Zeitreise durch 385 Millionen Jahre altes Korallenriff
Bildquelle: WDR/Kristin TrübWDR. 5 Min. 51 Sek.. Verfügbar bis 11.09.2028.
Die Höhle gehört zum Kluterthöhlensystem, einem der größten Höhlensysteme Nordrhein-Westfalens. Entdeckt wurde die Bismarckhöhle bereits 1881. Während des Zweiten Weltkriegs diente sie als improvisierter Luftschutzbunker. Heute ist das Höhlensystem als Nationales Naturmonument (NNM) geschützt.
Knochenarbeit unter Tage enthüllt Fossilien
Damit die Höhle wieder zugänglich werden konnte, mussten zahlreiche Ehrenamtliche des Arbeitskreises Kluterthöhle zunächst tonnenweise Schutt, Schlacke und Müll beseitigen. Anschließend wurden die Wände aufwendig gereinigt. Dabei kamen beeindruckende Fossilien und Strukturen eines uralten Korallenriffs zum Vorschein.
Fossilien und Strukturen aus einer lange vergangenen Zeit offenbarten sich in der Bismarckhöhle.
Bildquelle: WDR/Kristin Trüb„Wie ein Krimi“, beschreibt Stefan Voigt vom Arbeitskreis Kluterthöhle die Freilegung. Mit jedem gereinigten Abschnitt habe sich ein weiteres „Fenster in die Erdgeschichte“ geöffnet.
385 Millionen Jahre unter der Erde
An den Wänden lassen sich Spuren der damaligen Unterwasserwelt erkennen. Zu sehen sind unter anderem fossile Korallen und Stromatoporen - das sind schwammähnliche Riffbildner, die vor Millionen von Jahren die Meereslandschaft prägten. "Man sieht hier bis in kleinste Detail die Strukturen, wer konnte mit wem, wer hat wen gekillt, wer hat mit wem interagiert", erklärt Voigt.
Das kleine Gewässer hier erinnert an die Meereslandschaft, die hier vor Millionen von Jahren war.
Bildquelle: WDR/Kristin TrübNina Caroline Kapellner von der Stadtverwaltung Ennepetal gehört zu den ersten, die heute in die Höhle durften und ist beeindruckt:
"Unglaublich wenn man sieht, was freigelegt worden ist, was über die Jahre nicht sichtbar war und verschüttet war. Es ist ergreifend." Nina Caroline Kapellner, Stadtverwaltung Ennepetal
Ein Spielplatz im Luftschutzbunker
Neben den geologischen Schätzen stößt man in der Höhle auch auf Zeugnisse jüngerer Geschichte. Überreste eines Spielplatzes erinnern daran, dass die Bismarckhöhle im Zweiten Weltkrieg als Luftschutzraum genutzt wurde. Reste eines Karussells und einer Wippe sind bis heute erhalten.
Für Stefan Voigt und sein Team ist die Arbeit noch lange nicht abgeschlossen. Auch künftig wollen die Ehrenamtlichen weitere Bereiche der Bismarckhöhle freilegen und erforschen. Jede neu geöffnete Passage könnte weitere Einblicke in die Geschichte des urzeitlichen Korallenriffs und die Nutzung der Höhle im Zweiten Weltkrieg liefern.
Stefan Voigt ist Höhlenforscher vom Arbeitskreis Kluterthöhle e.V. Für ihn war die Erforschung der Bismarckhöhle "wie ein Krimi."
Bildquelle: WDR/Kristin TrübFür Besucher gibt es an den Sonntagen 13. und 20. September die Möglichkeit die Höhle zu besuchen.
Unsere Quellen:
- Beobachtungen der WDR-Reporterin vor Ort
- Gespräch der WDR-Reporterin mit Stefan Voigt
Sendung: WDR 2, WDR 2 für das Ruhrgebiet, 11.09.2026, 17:30 Uhr