Besondere Kulissen
Industriekultur im Ruhrgebiet
Die Industriekultur des Ruhrgebiets hat eindrucksvolle Denkmäler hinterlassen. Einige davon sind heute beliebte und kostenlose Ausflugsziele. Ein bekanntes Beispiel ist die Zeche Zollverein in Essen. Das weitläufige Gelände des UNESCO-Welterbes kann frei erkundet werden. Wer Action sucht, findet hier auch eine Parkour-Anlage oder kann kostenlos Soccer-Golf spielen, eine Mischung aus Fußball und Golf.
Die Zeche Zollverein: Vom Industrieareal zum Ausflugsziel
Besondere und kostenlose Attraktionen gibt es auch auf ehemaligen Halden im Ruhrgebiet. Auf der Heinrich-Hildebrand-Halde in Duisburg ragt beispielsweise die Skulptur "Tiger & Turtle" in den Himmel. Die Achterbahn kann zu Fuß erklommen werden. Von oben reicht der Blick bei guter Sicht bis nach Düsseldorf. Besonders eindrucksvoll ist ein Besuch bei Sonnenuntergang oder auch nachts, wenn die Skulptur beleuchtet wird.
Die begehbare Achterbahn-Skulptur "Tiger & Turtle" in Duisburg
Auch eine Pyramide kann mitten im Ruhrgebiet bestiegen werden. Das Tetraeder auf der Halde Beckstraße in Bottrop ist allerdings kein antikes Relikt, sondern eine hohe Stahlkonstruktion. Wer die Treppen hinaufläuft und schwindelfrei ist, wird mit einem weiten Panorama über das Ruhrgebiet belohnt.
Aachener Dom
Der Aachener Dom gehört zu den sechs UNESCO-Welterbestätten in NRW. Mittendrin in der Altstadt von Aachen ragt der imposante Aachener Dom in die Höhe. Er wurde zwischen 793 und 813 erbaut und gilt als der älteste Dom nördlich der Alpen.
Zum Weltkulturerbe wurde er wegen seiner einzigartigen Architektur aus der Karolingerzeit und der zahlreichen original erhaltenen Kunstschätze. Der Eintritt in den Dom ist kostenlos, ein Besuch der Domschatzkammern allerdings nicht. Hier erfährst du mehr über alle sechs UNESCO-Welterbestätte in NRW.
Rund um die Burg Altena
Die Burg Altena aus dem 12. Jahrhundert zählt zu den schönsten Höhenburgen Deutschlands. Hoch über der Stadt gelegen bietet sie nicht nur einen weiten Ausblick, sondern auch Einblicke in die Geschichte der Region. In Museumsausstellungen geht es um das Leben im Mittelalter, um Macht, Handel und Alltag vergangener Jahrhunderte. Im Burgkeller sind unter anderem Ritterschwerter, Daumenschrauben und andere Folterwerkzeuge ausgestellt.
In der Burg Altena reist man zurück ins 12. Jahrhundert
Eine Besonderheit der Burg hat weniger mit dem Mittelalter zu tun: 1914 eröffnete in der Burg Altena die erste Jugendherberge der Welt. Das Museum "Weltjugendherberge" zeigt, wie Reisende damals untergekommen sind. In der Burg zu übernachten ist übrigens immer noch möglich.
Wer nach so viel Geschichte frische Luft braucht, findet im oberen Hof der Burg einen Kräutergarten mit einheimischen Kräutern. Einige Fahrminuten entfernt von der Burg Altena liegt im Märkischen Kreis außerdem die Luisenhütte. Die historische Hochofenanlage zeigt von April bis November, wie früher Eisen gewonnen wurde. Die Angebote rund um die Burg Altena folgen dem Prinzip "Pay what you want". Besucher können also selbst entscheiden, wie viel sie für den Eintritt zahlen möchten.
