Geschichten, die im Ohr bleiben WDR 3 Kulturfeature

Außergewöhnliche Biografien und neue Perspektiven auf Kultur und Gesellschaft - das WDR 3 Kulturfeature erzählt besondere Geschichten, die im Kopf bleiben und die Welt bewegen. Hier anhören und downloaden.

Download? Rechte Maustaste!

Um das Audio herunterzuladen, klicken Sie bitte mit der rechten Maustaste auf "Download". Dann wählen Sie "Ziel speichern unter ..." oder "Link speichern unter ...", um das Audio zu speichern.

Zum Raum wird hier die Zeit – 150 Jahre Bayreuther Festspiele

Zum Raum wird hier die Zeit – 150 Jahre Bayreuther Festspiele WDR 3 Kulturfeature 25.07.2026 54:50 Min. Verfügbar bis 24.07.2099 WDR 3 Von Frank Hallbach

Auf dem grünen Hügel wird seit 150 Jahren Musikgeschichte geschrieben – und gestritten. Bayreuth ist Mythos, Machtzentrum und Krisenherd zugleich. Zwischen Wagner-Erbe und Gegenwart ringt das Festival um seine Zukunft.

Richard Wagner schuf im oberfränkischen Bayreuth seine eigene Bühne – eine „Scheune“ für Götter, Drachen und Weltenbrand. Seit 1876 bestimmen die Wagners die Festspiele, doch ihre Geschichte verläuft alles andere als gradlinig: frühe Misserfolge, ideologische Vereinnahmung im Nationalsozialismus, schließlich der künstlerische Aufbruch des „Neu-Bayreuth“. Heute steht das Festival erneut unter Druck: Finanzielle Engpässe, ästhetische Konflikte und strukturelle Fragen fordern das Haus heraus. Zwischen Traditionspflege und radikaler Erneuerung entscheidet sich, wohin Bayreuth steuert. Ein Feature von Frank Halbach. Produktion: BR 2026


Richard Wagner schuf im oberfränkischen Bayreuth seine eigene Bühne – eine „Scheune“ für Götter, Drachen und Weltenbrand. Seit 1876 bestimmen die Wagners die Festspiele, doch ihre Geschichte verläuft alles andere als gradlinig: frühe Misserfolge, ideologische Vereinnahmung im Nationalsozialismus, schließlich der künstlerische Aufbruch des „Neu-Bayreuth“. Heute steht das Festival erneut unter Druck: Finanzielle Engpässe, ästhetische Konflikte und strukturelle Fragen fordern das Haus heraus. Zwischen Traditionspflege und radikaler Erneuerung entscheidet sich, wohin Bayreuth steuert.

Ein Feature von Frank Halbach. Produktion: BR 2026

Die ewige Miss Marple – Das bizarre Leben der Margret Rutherford

Die ewige Miss Marple – Das bizarre Leben der Margret Rutherford WDR 3 Kulturfeature 18.07.2026 53:54 Min. Verfügbar bis 17.07.2099 WDR 3 Von Hannelore Hippe

Margaret Rutherford ist bekannt als die einzig wahre Verkörperung von Agatha Christies schrulliger Detektivin "Miss Marple", In dieser Rolle wird die englische Schauspielerin und Oscar-Preisträgerin bis heute verehrt.

Margret Rutherford kam erst mit 33 Jahren in einem Shakespeare-Stück zu ihrem ersten Bühnenauftritt. International bekannt wurde sie in der Hauptrolle in dem Film „16h50 ab Paddington“, der Verfilmung eines Krimis von Agatha Christie. Die fand sie allerdings in der Rolle der säuerlichen alten Jungfer viel zu komisch. Den Krimi ihres eigenen Lebens versuchte Margret Rutherford vor der Öffentlichkeit zu verbergen: Ihr eigener Vater erschlug ihren Großvater in einer Pension mit einem Nachttopf. Immer in Geldnöten, blieb Rutherford zeitlebens eine Getriebene: nirgendwo zu Hause, außer auf der Bühne, die ihr Leben bedeutete. Ein Feature von Hannelore Hippe. Produktion: DLR Kultur/NDR/SWR 2012


Margret Rutherford kam erst mit 33 Jahren in einem Shakespeare-Stück zu ihrem ersten Bühnenauftritt. International bekannt wurde sie in der Hauptrolle in dem Film „16h50 ab Paddington“, der Verfilmung eines Krimis von Agatha Christie. Die fand sie allerdings in der Rolle der säuerlichen alten Jungfer viel zu komisch. Den Krimi ihres eigenen Lebens versuchte Margret Rutherford vor der Öffentlichkeit zu verbergen: Ihr eigener Vater erschlug ihren Großvater in einer Pension mit einem Nachttopf. Immer in Geldnöten, blieb Rutherford zeitlebens eine Getriebene: nirgendwo zu Hause, außer auf der Bühne, die ihr Leben bedeutete.

Ein Feature von Hannelore Hippe. Produktion: DLR Kultur/NDR/SWR 2012

Mit Worten die Gespenster bannen – Das literarische Labyrinth des Antonio Lobo Antunes

Mit Worten die Gespenster bannen – Das literarische Labyrinth des Antonio Lobo Antunes WDR 3 Kulturfeature 11.07.2026 53:44 Min. Verfügbar bis 10.07.2027 WDR 3 Von Kerstin Kilanowski

Antonio Lobo Antunes gehört zu den großen literarischen Stimmen Portugals. Seit Ende der 70er Jahre veröffentlicht er umfangreiche, hochkomplexe Romane, die den Mythos der ehemaligen Welt- und Seemacht demontieren. Ein Arsenal macht-, geld- und sexgieriger Figuren bevölkert Antunes Werk, doch zugleich sind diese Menschen Opfer ihres selbstverschuldeten Unglücks.

Für die Stimmenvielfalt seiner Bücher hat der Autor eine Technik entwickelt, die mit dem Begriff "Bewußtseinsstrom" nur unzureichend erfaßt wird. Hinter den historischen und politischen Themen werden aber auch die zentralen Fragen der conditio humana erkennbar: nach der Identität, der Liebe, dem Sinn des Lebens und die Angst vor dem näherrückenden Tod.  Ein Feature von Kerstin Kilanowski. Produktion: NDR 2005


Für die Stimmenvielfalt seiner Bücher hat der Autor eine Technik entwickelt, die mit dem Begriff "Bewußtseinsstrom" nur unzureichend erfaßt wird. Hinter den historischen und politischen Themen werden aber auch die zentralen Fragen der conditio humana erkennbar: nach der Identität, der Liebe, dem Sinn des Lebens und die Angst vor dem näherrückenden Tod. 

