Dortmunder Unternehmen : Gartencenter Augsburg stellt Insolvenzantrag
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Große Sorge um die Kette Gartencenter Augsburg: Das Dortmunder Unternehmen hat Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Der Betrieb der Märkte läuft jedoch uneingeschränkt weiter, und für die Angestellten gibt es eine vorläufige Absicherung.
Die Kette Gartencenter Augsburg GmbH & Co. KG hat beim zuständigen Amtsgericht einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt. Ziel dieses Schrittes sei eine umfassende wirtschaftliche Neuaufstellung des Unternehmens. Die Verantwortlichen betonen, dass der Betrieb in allen Filialen ohne Einschränkungen weiterlaufe. Gartencenter Augsburg hat Filialen in Bochum, Castrop-Rauxel, Hagen, Iserlohn, Krefeld, Schwerte und Unna.
Die Geschäftsführung behält während des gesamten Verfahrens die volle Handlungs- und Weisungsbefugnis. Unterstützt wird sie dabei von Sanierungsexperten der Kanzlei Görg. Zur Überwachung des Verfahrens im Sinne der Gläubiger hat das Amtsgericht den Rechtsanwalt Stefan Denkhaus aus der Kanzlei Boege, Rohde, Luebbehuesen als vorläufigen Sachwalter eingesetzt.
Löhne und Gehälter vorerst gesichert
Für die Beschäftigten der Kette gibt es erstmal eine erleichternde Nachricht: Die Löhne und Gehälter sind für die kommenden drei Monate über das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit abgesichert. Die Belegschaft wurde bereits über die aktuellen Schritte und die geplante Eigenverwaltung informiert.
Kundinnen und Kunden der Kette müssen sich vorerst auf keine Schließungen einstellen. Die Standortseiten im Internet und die Auftritte in den sozialen Netzwerken zeigen weiterhin die gewohnten Öffnungszeiten an.
Eigenständiger Weg aus der Krise
Das Verfahren läuft eigenständig: Es steht nicht im direkten Zusammenhang mit den parallel laufenden Insolvenzen der Gesellschaften Hellweg und BayWa. Obwohl gesellschaftsrechtliche Verknüpfungen bestehen, handelt es sich bei der Gartencenter Augsburg GmbH & Co. KG um eine separate Gesellschaft.
Für das Unternehmen ist es nicht die erste Krise dieser Art. Bereits am 5. Februar 2013 musste das Gartencenter in Schwerte ein Insolvenzverfahren durchlaufen. Damals belasteten Fehlinvestitionen im neuen Standort Krefeld und eine zu starke Ausrichtung auf Billigpreise das Geschäft massiv. Die Kundschaft suchte vor allem im Premiumsegment eher nach Qualität.
Blick in die Zukunft und Risiken
Nach der ersten Krise übernahm die Plantiflor Gartencenter GmbH & Co. KG das Unternehmen, wodurch damals alle Arbeitsplätze erhalten blieben. Auch dieses Mal soll das bewährte Konzept des Eigenverwaltungsverfahrens genutzt werden, um die Lieferfähigkeit zu sichern und neue Investorinnen und Investoren zu finden.
Dennoch birgt das Verfahren auch gewisse Risiken für Kundschaft und Personal. So könnten unrentablere Standorte oder Dienstleistungen im Zuge der Restrukturierung wegfallen. Zudem erlaubt das Insolvenzrecht verkürzte Kündigungsfristen von maximal drei Monaten, was Unsicherheiten für die Mitarbeitenden mit sich bringt.
Unsere Quellen:
- Gartencenter Augsburg
- Insolvenzportal
- Indat
- Taspo
- Gabot
- Grüner Markt
- Schultze & Braun
Sendung: WDR2 Nachrichten, 01.07.2026, 22:00