Der Fotograf Helge Tscharn.

Fotos aus den 90ern Die goldene Ära des Skateboardings

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Mehr als nur Sport: Der Fotograf Helge Tscharn dokumentiert das Skateboarding Ende des vergangenen Jahrtausends.

Früher war das Streetskaten rebellisch, sagt Helge Tscharn. Heute sei es geleckt. Was aber nicht nur an den Skatern liegt, sondern auch an ihren Möglichkeiten, ihren Sport oder ihre Subkultur auszuüben. Zwar wuchsen damals immer mehr Skateparks aus dem Boden, aber an immer mehr Orten wurde das Skaten verboten. Zum Beispiel auf der Kölner Domplatte. Heute treffen sich die Recken der 90er dort noch einmal im Jahr, aber nicht, um zu skaten.

Drei Blitze und Stunden in der Dunkelkammer

Wenn Helge Tscharn im Interview mit WDR3 auf die alte Zeit zurückblickt, dann schimmert da immer noch die Begeisterung von damals durch, aber auch eine gehörige Portion Wehmut. In den 1990ern war Fotografieren noch beinahe körperliche Arbeit. Helge Tscharn lag mit seiner analogen Kamera im Dreck, benutzte drei Blitze und verbrachte Stunden in der Dunkelkammer. Heute sei das Fotografieren dank der Handys inflationär. Überhaupt Handys: Tscharn bezeichnet sie als den größten Killer überhaupt.

Die goldene Ära - Skateboarding als Bildgeschichte

WDR 3 Resonanzen 14.09.2026 10 Min. 2 Sek. Verfügbar bis 14.09.2027 WDR 3

Ausverkauf des Skateboardings?

Früher sei man einfach rausgegangen. Skateboarden war eine eigene Jugendkultur. Mit Baggy-Klamotten, wie sie heute auch wieder modern sind. Die zum Beispiel habe sich der HipHop von den Skatern abgeguckt, und nicht umgekehrt. Heute ist Skateboarden sogar Teil von Olympia. Wen wundert es, dass Helge Tscharn kein Freund davon ist. Da gehe es nur um vier, fünf Tricks, die man überall konstant abrufen könne. Mit dem Streetskaten von früher hat das seiner Meinung nach nichts zu tun.

Ein Bild, das alles aussagt

Sein Fotobuch mit 300 Bildern auf 200 Seiten holt die alte Zeit zurück. Es ist ein Dokument besonders der deutschen Skatboardszene von damals. Gibt es ein Bild in seinem Buch, was alles aus dieser Epoche aussagt? Ja, sagt Helge Tscharn: Klaus Dieter Spahn sei damals der beste Streetskater in Deutschland gewesen. Vor dem Kaiserbau, einem nie vollendeten Hochhaus in Spich, steht er mit einer riesigen Jacke, riesen Hosen, Skateboard in der Hand, Rollen so klein wie die Kugellager. Das sei es.

Unsere Quellen:

  • Helge Tscharn Golden Era Book
  • Interview WDR3

Sendung: WDR3, Resonanzen14.09.2026, 19:12 Uhr 

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