Warum Wuppertal und Solingen so gut abschneiden

02:15 Min. Verfügbar bis 09.06.2028

Deutschlandweiter Hitzeschutz-Check Wuppertal und Solingen bleiben cool

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Asphalt, Beton und heiße Tage: Städte müssen selbst für Abkühlung sorgen. Was Wuppertal und Solingen besser machen als Andere.

Die besten Städte kommen aus dem Bergischen Land: Wuppertal und Solingen schneiden beim Hitze-Check der Deutschen Umwelthilfe neben Hattingen und Gummersbach am besten ab. Aber woran liegt das?

Wuppertal - gute langfristige Stadtplanung

Im Bergischen gibt es viel Grün - das kühlt schon mal gut ab. Neben Grünflächen und Klimaschutzmaßnahmen gibt es in Wuppertal auch noch konkrete Projekte, die sich positiv auf den Hitzschutzindex auswirken.


Schaut man genauer hin, profitiert Wuppertal besonders wegen der Tallage und den vielen Parks und Wäldern von einer grundlegenden Frischluftumgebung, die noch zusätzlich runterkühlt.

Hardt-Anlagen Wuppertal

Naherholung auf der Hardt

Zum Beispiel ist die Hardt-Anlage durch das viele Grün eine große "Verdunstungsfläche" - die liefert Abkühlung. Auch, dass der 57 Hektar große Innenstadtpark zwischen den Stadtteilen Elberfeld und Barmen für viele Stadtbewohner fußläufig erreichbar ist, bringt Punkte. Und auch in den Barmer Anlagen oder im Nordpark herrschen optimale Bedingungen für den Hitzeschutz.

Dagegen sind die versiegelten Bereiche auf der Talachse flächenmäßig eher klein und der Mittelwert super, erklärt Kirstin Lintjens vom Gesundheitsamt der Stadt.

Wuppertal gleicht aus, wo es geht

 Eine Schwebebahn fährt über der Wupper

Auch an der Wupper ist es kühl und grün

Trotzdem mussten kürzlich einige Bäume vor dem Barmer Rathaus für die Umgestaltung des Innenstadtbereichs weichen. Dort sorgen jetzt Pflanzen in Kübeln für ein bisschen Schatten. Die Stadt bemüht sich an vielen Stellen um Abkühlung durch Wasserspiele, zum Beispiel auf dem Von-der-Heydt-Platz.

Im offiziellen Hitzeaktionsplan der Stadt sind zum Beispiel Trinkwasserspender vorgesehen. Außerdem sollen Bürgerinnen und Bürger darüber aufgeklärt werden, was bei starker Hitze zu tun ist.


Individuelle Lösungen genau aufs Quartier zugeschnitten, können die Gesundheit und Lebensqualität erhalten.
Kirstin Lintjens, Gesundheitsamt Stadt Wuppertal
Mittelalte Frau mit braunen Haaren und einer braunen Brille

Simone Jäger lebt in Wuppertal

"Hier lebt es sich echt super. Hier im Luisenviertel gibt es so viele Plätze, wo man sich hinsetzen kann im Sommer mitten in der Stadt", sagt Wuppertalerin Simone Jäger.

Solingen pflanzt für jeden gefällten Baum einen neuen

Auch in Solingen hat man das Thema Klimaresilienz und Hitzeschutz auf dem Schirm. Dort werden für gefällte Bäume direkt neue gepflanzt, so die Stadt. Auch bei der Neugestaltung des Fronhofs in der Innenstadt werde aktuell genau darauf geachtet, wie viele Beete und Bäume gepflanzt werden.

Solingen profitiert außerdem von seinen Bachtälern und vielen bewaldeten Flächen in der Stadt. Das macht auch diese Stadt bei Hitze im Sommer insgesamt erträglicher.

Baumschutzsatzung - erfolgreich für Hitzeschutz

Solingen hat seit Ende der 1970er Jahre eine Baumschutzsatzung, was ein wesentlicher kommunaler Beitrag zum Schutz und Erhalt von Bäumen im besiedelten Bereich sei, so die Verwaltung. Dadurch bleibe viel alter Baumbestand mit entsprechender kühlender Blattmasse auf privaten Grundstücken erhalten.

Solingen legt großen Wert auf einen gesunden Straßenbaumbestand und schützt diesen Bereich. Dort werden keine Parkplätze oder Baustellen eingerichtet.

Hattingen - Ruhrtal und viel städtischer Wald

Ruhr fließt bei Hattingen

Die Ruhr kühlt Hattingen im Sommer

Auch Hattingen gilt als Positivbeispiel. Die Ausgangslage dort ist besonders gut: Das Ruhr-Tal kühlt sich in den Sommernächten ab und viel Waldfläche und landwirtschaftlich genutzte Fläche dienen als grüne Lunge der Stadt. Das hat sich positiv auf das Ergebnis der Deutschen Umwelthilfe ausgewirkt.

Zusätzlich engagiert sich die Stadt in Sachen Klimaschutz und achtet bei der Pflasterung möglichst auf helle Steine, die im Sommer weniger Hitze speichern. Zusätzlich gibt es ein spezielles Klimapflaster für den Straßenstraßenbelag. Es kann Wasser aufnehmen und anschließend verdunsten lassen. Außerdem würden Brachflächen nicht versiegelt, sondern immer neu genutzt werden, sagt Jens Hendrix, Baudezernent in Hattingen.

Bürger aktiv eingebunden

Weil der Klimaschutz der Stadt Hattingen am Herzen liegt, werden auch die Bürger aktiv einbezogen. Gießpatenschaften sorgen für den Erhaltung der Grünflächen und Pflanzen. In Wohnsiedlungen würden Dächer begrünt. Außerdem lernen schon die ganz Kleinen in Kindergarten und Schule etwas über die das Thema Hitze und Klimaschutz.

Unsere Quellen:

  • Pressemitteilung Deutsche Umwelthilfe
  • Stadt Wuppertal
  • Stadt Solingen

Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Bergisches Land, 09.06.2026, 19:30 Uhr

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