Zeitzeuge Jörg Hildebrandt
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Deutsch-deutsche Geschichte : Jörg Hildebrandt - Pfarrersohn mit Protestaktion
Stand:
Am frühen Morgen des 13. August 1961 beginnt die DDR mit dem Mauerbau in Berlin. Besonders dramatisch ist die Situation an der Bernauer Straße, wo auch Jörg Hildebrandt wohnt.
Jörg Hildebrandt, geboren 1939, lebte in der Bernauer Straße, weil sein Vater dort bis zum Mauerbau Pfarrer der Versöhnungskirche war. Sein Abitur machte Hildebrandt in West-Berlin, wo er auch ein Studium (Geschichte und Publizistik) begann. Die Familie blieb trotz ihrer kritischen Haltung nach dem Mauerbau in der DDR.
1963 verweigerte Jörg Hildebrandt den Wehrdienst bei der Nationalen Volksarmee (was in der DDR rechtlich gar nicht möglich war), woraufhin er von 1964 bis 1966 als so genannter Bausoldat zwangsverpflichtet wurde. Wegen Befehlsverweigerung war er sechs Monate in Militärhaft.
In der Opposition aktiv
In der DDR arbeitete Hildebrandt als Lektor bei der Evangelischen Verlagsanstalt Berlin und war in Kirchenkreisen und oppositionellen Gruppen aktiv. Nach der Wiedervereinigung 1990 war er unter anderem für den Ostdeutschen Rundfunk Brandenburg tätig. Für letzteren sprach er mehrfach Kommentare in den ARD-Tagesthemen und war stellvertretender Chefredakteur des Hörfunkprogramms „Radio Kultur“. Von 1966 bis zu ihrem Tod 2001 war er mit seiner Jugendfreundin Regine aus der Bernauer Straße verheiratet – Regine Hildebrandt war von 1990 bis 1999 Sozialministerin des Landes Brandenburg und bekannt für ihre „Berliner Schnauze“.
Seit seinem Ruhestand engagiert sich Jörg Hildebrandt als Zeitzeuge, insbesondere für die Stiftung Berliner Mauer.