Ein Feature von Kerstin Kilanowski. Produktion: NDR 2005

Einzelne Menschen lernen, die Menschheit nicht – Der Holocaust-Überlebende Leslie Baruch Brent

Einzelne Menschen lernen, die Menschheit nicht – Der Holocaust-Überlebende Leslie Baruch Brent WDR 3 Kulturfeature 04.07.2026 44:02 Min. Verfügbar bis 03.07.2099 WDR 3 Von Heike Tauch und Florian Goldberg

Als Forscher macht Leslie Baruch-Brent bahnbrechende Entdeckungen auf dem Gebiet der Immuntoleranz, als Aktivist engagiert er sich für die gesellschaftlichen Underdogs. Im Jahr 2019 kurz vor seinem Tod trifft ihn die Autorin Heike Tauch in London.

1926 als Lothar Baruch in Köslin (Kozsalin) in eine jüdische Familie geboren, kam Baruch-Brent 1938 mit dem ersten Kindertransport nach England. Seine Angehörigen wurden später von den Nazis ermordet. Nachdem Brent auf Seiten Großbritanniens noch am 2. Weltkrieg teilnahm, widmete er sein weiteres Leben der Toleranz.  Das Leben als Flüchtling und das Bedürfnis dem Gastland beizutragen; Fragen der ethnischen, religiösen und persönlichen Identität; die Universalität der Menschenrechte; die Notwendigkeit freier wissenschaftlicher Forschung; die moralische Ambivalenz von Tierversuchen sowie nicht zuletzt die drückende Frage nach der Zukunft Europas und der offenen Gesellschaft überhaupt, darum geht es in den Gesprächen.  Ein Feature von Heike Tauch und Florian Goldberg. Produktion: DLF 2025


1926 als Lothar Baruch in Köslin (Kozsalin) in eine jüdische Familie geboren, kam Baruch-Brent 1938 mit dem ersten Kindertransport nach England. Seine Angehörigen wurden später von den Nazis ermordet. Nachdem Brent auf Seiten Großbritanniens noch am 2. Weltkrieg teilnahm, widmete er sein weiteres Leben der Toleranz. 
Das Leben als Flüchtling und das Bedürfnis dem Gastland beizutragen; Fragen der ethnischen, religiösen und persönlichen Identität; die Universalität der Menschenrechte; die Notwendigkeit freier wissenschaftlicher Forschung; die moralische Ambivalenz von Tierversuchen sowie nicht zuletzt die drückende Frage nach der Zukunft Europas und der offenen Gesellschaft überhaupt, darum geht es in den Gesprächen. 

Ein Feature von Heike Tauch und Florian Goldberg.
Produktion: DLF 2025

Einmal muss das Fest ja kommen. Ingeborg Bachmann und Hans Werner Henze

Einmal muss das Fest ja kommen. Ingeborg Bachmann und Hans Werner Henze WDR 3 Kulturfeature 27.06.2026 54:19 Min. Verfügbar bis 26.06.2099 WDR 3 Von Helmut Böttiger

Ingeborg Bachmann, die Lyrikerin, und Hans Werner Henze, den Komponisten, verband mehr als eine Künstlerfreundschaft. Doch worauf ihre Beziehung gründete, war von Anfang an in ein geheimnisvolles Dämmerlicht gehüllt.

Ingeborg Bachmann und Hans Werner Henze waren fast gleich alt. Mit 26 Jahren trafen sie sich auf einer Tagung der Gruppe 47. Mit Henze wagte Bachmann den Aufbruch nach Süden. Die gemeinsamen Monate auf Ischia im Jahr 1953 bilden den mythischen Ausgangspunkt ihrer Beziehung. Ingeborg Bachmanns Gedichtzyklus „Lieder von einer Insel“ kündet genauso davon wie ihr Hörspiel „Die Zikaden“, zu dem Henze die Musik  schrieb. Bachmann und Henze erlebten ekstatische Augenblicke der Gemeinsamkeit in der Kunst – und deprimierende Abstürze im alltäglichen Leben. Spätestens mit der Uraufführung seines „Undine“-Balletts in London 1958 wird Henze zum internationalen Star. Bachmann hingegen erleidet durch die Beziehung mit Max Frisch ihr Lebenstrauma, ihre Äußerungen werden immer karger und verzweifelter. Mit dem Doppelportrait von Helmut Böttiger erinnert WDR 3 an den 100.Geburtstag der beiden große Künstler Im Sommer 2026 Ein Feature von Helmut Böttiger. Produktion: DLF Kultur 2006


Ingeborg Bachmann und Hans Werner Henze waren fast gleich alt. Mit 26 Jahren trafen sie sich auf einer Tagung der Gruppe 47. Mit Henze wagte Bachmann den Aufbruch nach Süden. Die gemeinsamen Monate auf Ischia im Jahr 1953 bilden den mythischen Ausgangspunkt ihrer Beziehung. Ingeborg Bachmanns Gedichtzyklus „Lieder von einer Insel“ kündet genauso davon wie ihr Hörspiel „Die Zikaden“, zu dem Henze die Musik  schrieb. Bachmann und Henze erlebten ekstatische Augenblicke der Gemeinsamkeit in der Kunst – und deprimierende Abstürze im alltäglichen Leben. Spätestens mit der Uraufführung seines „Undine“-Balletts in London 1958 wird Henze zum internationalen Star. Bachmann hingegen erleidet durch die Beziehung mit Max Frisch ihr Lebenstrauma, ihre Äußerungen werden immer karger und verzweifelter.

Mit dem Doppelportrait von Helmut Böttiger erinnert WDR 3 an den 100.Geburtstag der beiden große Künstler Im Sommer 2026

Ein Feature von Helmut Böttiger. Produktion: DLF Kultur 2006

Maria und die schweren Jungs von Warschau

Maria und die schweren Jungs von Warschau WDR 3 Kulturfeature 20.06.2026 49:20 Min. Verfügbar bis 19.06.2027 WDR 3 Von Johanna Rubinroth und Tanja Krüger

Praga heißt ein Stadtteil in Warschau, in dem die Armut groß und die Kriminalität hoch ist. Alkoholiker, Dealer und Hehler hängen vor heruntergekommenen Häusern ab, und nicht wenige Warschauer meiden diesen Bezirk.

Hier arbeitet Marysia. Die 70-jährige Dame jüdischer Herkunft hat ein Kulturzentrum aufgebaut, eine Bibliothek, eine Anlaufstelle. Auf Du und Du mit den Straftätern weiß sie, was sie brauchen. Und auch sie lieben sie. Marysia: Ein Lichtblick im oft trüben Licht Pragas. Ein Feature von Johanna Rubinrot und Tanja Krüger. Produktion SWR 2025


Hier arbeitet Marysia. Die 70-jährige Dame jüdischer Herkunft hat ein Kulturzentrum aufgebaut, eine Bibliothek, eine Anlaufstelle. Auf Du und Du mit den Straftätern weiß sie, was sie brauchen. Und auch sie lieben sie. Marysia: Ein Lichtblick im oft trüben Licht Pragas.

