In NRW werden immer mehr Menschen wegen Koks behandelt
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Wir haben beim Land NRW angefragt, wie viele Menschen wegen gesundheitsschädlichem Kokainkonsum im Krankenhaus landen. Auch die Krankenkasse Barmer hat dazu umfangreiche Zahlen erhoben. Beide Datensätze zeigen: Die Zahl der Diagnosen steigt und immer mehr Menschen brauchen Hilfe wegen Kokainkonsum.
"Ich arbeite selbst in einer Rehaklinik für Suchtabhängige und sehe jeden Tag, wie schwer es ist von Drogen loszukommen. Ich möchte allen, die es versuchen viel Kraft wünschen - haltet durch und bleibt dran!" - Anonymer Kommentar 1LIVE-Umfrage
Aus den Daten des Landes NRW kann man auch die Häufigkeit der Krankenhausaufenthalte wegen Kokainkonsum 2024 im Vergleich zum Jahr 2014 ablesen.
So groß sind die regionalen Unterschiede in NRW
Die Krankenhausdaten des Landes NRW zeigen, wie viele Krankenhausaufenthalte es 2024 wegen gesundheitsschädlichem Kokainkonsum gab. Die Karte verdeutlicht die regionalen Unterschiede in NRW. Die dunkleren Einfärbungen zeigen, dass hier mehr Menschen wegen Kokain ins Krankenhaus kamen.
Kokain führt eher in großen Städten in NRW zur Behandlung im Krankenhaus: So gab es in Köln mehr Krankenhausaufenthalte als in anderen Städten. 2024 waren es insgesamt 242, also dreimal so viel wie noch 10 Jahre vorher. In Münster waren es nur 24 Fälle. Es wird deutlich: In jeder Gemeinde NRWs - außer im Kreis Herford - gab es 2024 mehr Krankenhausaufenthalte wegen Kokainkonsum als 2014.
"Ich finde es erschreckend, wie die Wirkung von Koks heruntergespielt wird." - Anonymer Kommentar in 1LIVE-Umfrage
Die gestiegene Zahl der Krankenhausaufenthalte wegen Kokain kann auf mehrere Faktoren zurückzuführen sein: Einer davon ist eine höhere Verfügbarkeit der Droge, so Barbara Schneider, Chefärztin der Abteilung Abhängigkeitserkrankungen in der Psychiatrie und Psychotherapie an der LVR-Klinik in Köln.
"Die Substanz muss immer verfügbar sein, sonst kann man nicht von ihr abhängig werden." - Dr. Barbara Schneider
Nicht nur das Land erhebt Krankenzahlen aufgrund von Kokainkonsum. Auch die Krankenkasse Barmer stellt die kokainbedingte Diagnose in ihrem Sozial- und Morbiditätsatlas dar. Das heißt, von der Barmer werden auch Diagnosen erfasst, die nicht in einem Krankenhaus, sondern zum Beispiel von der Hausärztin, gestellt wurden. Auch an diesen Zahlen sind regionale Unterschiede abzulesen.
In Dortmund, Köln und Hamm werden im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung die meisten Menschen wegen Kokainkonsum behandelt. In Hamm gab es 2023 noch den Höchstwert der Diagnosen pro 100.000 Einwohnern (108), diese Zahl ging 2024 aber um 29,6% auf 76 zurück.
Die Zahlen der Barmer und IT.NRW verdeutlichen einen steigenden Trend. Diesen sieht Barbara Schneider auch in ihrer Arbeitspraxis: “Was ich persönlich sehe, ist, dass einige langjährige Patientinnen und Patienten berichten, dass sie jetzt mehr Koks, auch in Form von Crack, konsumieren.” Die hier aufgezeigten Studien beziehen sich jedoch nur auf den Kokainkonsum.
Ein zusätzlicher Hinweis auf den steigenden Kokain-Trend sind die Zahlen von Patientinnen und Patienten in Reha- und Vorsorgeeinrichtungen wegen Kokain. Innerhalb von vier Jahren hat sich die Anzahl verdoppelt.
Die Zahlen der Barmer und die Krankenhaus- und Reha-Daten des Landes NRW zeigen: Immer mehr Menschen suchen wegen ihres Kokainkonsums medizinische Hilfe. Kokain sei eine häufige konsumierte Droge, so Barbara Schneider, trotzdem wird sie weniger als Alkohol und Cannabis konsumiert. Negative Auswirkungen auf die Gesellschaft seien im Vergleich also noch niedrig. Da die Konsumzahlen aber wachsen, lohne es sich jetzt Prävention zu fördern. Bei Suchtmitteln sei es wichtig, dass Kinder und Jugendliche frühzeitig über die Auswirkungen von Drogen aufgeklärt werden.