sorgfältig hebt er sie von einem Tisch herunter und stellt sie auf einen anderen ein paar Meter weiter.

Dank seiner Ausstattung kann er sich auch in ungewohnter Umgebung orientieren und seine Bewegungen entsprechend anpassen. Dafür ist er mit acht Kameras und Radarsensoren ausgestattet. "So kann er mit Menschen und anderen Robotern zusammenarbeiten“, sagt Julian Kramer. Er arbeitet für die Firma Exxeta, die Roboter für den Fabrikeinsatz fit macht.  

KI macht Robotik menschlicher

Noch erledigen Roboter eher einfache Jobs: Teile von A nach B transportieren zum Beispiel, nach vorgegebenen Muster. Aber mit Hilfe von künstlicher Intelligenz (KI) werden sie auch in Fabrik immer nützlicher. "Technologisch entwickeln wir uns rasant in diese Richtung“, sagt Jochen Lindermayr vom Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung in Stuttgart. Dort erforscht er den Einsatz von humanoiden Robotern.

Kollege Roboter: KI kann künftig Fabrikarbeiter ersetzen

WDR 24.04.2026 04:00 Min. Verfügbar bis 24.04.2027 WDR Online

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Die Menschenähnlichen können immer besser auf störende Einflüsse reagieren, Hindernissen ausweichen oder erkennen, wo sie gerade gebraucht werden.

Was dem perfekten Roboter noch fehlt

Aber der Experte sagt auch: "Es wird  noch einige Durchbrüche brauchen, bis Roboter im großen Stil einsetzbar sind.“ Das Zusammenspiel von Maschine und KI ist komplex. Oft fehlt es noch an ausreichend passenden Daten - und der Kapazität, diese schnell zu verarbeiten.

Humanoider Roboter als Sprinter auf der Hannovermesse

Bis humanoide Roboter zum Sprint gegen Menschen antreten können, wird es noch eine Weile dauern.

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Nur wenn das reibungslos funktioniert, kann sich der Roboter frei im Raum bewegen. Und ganz praktisch: Der Körper des Roboters funktioniert noch nicht so gut wie der eines Menschen - auch wenn es große Fortschritte gibt.

Trainierte Humanoide

Eine Halle weiter auf dem Stand von Agile Robots aus München arbeiten zwei freundliche Roboter Hand in Hand. Der eine baut ein Teil zusammen, der andere verpackt es in eine Schachtel und setzt sie auf ein Förderband.

Was hier passiert, nennt sich "Physical AI“ – künstliche Intelligenz, die menschliche Form annimmt. Die Roboter sind nicht programmiert wie sonst, sondern werden gezielt trainiert, erklärt Sprecherin Bettina Schön-Behanzin: "Wir nutzen hier reelle Daten aus der Industrie und Teleoperation kombiniert mit Simulation, und somit machen wir unsere Roboter intelligent.

Roboter können auch besser greifen

Dazu kommt die Feinmotorik: Ihre Finger können die Humanoiden wie ein Mensch bewegen. Dadurch arbeiten sehr präzise, aber noch sehr langsam. Das machen sie mit Gesten wieder gut - und zeigen den Messebesuchern mit ihren Händen zwischendurch ein Herz.

Agile Robots sagt selbst: Noch ist die komplette Produktion in der Fabrik ohne Menschen nicht möglich. Aber: "Es ist jetzt vorstellbar, dass wir in Zukunft Fabriken haben werden, wo Roboter alle Aufgaben übernehmen", so die Unternehmenssprecherin. Menschen würden dann in der Produktion nicht mehr gebraucht.  

Praxiseinsatz bei Autohersteller

Noch übernehmen die humanoiden Roboter eher einfache Aufgaben: Zum Beispiel Stoßfänger für Autos nach einem Produktionsschritt aus der Maschine nehmen und in einen Transportbehälter legen: "Pick and Place“ heißt das.

Für einen Autohersteller umgesetzt hat das Illeon aus Leverkusen. Die Firma testet den konkreten Einsatz der Roboter vor Ort und wertet die über Monate gesammelten Daten aus. Erst dann lasse sich sagen, ob der Robotereinsatz in der Fabrik Sinn ergibt und wirtschaftlich ist, meint Geschäftsführer Andreas Majer.

Junge Roboter in alten Fabriken

Kollege Roboter kommt seiner Meinung nach gerade für deutsche Mittelständler in Frage, die ihre Fabrikhallen immer wieder umorganisieren und mit neuen Maschinen ausstatten: "Bei diesen alten Fertigungsstraßen passt der Roboter sehr gut, weil er den Menschen ersetzen oder zumindest ergänzen kann.

Leistungsfähige KI hilft dem Roboter in der Fabrik auf die Sprünge. Aber zum vollwertigen Fabrikarbeiter fehlt ihm noch ein Stück.

Unsere Quellen:

  • WDR-Gespräch mit Jochen Lindermayr, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA)
  • WDR-Interviews mit Ausstellern auf der Hannovermesse

Sendung: WDR 5, Das Wirtschaftsmagazin, 24.04.2026, 13:35 Uhr

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