Ein Feature von Johanna Rubinrot und Tanja Krüger. Produktion SWR 2025

Der Klang der Vielfalt – Ein Trans-Chor findet seine Stimmen

Der Klang der Vielfalt – Ein Trans-Chor findet seine Stimmen WDR 3 Kulturfeature 13.06.2026 53:48 Min. Verfügbar bis 12.06.2099 WDR 3 Von Nele Dehnenkamp und Timo Stukenberg

Wenn Menschen ihr Geschlecht angleichen, verändern sie häufig auch ihre Stimme. Für den ausgebildeten Sänger Marius Bernard war dieser Prozess so herausfordernd, dass er während seiner Transition beinahe aufgehört hätte zu singen. Um anderen diese Erfahrung zu ersparen, gründete er das “Berliner Transemble” – einen der wenigen Chöre für trans Menschen in Deutschland.

Für seine Mitglieder ist der Chor ein geschützter Raum, in dem sie ihre Stimme trainieren und mit ihr experimentieren können. Als Chorleiter arbeitet Marius bewusst ohne feste Stimmzuschreibungen: Alle entscheiden selbst und immer wieder neu, wie “weiblich” oder “männlich” sie klingen wollen. Damit fragt der Chor auch: Wie hängen Körper, Identität und Stimme zusammen? Ein Feature von Nele Dehnenkamp und Timo Stukenberg. Produktion: WDR/DLF Kultur 2026


Für seine Mitglieder ist der Chor ein geschützter Raum, in dem sie ihre Stimme trainieren und mit ihr experimentieren können. Als Chorleiter arbeitet Marius bewusst ohne feste Stimmzuschreibungen: Alle entscheiden selbst und immer wieder neu, wie “weiblich” oder “männlich” sie klingen wollen. Damit fragt der Chor auch: Wie hängen Körper, Identität und Stimme zusammen?

Ein Feature von Nele Dehnenkamp und Timo Stukenberg. Produktion: WDR/DLF Kultur 2026

Die Pianistin Martha Argerich – Königin des Klaviers

Die Pianistin Martha Argerich – Königin des Klaviers WDR 3 Kulturfeature 06.06.2026 54:05 Min. Verfügbar bis 05.06.2099 WDR 3 Von Matthias Kremin

Martha Argerich ist eine lebende Legende. Seit ihrer Jugend verblüfft die argentinisch-schweizerische Künstlerin mit großem Ausdruck und schier unerschöpflicher Energie auf der Konzertbühne.

Die am 5. Juni 1941 in Buenos Aires geborene Pianistin erhielt schon mit 16 erste Preise in Bozen und Genf. Mit 20 hatte sie sich aus dem Konzertbetrieb zurückgezogen, nur um mit 24 den Chopin-Wettbewerb zu gewinnen. Heute hallt ihr Name wie Donnerhall, sie gilt als eine der besten Pianistinnen der Welt. Matthias Kremin auf Spurensuche nach dem Mythos Martha Argerich. Ein Feature von Matthias Kremin. Produktion: WDR 2026


Die am 5. Juni 1941 in Buenos Aires geborene Pianistin erhielt schon mit 16 erste Preise in Bozen und Genf. Mit 20 hatte sie sich aus dem Konzertbetrieb zurückgezogen, nur um mit 24 den Chopin-Wettbewerb zu gewinnen. Heute hallt ihr Name wie Donnerhall, sie gilt als eine der besten Pianistinnen der Welt. Matthias Kremin auf Spurensuche nach dem Mythos Martha Argerich.

Ein Feature von Matthias Kremin. Produktion: WDR 2026

H.W. Henze: Gepflasterte Wege eines Komponisten

H.W. Henze: Gepflasterte Wege eines Komponisten WDR 3 Kulturfeature 04.06.2026 54:14 Min. Verfügbar bis 03.06.2099 WDR 3 Von Holger Preuße und Philipp Quiring

Hans Werner Henze war einer der bedeutendsten Komponisten Deutschlands: politisch links, intellektuell vernetzt, wohlhabend und stark angefeindet. Eine Spurensuche zu seinem 100. Geburtstag am 1. Juli.

Henzes Werkverzeichnis ist schier grenzenlos: Der gebürtige Gütersloher schrieb Opern, Sinfonien, Kammermusik, Lieder und Oratorien … aber nicht alles ist korrekt erfasst und erforscht. Holger Preuße und Philipp Quiring begeben sich auf Entdeckungsreise in Archive, Bibliotheken und nach Hause zu einer Sängerin: Sie finden bislang unveröffentlichte Noten und bringen die Musik hier erstmals zu Gehör. Ein Feature von Holger Preuße und Philipp Quiring. Produktion: WDR 2026


Henzes Werkverzeichnis ist schier grenzenlos: Der gebürtige Gütersloher schrieb Opern, Sinfonien, Kammermusik, Lieder und Oratorien … aber nicht alles ist korrekt erfasst und erforscht. Holger Preuße und Philipp Quiring begeben sich auf Entdeckungsreise in Archive, Bibliotheken und nach Hause zu einer Sängerin: Sie finden bislang unveröffentlichte Noten und bringen die Musik hier erstmals zu Gehör.

Ein Feature von Holger Preuße und Philipp Quiring.
Produktion: WDR 2026

Jōhatsu in Japan – Wenn Menschen verdunsten

Jōhatsu in Japan – Wenn Menschen verdunsten WDR 3 Kulturfeature 30.05.2026 54:40 Min. Verfügbar bis 29.05.2099 WDR 3 Von Andreas Hartmann

Jedes Jahr verschwinden in Japan Tausende Menschen spurlos. Bekannt als Jōhatsu, oder „die Verdunsteten“, geben sie ihr altes Leben auf. Um ihr Untertauchen perfekt zu organisieren, lassen sich einige von professionellen Dienstleistern unterstützen.

Der 22jährige Kazuki kehrt eines Tages nicht mehr in sein Wohnheim zurück. Herr Sugimoto verlässt seine Frau und Kinder schweren Herzens, aus Angst vor Schuldeneintreibern. Und eine Frau mit Wahnvorstellungen will ihren Nachbarn entkommen, von denen sie sich verfolgt fühlt. Die verzweifelten Angehörigen können in Japan kaum auf die Hilfe der Polizei hoffen. Sie geben die Suche dennoch nicht auf. Andreas Hartmann hat Verschwundene und Zurückgelassene interviewt. Er erkundet, warum das professionell unterstützte "Verdunsten" eine gute Lösung sein kann in einer Kultur, in der Gesichtswahrung und Familienehre alles bedeutet. Ein Feature von Andreas Hartmann. Produktion: DLF/SWR/ORF 2025


Der 22jährige Kazuki kehrt eines Tages nicht mehr in sein Wohnheim zurück. Herr Sugimoto verlässt seine Frau und Kinder schweren Herzens, aus Angst vor Schuldeneintreibern. Und eine Frau mit Wahnvorstellungen will ihren Nachbarn entkommen, von denen sie sich verfolgt fühlt. Die verzweifelten Angehörigen können in Japan kaum auf die Hilfe der Polizei hoffen. Sie geben die Suche dennoch nicht auf. Andreas Hartmann hat Verschwundene und Zurückgelassene interviewt. Er erkundet, warum das professionell unterstützte "Verdunsten" eine gute Lösung sein kann in einer Kultur, in der Gesichtswahrung und Familienehre alles bedeutet.