Erlebniswelten und Museen
Ems-Erlebniswelt in Schloss Holte-Stukenbrock
In der Ems-Erlebniswelt dreht sich - wenig überraschend - alles um die Ems. Der Fluss entspringt in der Senne in Ostwestfalen-Lippe und mündet nach 371 Kilometern in die Nordsee. Im Garten der Erlebniswelt im Kreis Gütersloh ist der Verlauf der Ems als kleiner Wasserlauf nachgebildet. Besucher können beispielsweise die Quelle aktivieren, das nachgebaute Emssperrwerk ausprobieren oder einfach im Wasser spielen.
Interaktive Stationen in der Ems-Erlebniswelt zeigen Tiere aus verschiedenen Lebensräumen entlang der Ems
Auch im Innenbereich gibt es viel zu entdecken. Eine Rallye führt Kinder und Erwachsene spielerisch durch die kostenlose Ausstellung. In der Nachbildung eines Luftschiffs können sie die Ems digital überfliegen und ein Quiz spielen. Interaktive Stationen erklären die verschiedenen Tiere, Landschaften und Orte entlang des Flusses. Große Holzfiguren stellen historische Berufe der Region vor, darunter Moorbauer, Sennebäuerinnen und Apotheker.
Sachsenhof Greven
Wer den Sachsenhof in Greven betritt, reist 1.200 Jahre in die Vergangenheit zurück. Das Freilichtmuseum gibt Einblicke in das Leben der Sachsen im Frühmittelalter. Die Hofanlage ist eine Rekonstruktion, die auf archäologischen Funden ab 1973 basiert. Das Highlight ist das Haupthaus, ein 18 Meter langes, reetgedecktes Pfostenhaus, das typisch für die damaligen Häuser der Sachsen war.
So haben die Sachsen im frühen Mittelalter gelebt
Eine QR-Code-Tour liefert Hintergründe über das Gebäude und dessen Geschichte. Auf dem Hof im Kreis Steinfurt befindet sich außerdem ein Garten mit Heil- und Färbepflanzen, Getreide und Hülsenfrüchten.
Haus der Geschichte in Bonn
Kaum ein Museum lässt einen so tief in die deutsche (Nachkriegs-)Geschichte eintauchen wie das Haus der Geschichte in Bonn. Die neue Dauerausstellung führt durch historische Meilensteine Deutschlands seit 1945 und erinnert an das Leben von damals bis heute. Unter den 3.800 ausgestellten Objekten erzählt jedes seine eigene Geschichte: ein selbstgebautes Fluchtflugzeug, eine Puppenwiege aus der Nachkriegszeit und ein Ford Transit. Für Kinder gibt es einige Mitmachstationen.
Wie ging es in Deutschland nach 1945 weiter? Antworten darauf gibt es in der neuen Dauerausstellung im Haus der Geschichte
Übrigens: Kostenloser Museumseintritt ist in NRW keine Seltenheit. Unter anderem das Bunkermuseum in Oberhausen, der Schauraum Comic & Cartoon in Dortmund, das Brauereimuseum in Dortmund oder das Folkwang-Museum in Essen sind gratis. In vielen anderen Museen in NRW gibt es an ausgewählten Tagen freien Eintritt.
In der Natur
Botanische Gärten
Üppige Tropengewächse, skurrile Blattformen und seltene Pflanzenarten: Nirgendwo sonst lässt sich die Vielfalt der Pflanzenwelt wohl so gut entdecken, wie in den botanischen Gärten in NRW. In Europa entstanden die ersten Anlagen um 1500. Universitäten nutzten sie damals, um Arzneipflanzen anzubauen und zu erforschen. Heute sind sie Orte der Erholung und Bildung für alle.
Das futuristische Kuppelgewächshaus im botanischen Garten in Düsseldorf
Viele botanische Gärten in NRW sind kostenlos zugänglich. Darunter die Gärten der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf und der Ruhr-Universität in Bochum. Ein besonderes Highlight in Düsseldorf ist neben den Pflanzen auch das futuristische Kuppelgewächshaus. Im Botanischen Garten in Bonn (täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet, donnerstags bis 20 Uhr) muss man allerdings am Wochenende und an Feiertagen Eintritt zahlen (4 Euro, ermäßigt 2 Euro).
