Zeitzeuge Uwe Rutkowski
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Deutsch-deutsche Geschichte : Uwe Rutkowski - vom Polizisten zum Fluchthelfer
Stand:
Am frühen Morgen des 13. Augusts 1961 beginnt die DDR mit dem Mauerbau in Berlin. Abgesichert werden die Bauarbeiten unter anderem von Uwe Rutkowski, damals Volkspolizist.
Uwe Rutkowski wurde 1942 in Magdeburg geboren, wo er alleine mit der Mutter aufwuchs. Seinen Vater, einen Feuerwehrmann, der während des Krieges starb, lernte er nie kennen. Von 1958 bis 1961 absolvierte er eine Lehre als Facharbeiter und bewarb sich im Anschluss – wie sein Vater – bei der Feuerwehr, wurde aber stattdessen an die Deutsche Volkspolizei Berlin vermittelt.
Er war Mitglied der SED und wurde 1961 als Bereitschaftspolizist zur Sicherung des Baus der Berliner Mauer befohlen. Weil er nicht auf Flüchtende schießen wollte, beschloss er im November 1961, selbst aus der DDR zu flüchten.
Als Fluchthelfer aktiv
Als Fluchthelfer unterstützte er später weitere DDR-Bürger dabei, das Land zu verlassen. 1962 wurde er bei einer dieser Fluchtaktionen verhaftet und daraufhin wegen staatsfeindlicher Hetze, Spionage, Menschenhandels, Fahnenflucht und Abwerbung verurteilt. Zwölf Jahre sollte er dafür ins Zuchthaus.
Ende 1965 wurde er von der Bundesrepublik freigekauft, blieb aber freiwillig bei seiner Lebensgefährtin in der DDR. Er arbeitete als Heizer und Karosseriebaumeister. Weil er sich immer mehr gegen die DDR-Politik stark machte, wurde ihm 1975 die DDR-Staatsbürgerschaft aberkannt, und er siedelte endgültig in die Bundesrepublik Deutschland über.
Seit der Wiedervereinigung ist Uwe Rutkowski im „Verband der Opfer des Stalinismus“ aktiv, um den Opfern der DDR-Diktatur zu mehr Anerkennung und Wiedergutmachung zu verhelfen. Er lebt bei Hamburg.