Ein Feature von Andreas Hartmann. Produktion: DLF/SWR/ORF 2025

Die neue Welt der alten Klänge: Die Kuijken-Brüder

Die neue Welt der alten Klänge: Die Kuijken-Brüder WDR 3 Kulturfeature 25.05.2026 52:48 Min. Verfügbar bis 25.05.2099 WDR 3 Von Thomas Daun

Viele Märchen erzählen von drei Brüdern, die die Welt erobern wollen – wie die Kuijkens, die in den 1960ern zu den „Jungen Wilden“ gehörten und barocke Klänge mit neuen Ideen und Impulsen belebten.

Wieland, Sigiswald und Barthold Kuijken, zwischen 1938 und 49 in Dilbeek bei Brüssel geboren, sind wichtige Wegbereiter der „Alte-Musik-Bewegung“. Die Belgier erzählen von ihrer Suche nach dem Klangideal vergangener Jahrhunderte und den Widerständen der etablierten Musikwelt. Thomas Daun porträtiert die Brüder als Interpreten, Forscher und Lehrer und blickt mit ihnen auf heutige Entwicklungen. Ein Feature von Thomas Daun. Produktion: WDR 2019


Wieland, Sigiswald und Barthold Kuijken, zwischen 1938 und 49 in Dilbeek bei Brüssel geboren, sind wichtige Wegbereiter der „Alte-Musik-Bewegung“. Die Belgier erzählen von ihrer Suche nach dem Klangideal vergangener Jahrhunderte und den Widerständen der etablierten Musikwelt. Thomas Daun porträtiert die Brüder als Interpreten, Forscher und Lehrer und blickt mit ihnen auf heutige Entwicklungen.

Ein Feature von Thomas Daun. Produktion: WDR 2019

Hommage à György Kurtág

Hommage à György Kurtág WDR 3 Kulturfeature 23.05.2026 53:45 Min. Verfügbar bis 22.05.2099 WDR 3 Von Jean-Claude Kuner

György Kurtág, 100 Jahre alt, gilt als einer der einflussreichsten lebenden Komponisten. Seine Musik charakterisieren extreme Konzentration und Verdichtung. Ein Portrait

György Kurtág schöpft in seiner Musik aus tiefgreifender Kenntnis der Musiktradition, die er im freien Zugriff verwandelt. Immer wieder hat er Hommage-Miniaturen komponiert, die von seinen Beziehungen und Einflüssen erzählen. Wie ein komplexes und dicht gewobenes Netzwerk in seinem Schaffen wirken die Rückgriffe auf Literatur, Kunst, und Musik. Auf Kafka, Hölderlin und Beckett, Bach und Anton Webern. Mit unveröffentlichtem Tonmaterial aus dem Berliner Wissenschaftskolleg und Aufnahmen anlässlich von Kurtágs erster Opernarbeit zu Becketts „Endspiel“, die 2018 in der Mailänder Scala uraufgeführt wurde,  komponiert das Feature ein künstlerisch-akustisches Portrait. Ein Feature von Jean-Claude Kuner. Produktion: YLE Finnland 2016


György Kurtág schöpft in seiner Musik aus tiefgreifender Kenntnis der Musiktradition, die er im freien Zugriff verwandelt. Immer wieder hat er Hommage-Miniaturen komponiert, die von seinen Beziehungen und Einflüssen erzählen. Wie ein komplexes und dicht gewobenes Netzwerk in seinem Schaffen wirken die Rückgriffe auf Literatur, Kunst, und Musik. Auf Kafka, Hölderlin und Beckett, Bach und Anton Webern. Mit unveröffentlichtem Tonmaterial aus dem Berliner Wissenschaftskolleg und Aufnahmen anlässlich von Kurtágs erster Opernarbeit zu Becketts „Endspiel“, die 2018 in der Mailänder Scala uraufgeführt wurde,  komponiert das Feature ein künstlerisch-akustisches Portrait.

Ein Feature von Jean-Claude Kuner. Produktion: YLE Finnland 2016

Ausweitung der Kunstzone – Vom Glück, Editionen zu besitzen

Ausweitung der Kunstzone – Vom Glück, Editionen zu besitzen WDR 3 Kulturfeature 16.05.2026 54:15 Min. Verfügbar bis 15.05.2099 WDR 3 Von Thorsten Jantschek

Kunsteditionen sind mehr als bloße Vervielfältigungen. Als kulturelle Artefakte verkörpern sie ein demokratisches Versprechen: Kunst ist für alle da, nicht nur für eine Schicht betuchter Sammlerinnen und Sammler.

Was als Reproduktionskunst begann, ist heute eine eigenständige Kunstform. Serien, Auflagen und Multiples bringen Originale ins Wohnzimmer und lösen Kunst aus der exklusiven Sphäre des Unikats. Kunst- und Grafikvereine setzen diese Idee um – allen voran die Griffelkunst‑Vereinigung, die 2025 ihr 100‑jähriges Bestehen feierte. Editionsformate von Druckgrafik bis Tattoo zeigen: Teilen ist in dem Fall kein Verlust, sondern erzeugt eine Gemeinschaft. Ein Feature von Thorsten Jantschek. Produktion: DLF 2025


Was als Reproduktionskunst begann, ist heute eine eigenständige Kunstform. Serien, Auflagen und Multiples bringen Originale ins Wohnzimmer und lösen Kunst aus der exklusiven Sphäre des Unikats. Kunst- und Grafikvereine setzen diese Idee um – allen voran die Griffelkunst‑Vereinigung, die 2025 ihr 100‑jähriges Bestehen feierte. Editionsformate von Druckgrafik bis Tattoo zeigen: Teilen ist in dem Fall kein Verlust, sondern erzeugt eine Gemeinschaft.

Ein Feature von Thorsten Jantschek. Produktion: DLF 2025

Es war Frieden. Was würden wir daraus machen?

Es war Frieden. Was würden wir daraus machen? WDR 3 Kulturfeature 09.05.2026 54:10 Min. Verfügbar bis 08.05.2099 WDR 3 Von Martin Hartwig und Lydia Heller

Am 8. Mai 1945 kapituliert Deutschland, der Zweite Weltkrieg ist vorbei. Wie fühlte sich dieser Moment an – in Berlin, London oder an der Front? Archivtöne und Tagebucheinträge fangen Augenblicke zwischen Erleichterung, Jubel und tastender Hoffnung ein.