Tierparks in Bielefeld, Alsdorf und Köln
Auch für Tierfreunde gibt es in NRW kostenlose Ausflugsziele. Der Heimat-Tierpark Olderdissen in Bielefeld öffnet an 365 Tagen im Jahr seine Tore. Rund 450 Tiere leben in dem 16-Hektar großen Park, darunter Luchse, Wölfe, Alpenmurmeltiere und sogar Braunbären.
Der Tierpark in Olderdissen im Schnee
00:34 Min.. Verfügbar bis 02.04.2028.
Im Süden von NRW liegt der Tierpark Alsdorf in der Städteregion Aachen. Auf etwa 20 Hektar leben etwa 300 überwiegend heimische Tiere wie Hirsche, Waschbären, Ziegen und Pferde. Viele der Tiere können gefüttert, manche auch gestreichelt werden.
Auch der Lindenthaler Tierpark in Köln ist ein beliebtes kostenloses Ausflugsziel. Mehr als 250 Tiere leben hier, darunter Hochlandrinder, Esel, Damwild und Geflügel. Bei einer digitalen Schnitzeljagd können Besucher Fragen beantworten und Aufgaben lösen. Sie erfahren dabei mehr über den Park, seine Tiere und die Auswirkungen des Klimawandels auf die Tierwelt.
Erlebnispfade
Ob Märchenweg in schönster Natur, Fotosafari oder Bierwanderung mit der Familie - in NRW laden die unterschiedlichsten Erlebnispfade dazu ein, die Natur und Umgebung spielerisch und kostenlos zu entdecken. Ein Beispiel ist der 1,5 Kilometer lange Walderlebnispfad "Siegquelle" zwischen Netphen und Bad Laasphe. An verschiedenen Erlebnisstationen können Spaziergänger Baumrinde ertasten, Tiere beobachten, Klanghölzer ausprobieren oder auf einer Waldgitarre spielen. Weitere Tipps für Erlebnispfade in NRW findest du hier:
In Nottuln im Kreis Coesfeld führt beispielsweise der Plattdeutsche Weg durch den Ort und vermittelt Wissenswertes über das münsterländische Plattdeutsch. Der Löwenzahn-Erlebnispfad in Nettersheim führt rund sechs Kilometer durch das Urfttal im Kreis Euskirchen. Und beim Bier-Erlebnispfad in Hallenberg erfahren Besucher mehr über die lange Brautradition des Sauerländer Ortes.
Barfußpfad und Kneipp-WanderWeg
Der Erlebnis-Barfußpfad in Bad Wünneberg im Kreis Paderborn erstreckt sich auf einer Länge von über einem Kilometer rund um einen Paddelteich. Barfuß läuft man durch den Bachlauf, über Rindenmulch, feine und grobe Kiesel, matschigen Lehm oder einfach nur über Rasen. Schließlich gilt es noch eine Hängebrücke zu überqueren.
Der 42 Kilometer lange "Kneipp-WanderWeg" in Olsberg verbindet Wandern und Wassertreten inmitten der sauerländischen Mittelgebirgslandschaft. Man wandert barfuß durch den Wald - und das auf dem deutschlandweit ersten und einzig zertifizierten Fernwanderweg. Bis Oktober kann man an insgesamt sechs natürlichen Wassertretstellen im Storchengang durchs Wasser waten.
Quellen:
- UNESCO-Welterbe Zollverein
- Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes NRW
- Märkischer Kreis
- Stadt Schloß Holte-Stukenbrock
- Heimatverein Greven e.V.
- Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland
- Heinrich Heine Universität Düsseldorf
- Stadt Bielefeld
- Tierpark Alsdorfer Weiher
- Verein der Freunde und Förderer des Lindenthaler Tierparks e.V.
- Sauerland-Tourismus e.V.
Sendung: WDR.de, Aktivitäten in den Sommerferien: Kostenlose Ausflugsziele in NRW, 18.07.2026, 05:47 Uhr.