Ein 15‑jährige KZ-Überlebender notiert in sein Tagebuch: „Es war Frieden. Was würden wir daraus machen?“ Das Radiofeature von Martin Hartwig und Lydia Heller greift diese Frage auf und führt sie in die Gegenwart. Stimmen, Erinnerungen und Reflexionen verdichten sich zu einer akustischen Collage über das Ende des Krieges – und über die fragile Aufgabe, Frieden zu gestalten. Ein Feature von Martin Hartwig und Lydia Heller. Produktion: DLF Kultur 2025


Ein 15‑jährige KZ-Überlebender notiert in sein Tagebuch: „Es war Frieden. Was würden wir daraus machen?“ Das Radiofeature von Martin Hartwig und Lydia Heller greift diese Frage auf und führt sie in die Gegenwart. Stimmen, Erinnerungen und Reflexionen verdichten sich zu einer akustischen Collage über das Ende des Krieges – und über die fragile Aufgabe, Frieden zu gestalten.

Ein Feature von Martin Hartwig und Lydia Heller. Produktion: DLF Kultur 2025

"Steck nie den Kopf in eine Hundehütte!" – Mit den Peanuts die Welt sehen

"Steck nie den Kopf in eine Hundehütte!" – Mit den Peanuts die Welt sehen WDR 3 Kulturfeature 02.05.2026 54:13 Min. Verfügbar bis 01.05.2099 WDR 3 Von Markus Metz und Georg Seeßlen

Im Oktober 1950 veröffentlichte Charles M. Schulz seinen ersten „Peanuts“-Strip. Die kurzen Geschichten um Charlie Brown und seine Freunde gelten als comicgewordene Philosophie.

Die Alltagsgeschichten amerikanischer Vorstadt-Kids haben Generationen begleitet. Klar, denn der ewige Loser Charlie Brown, Beethoven-Verehrer Schroeder, die kratzbürstige Lucy und natürlich Hund Snoopy haben die besten Antworten auf die fundamentale Fragen des Lebens. Im Feature beziehen Wissenschaftler und Künstler Stellung zu den philosophischen, moralischen und politischen Motiven der Comic Strips. Ein Feature von Markus Metz und Georg Seeßlen. Produktion: DLF 2020


Die Alltagsgeschichten amerikanischer Vorstadt-Kids haben Generationen begleitet. Klar, denn der ewige Loser Charlie Brown, Beethoven-Verehrer Schroeder, die kratzbürstige Lucy und natürlich Hund Snoopy haben die besten Antworten auf die fundamentale Fragen des Lebens. Im Feature beziehen Wissenschaftler und Künstler Stellung zu den philosophischen, moralischen und politischen Motiven der Comic Strips.

Ein Feature von Markus Metz und Georg Seeßlen.
Produktion: DLF 2020

Hört das nie auf? Lebenslanges Üben

Hört das nie auf? Lebenslanges Üben WDR 3 Kulturfeature 01.05.2026 54:36 Min. Verfügbar bis 01.05.2099 WDR 3 Von Martina Seeber

Hören Musiker irgendwann auf zu üben? Oder verwandelt sich das Üben in eine Lebenshaltung? Mit jeder Übeminute kann man wertvolle Zeit totschlagen – oder dem Sinn des Lebens auf der Spur sein.

Der Amateur sucht den nächsten Ton – Geigenvirtuosin Patricia Kopatchinskaja die Magie. Täglich tauchen sie in eine andere Welt: in der Hoffnung auf Perfektion und auf dem Weg zum nächsten Level. Aber übt der Handwerker an meiner Gastherme noch? Und wie ist es bei der intimsten aller Übungen, dem Sex? Auf der Suche nach dem Sinn des Übens begegnet Martina Seeber viel Arbeit, aber auch dem Glück. Ein Feature von Martina Seeber. Produktion: WDR 2026


Der Amateur sucht den nächsten Ton – Geigenvirtuosin Patricia Kopatchinskaja die Magie. Täglich tauchen sie in eine andere Welt: in der Hoffnung auf Perfektion und auf dem Weg zum nächsten Level. Aber übt der Handwerker an meiner Gastherme noch? Und wie ist es bei der intimsten aller Übungen, dem Sex? Auf der Suche nach dem Sinn des Übens begegnet Martina Seeber viel Arbeit, aber auch dem Glück.

Ein Feature von Martina Seeber.
Produktion: WDR 2026

Harper Lee, Truman Capote und der amerikanische Süden

Harper Lee, Truman Capote und der amerikanische Süden WDR 3 Kulturfeature 25.04.2026 53:44 Min. Verfügbar bis 24.04.2027 WDR 3

Harper Lee und Truman Capote, zwei der großen amerikanischen Schriftsteller des zwanzigsten Jahrhunderts, verband  eine Kinderfreundschaft. Haus an Haus wuchsen sie in einer ländlichen Kleinstadt in Alabama auf. Was sie literarisch bewegte, ist dort bis heute präsent.

Klein, exzentrisch, mit heller Stimme – Truman Capote war ein Außenseiter in Monroeville, Alabama. Und auch Harper Lee passte nicht richtig in die kleine Gemeinde: Am liebsten las sie oder schrieb mit Capote Geschichten auf einer Schreibmaschine, die ihr Vater gekauft hatte, ein bekannter Anwalt der Gegend. Als Jugendlicher zog Capote mit Mutter und Stiefvater nach New York. Lee folgte ihm nach Abbruch ihres Studiums. In New York schrieb sie ihren Südstaatenroman  „Wer die Nachtigall“ stört, in dem auch Capote als Figur auftaucht. Lee unterstützte Capote bei den Recherchen für seinen Tatsachenroman „Kaltblütig“, der ein neues Genre begründete. Dann zerbrach ihre Freundschaft. In ihren vielverkauften Romanen erzählen Capote und Lee vom Leben im amerikanischen Süden, von Rassismus und Ungerechtigkeit – Themen, die bis heute aktuell sind. Ein Feature von Marc Bädorf und Konstantin Schönfelder. Produktion: HR 2023


Klein, exzentrisch, mit heller Stimme – Truman Capote war ein Außenseiter in Monroeville, Alabama. Und auch Harper Lee passte nicht richtig in die kleine Gemeinde: Am liebsten las sie oder schrieb mit Capote Geschichten auf einer Schreibmaschine, die ihr Vater gekauft hatte, ein bekannter Anwalt der Gegend. Als Jugendlicher zog Capote mit Mutter und Stiefvater nach New York.
Lee folgte ihm nach Abbruch ihres Studiums. In New York schrieb sie ihren Südstaatenroman  „Wer die Nachtigall“ stört, in dem auch Capote als Figur auftaucht. Lee unterstützte Capote bei den Recherchen für seinen Tatsachenroman „Kaltblütig“, der ein neues Genre begründete. Dann zerbrach ihre Freundschaft. In ihren vielverkauften Romanen erzählen Capote und Lee vom Leben im amerikanischen Süden, von Rassismus und Ungerechtigkeit – Themen, die bis heute aktuell sind.

Ein Feature von Marc Bädorf und Konstantin Schönfelder.
Produktion: HR 2023

Antigone im Amazonas – Milo Rau und das Ungeheuer Mensch

Antigone im Amazonas – Milo Rau und das Ungeheuer Mensch WDR 3 Kulturfeature 18.04.2026 54:13 Min. Verfügbar bis 17.04.2027 WDR 3 Von Nina Hellenkemper

Milo Rau sucht in seinen Theaterinszenierungen nach einer Politik des Widerstands. Mit Schauspielern und Aktivisten aus der brasilianischen Landlosenbewegung erarbeitete er seine Version des antiken Tragödie „Antigone“. An dem Ort, an dem vor 30 Jahren die brasilianische Militärpolizei ein Blutbad unter protestierenden Landarbeitern anrichtete.

In Ruanda, im Kongo und Irak hat Milo Rau künstlerisch mit Akteuren vor Ort zusammengearbeitet. Im brasilianischen Amazonasstaat Pará entstand 2022 eine Version der „Antigone“, der antiken Tragödie über die Hybris der Macht. Mit Indigenen,  Schauspielern und Aktivisten der Landlosenbewegung MST erzählt Milo Rau vom Kampf der Menschheit gegen ihren selbstverschuldeten Untergang durch Profitgier und Verblendung. In der Produktion spiegelt sich der politische Kampf der Landlosen gegen Großgrundbesitzer und Agrobusiness, die für Weidefläche und Sojaproduktion im Amazonasgebiet den Urwald abholzen. Trauriger Höhepunkt dieses Konfliktes: das „Massaker von Eldorado Carajas“, bei dem am 17. April 1996 ein Protestmarsch der Landlosen von der Polizei unter tödlichem Einsatz von Schusswaffen gestoppt wurde. Ein Feature von Nina Hellenkemper. Produktion: WDR 2023


In Ruanda, im Kongo und Irak hat Milo Rau künstlerisch mit Akteuren vor Ort zusammengearbeitet. Im brasilianischen Amazonasstaat Pará entstand 2022 eine Version der „Antigone“, der antiken Tragödie über die Hybris der Macht. Mit Indigenen,  Schauspielern und Aktivisten der Landlosenbewegung MST erzählt Milo Rau vom Kampf der Menschheit gegen ihren selbstverschuldeten Untergang durch Profitgier und Verblendung. In der Produktion spiegelt sich der politische Kampf der Landlosen gegen Großgrundbesitzer und Agrobusiness, die für Weidefläche und Sojaproduktion im Amazonasgebiet den Urwald abholzen. Trauriger Höhepunkt dieses Konfliktes: das „Massaker von Eldorado Carajas“, bei dem am 17. April 1996 ein Protestmarsch der Landlosen von der Polizei unter tödlichem Einsatz von Schusswaffen gestoppt wurde.

Ein Feature von Nina Hellenkemper. Produktion: WDR 2023

Kein Leben wie im Märchen – Frieda Fischer und ihr Museum für Ostasiatische Kunst

Kein Leben wie im Märchen – Frieda Fischer und ihr Museum für Ostasiatische Kunst WDR 3 Kulturfeature 11.04.2026 54:14 Min. Verfügbar bis 10.04.2099 WDR 3 Von Berit Hempel

Erst bestaunt und verehrt, dann von den Nazis verfolgt: Frieda Fischer-Wieruszowski; Mitbegründerin des „Museums für Ostasiatische Kunst“ in Köln.

„Ein Leben wie im Märchen“ überschrieb 1974 eine Zeitung ihren Artikel zum 100. Geburtstag von Frieda Fischer und klammerte dabei den tragischen Teil ihres Lebens einfach aus. Als junge Frau war Frieda Fischer (1874-1945) mit ihrem ersten Mann Adolf mehrere Jahre durch Ostasien gereist. Das Ehepaar sammelte asiatische Kunstgegenstände. Ausgestellt wurden ihre wertvollen Erwerbungen bald in einem eigens gebauten Museum für Ostasiatische Kunst in Köln. Nach dem plötzlichen Tod ihres Mannes im Jahr 1914 übernimmt Frieda Fischer die Leitung des Museums. Rund zwanzig Jahre hütete sie die Schätze des Hauses. Dann werfen die Nationalsozialisten sie aus ihrem Amt - Frieda Fischer hatte in zweiter Ehe einen Juden geheiratet. Verarmt und völlig rechtlos flieht das Ehepaar aus Köln. Frieda Fischer stirbt wenige Monate nach dem Tod ihres zweiten Mannes am 27. Dezember 1945 in Berlin.   Ein Feature von Berit Hempel. Produktion: WDR 2021


„Ein Leben wie im Märchen“ überschrieb 1974 eine Zeitung ihren Artikel zum 100. Geburtstag von Frieda Fischer und klammerte dabei den tragischen Teil ihres Lebens einfach aus. Als junge Frau war Frieda Fischer (1874-1945) mit ihrem ersten Mann Adolf mehrere Jahre durch Ostasien gereist. Das Ehepaar sammelte asiatische Kunstgegenstände. Ausgestellt wurden ihre wertvollen Erwerbungen bald in einem eigens gebauten Museum für Ostasiatische Kunst in Köln.
Nach dem plötzlichen Tod ihres Mannes im Jahr 1914 übernimmt Frieda Fischer die Leitung des Museums. Rund zwanzig Jahre hütete sie die Schätze des Hauses. Dann werfen die Nationalsozialisten sie aus ihrem Amt - Frieda Fischer hatte in zweiter Ehe einen Juden geheiratet. Verarmt und völlig rechtlos flieht das Ehepaar aus Köln. Frieda Fischer stirbt wenige Monate nach dem Tod ihres zweiten Mannes am 27. Dezember 1945 in Berlin.  

Ein Feature von Berit Hempel. Produktion: WDR 2021

Indien und die Beatles – Auf den Spuren einer anhaltenden Faszination

Indien und die Beatles – Auf den Spuren einer anhaltenden Faszination WDR 3 Kulturfeature 04.04.2026 53:41 Min. Verfügbar bis 03.04.2027 WDR 3 Von Sigrid Pfeffer

Blumenbekränzte Popstars in einem Ashram am Ufer des Ganges – diese Fernsehbilder gingen rund um den Globus. Es war ein medienwirksames Aufeinandertreffen von westlicher und östlicher Kultur. Doch wer hat eigentlich wen inspiriert?

Im Februar 1968 reisten die Beatles mit ihren Ehefrauen nach Rishikesh in Indien, um im Ashram des Gurus Maharishi Mahesh Yogi zu meditieren. Der Besuch der britischen Musiker war beileibe nicht der erste Brückenschlag zwischen zwei Welten: Jazz und Beat waren längst in Indien angekommen. Tatsächlich aber bedeutete der Besuch in Rishikesh eine tiefe Zäsur. Der Westen begann sich für die klassische indische Musik zu interessieren. Und für indische Musiker veränderte sich durch die Beatles der Blick auf Musik überhaupt. Zeitzeugen aus der vielfältigen indischen Musikszene von damals und heute erzählen, wie sie persönlich von den Beatles und westlicher Musik beeinflusst wurden. Darunter der Journalist Ajoy Bose, der einen Dokumentarfilm über die Beatles in Indien produziert hat, die Musikproduzentin Kiss Nuka und der DJ und Plattensammler Nishant Mittal. Ein Feature von Sigrid Pfeffer. Produktion: WDR 2023


Im Februar 1968 reisten die Beatles mit ihren Ehefrauen nach Rishikesh in Indien, um im Ashram des Gurus Maharishi Mahesh Yogi zu meditieren. Der Besuch der britischen Musiker war beileibe nicht der erste Brückenschlag zwischen zwei Welten: Jazz und Beat waren längst in Indien angekommen. Tatsächlich aber bedeutete der Besuch in Rishikesh eine tiefe Zäsur. Der Westen begann sich für die klassische indische Musik zu interessieren. Und für indische Musiker veränderte sich durch die Beatles der Blick auf Musik überhaupt.
Zeitzeugen aus der vielfältigen indischen Musikszene von damals und heute erzählen, wie sie persönlich von den Beatles und westlicher Musik beeinflusst wurden. Darunter der Journalist Ajoy Bose, der einen Dokumentarfilm über die Beatles in Indien produziert hat, die Musikproduzentin Kiss Nuka und der DJ und Plattensammler Nishant Mittal.

Ein Feature von Sigrid Pfeffer. Produktion: WDR 2023

Alexander der Kluge: Portrait des Intellektuellen als staunendes Kind

Alexander der Kluge: Portrait des Intellektuellen als staunendes Kind WDR 3 Kulturfeature 28.03.2026 53:41 Min. Verfügbar bis 27.03.2031 WDR 3 Von Cornelia Zetzsche

Schreiben hieß für ihn: Alternativen denken. Alexander Kluge erforschte Phänomene des Alltags - mit politischer Verantwortung, Neugier und der Spielfreude eines Kindes. Mit 94 Jahren ist der große Kreative unter den Intellektuellen gestorben.

Alexander Kluge war Filmemacher, Schriftsteller, Fernsehproduzent und in allem: Autor. Ein Universalist, der generös seine Wunderkammer öffnet und teilhaben lässt an seinem vernetzten Denken. Kluges überbordendes Pluriversum lebt von der Gleichzeitigkeit aus Damals und Heute, Empathie und Sachlichkeit, Kunst und Wissenschaft, Fakten und Fiktion, alles geboren aus "der Beobachtung eines Textes, der sich Wirklichkeit nennt". Alexander Kluge ist ohne die zahlreichen Kooperationen mit Kunst- und Filmschaffenden, Musikern, Schauspielerinnen, Philosophen und Wissenschaftlern nicht zu denken. Und so kommen, neben dem großen Intellektuellen mit der Stimme des 13-Jährigen, auch Kollegen und Weggefährtinnen wie Ann Cotten, Hannelore Hoger, Anselm Kiefer, Edgar Reitz, Helge Schneider und Ferdinand von Schirach zu Wort. Ein Feature von Cornelia Zetzsche. Produktion: BR 2020


Alexander Kluge war Filmemacher, Schriftsteller, Fernsehproduzent und in allem: Autor. Ein Universalist, der generös seine Wunderkammer öffnet und teilhaben lässt an seinem vernetzten Denken. Kluges überbordendes Pluriversum lebt von der Gleichzeitigkeit aus Damals und Heute, Empathie und Sachlichkeit, Kunst und Wissenschaft, Fakten und Fiktion, alles geboren aus "der Beobachtung eines Textes, der sich Wirklichkeit nennt". Alexander Kluge ist ohne die zahlreichen Kooperationen mit Kunst- und Filmschaffenden, Musikern, Schauspielerinnen, Philosophen und Wissenschaftlern nicht zu denken. Und so kommen, neben dem großen Intellektuellen mit der Stimme des 13-Jährigen, auch Kollegen und Weggefährtinnen wie Ann Cotten, Hannelore Hoger, Anselm Kiefer, Edgar Reitz, Helge Schneider und Ferdinand von Schirach zu Wort.

Ein Feature von Cornelia Zetzsche. Produktion: BR 2020

Podcast-Empfehlung: Riefenstahl – Influencerin des Bösen

Podcast-Empfehlung: Riefenstahl – Influencerin des Bösen WDR 3 Kulturfeature 20.03.2026 01:33 Min. Verfügbar bis 20.03.2027 WDR 3 Von Katja Paysen-Petersen

Leni Riefenstahl – der Name ist bis heute weltbekannt. Sie gilt als eine der einflussreichsten deutschen Filmregisseurinnen. Das Krasse daran: Ihre größten Erfolge waren Propagandafilme für Hitler und sein Regime. Bis zu ihrem Tod hat Riefenstahl aber ihre Verstrickung mit den Nazis kleingeredet und dabei oft gelogen, was das Zeug hält.

In „Riefenstahl – Influencerin des Bösen“ zeichnet Katja Paysen-Petersen Riefenstahls Leben neu nach. Sie hat bislang unveröffentlichte Interviews aus deren Nachlass mit anderen historischen Quellen abgeglichen und erzählt, wie aus einer ehrgeizigen Künstlerin die zentrale Propagandistin des nationalsozialistischen Deutschlands wurde. „Riefenstahl – Influencerin des Bösen“ ist die neueste Staffel vom Podcast „Alles Geschichte“. Jetzt hören in ARD Sounds: https://1.ard.de/kulturfeature_tipp_riefenstahl


In „Riefenstahl – Influencerin des Bösen“ zeichnet Katja Paysen-Petersen Riefenstahls Leben neu nach. Sie hat bislang unveröffentlichte Interviews aus deren Nachlass mit anderen historischen Quellen abgeglichen und erzählt, wie aus einer ehrgeizigen Künstlerin die zentrale Propagandistin des nationalsozialistischen Deutschlands wurde.
„Riefenstahl – Influencerin des Bösen“ ist die neueste Staffel vom Podcast „Alles Geschichte“. Jetzt hören in ARD Sounds:
https://1.ard.de/kulturfeature_tipp_riefenstahl

Der Sound der Erde – Eine Expedition in den Boden 

Der Sound der Erde – Eine Expedition in den Boden  WDR 3 Kulturfeature 21.03.2026 54:41 Min. Verfügbar bis 20.03.2099 WDR 3 Von Anna Marie Goretzki

Der Boden unter unseren Füßen ist voller Leben. Mit speziellen Mikrofonen stößt man dort in ein Reich außerirdisch wirkender Klänge vor: Es knarzt und knurpselt, es knackst und knistert. Aber dieses Leben ist bedroht.

Die Böden unserer Erde sind besiedelt von unzähligen Lebewesen. Sie sind der artenreichste Lebensraum auf unserem Planeten - und dennoch weitgehend unerforschtes Terrain. Das Feature bricht zu einer Expedition in die Tiefen des Bodens auf, die sich mittels akustischer Methoden erkunden lassen. Ohne den Boden und die Pflanzen, die er hervorbringt, könnten wir Menschen nicht leben. Die Sounds, die aus der Erde kommen, sollten uns deshalb aufhorchen lassen. Denn sie machen bewusst, wie gefährdet dieses fragile Universum ist.  Ein Feature von Anna Marie Goretzki. Produktion WDR 2026.


Die Böden unserer Erde sind besiedelt von unzähligen Lebewesen. Sie sind der artenreichste Lebensraum auf unserem Planeten - und dennoch weitgehend unerforschtes Terrain. Das Feature bricht zu einer Expedition in die Tiefen des Bodens auf, die sich mittels akustischer Methoden erkunden lassen. Ohne den Boden und die Pflanzen, die er hervorbringt, könnten wir Menschen nicht leben. Die Sounds, die aus der Erde kommen, sollten uns deshalb aufhorchen lassen. Denn sie machen bewusst, wie gefährdet dieses fragile Universum ist. 

Ein Feature von Anna Marie Goretzki. Produktion WDR 2026.

Der Mann im Mond – Ein Radio-Ballett mit Charlie Chaplin

Der Mann im Mond – Ein Radio-Ballett mit Charlie Chaplin WDR 3 Kulturfeature 14.03.2026 52:19 Min. Verfügbar bis 13.03.2099 WDR 3 Von Evelyn Dörr

Wenn überhaupt ein Einzelner das Kino verkörpern kann, dann wohl er: Charlie Chaplin, der Tramp, der Stummfilmkomiker, der Filmproduzent. Wer war dieser kleine Mann mit Stöckchen, über den die ganze Welt gelacht hat?

Charles Spencer Chaplin, 1889 in London geboren, war der erste Weltstar der jungen Kunstform Film. In den USA feierte er Erfolge in Stummfilmkomödien, 1919 gründete er mit anderen Leinwandstars die Filmgesellschaft United Artists. Als Produzent, Regisseur und Hauptdarsteller in einer Person schuf er Filmklassiker wie „Lichter der Großstadt“, „Moderne Zeiten“, „Der große Diktator“. Auch die Filmmusik in seinen Filmen komponierte Chaplin in den meisten Fällen selbst. Mit den Stimmen von Schaupielgrößen wie Ingrid van Bergen und Dominique Horwitz verfolgt das Feature den Lebensweg Chaplins, vagabundierend als  einsamer Aristokrat, als Prophet und Dichter, für den das Leben komisch und tragisch, gut und schlecht, schön und gemein ist - sehr kosmisch und sehr irdisch zugleich. Ein Feature von Evelyn Dörr. Produktion WDR 2002


Charles Spencer Chaplin, 1889 in London geboren, war der erste Weltstar der jungen Kunstform Film. In den USA feierte er Erfolge in Stummfilmkomödien, 1919 gründete er mit anderen Leinwandstars die Filmgesellschaft United Artists. Als Produzent, Regisseur und Hauptdarsteller in einer Person schuf er Filmklassiker wie „Lichter der Großstadt“, „Moderne Zeiten“, „Der große Diktator“. Auch die Filmmusik in seinen Filmen komponierte Chaplin in den meisten Fällen selbst. Mit den Stimmen von Schaupielgrößen wie Ingrid van Bergen und Dominique Horwitz verfolgt das Feature den Lebensweg Chaplins, vagabundierend als  einsamer Aristokrat, als Prophet und Dichter, für den das Leben komisch und tragisch, gut und schlecht, schön und gemein ist - sehr kosmisch und sehr irdisch zugleich.

Ein Feature von Evelyn Dörr. Produktion WDR 2002

Der Beat ist die Revolution – Der Schriftsteller Peter Schneider

Der Beat ist die Revolution – Der Schriftsteller Peter Schneider WDR 3 Kulturfeature 07.03.2026 53:45 Min. Verfügbar bis 06.03.2027 WDR 3

Peter Schneider, Sohn eines Kapellmeisters, ist mit Musik groß geworden. Zum Solo-Violinisten fühlte er sich nicht berufen, er wurde Schriftsteller. Jetzt ist der große Chronist der 68-Bewegung gestorben.

Mit der Erzählung „Lenz“ schrieb Peter Schneider 1973 das Kultbuch der undogmatischen Linken. Der Text spiegelt die politische Sozialisation des Autors, seine Entwicklung vom SPD–Wahlhelfer zum SDS-Aktivisten, seine Entscheidung für die Literatur. Die Poetisierung der Lebensumstände wird Grundthema seines Schreibens, mit Musik als Hintergrundstrahlung. Im „Lenz“ liefern Songs Sentenzen für die Lebenskunst, im großen Roman „Vivaldi und seine Töchter“ von 2019 rückt die Musik dann auch thematisch in den Vordergrund. Musik ist die Mitgift für die Rhythmisierung der Schrift und des Alltags. Ohne Musik wäre für Peter Schneider Leben und Schreiben ein Irrtum. Ein Feature von Theo Roos, Produktion: WDR 2023.


Mit der Erzählung „Lenz“ schrieb Peter Schneider 1973 das Kultbuch der undogmatischen Linken. Der Text spiegelt die politische Sozialisation des Autors, seine Entwicklung vom SPD–Wahlhelfer zum SDS-Aktivisten, seine Entscheidung für die Literatur. Die Poetisierung der Lebensumstände wird Grundthema seines Schreibens, mit Musik als Hintergrundstrahlung. Im „Lenz“ liefern Songs Sentenzen für die Lebenskunst, im großen Roman „Vivaldi und seine Töchter“ von 2019 rückt die Musik dann auch thematisch in den Vordergrund. Musik ist die Mitgift für die Rhythmisierung der Schrift und des Alltags. Ohne Musik wäre für Peter Schneider Leben und Schreiben ein Irrtum.
Ein Feature von Theo Roos, Produktion: WDR 2023.

Die Kraft der Reduktion – Minimalismus in der Kunst

Die Kraft der Reduktion – Minimalismus in der Kunst WDR 3 Kulturfeature 28.02.2026 53:59 Min. Verfügbar bis 27.02.2099 WDR 3 Von Rainer Praetorius

Steve Reich und andere Vertreter der Minimal Music haben die Musikwelt beeinflusst. Club Music wie House oder Techno sind die populärste Spätfolge. Minimalismus findet sich aber auch in anderen Kunstbereichen wie der Malerei, dem Film oder dem Design.

Das Grundmuster der Kachel-Gemälde des holländischen Malers Piet Mondrian wird bis in die Gegenwart in Mode und Werbung aufgegriffen. Der Franzose Yves Klein wurde durch seine monochromen Bilder weltberühmt. Pop-Art-Künstler Andy Warhol praktizierte in seinen frühen Filmen Extrem-Minimalismus und das legendär minimalistische Produktdesign der Firma Braun fand weltweit Beachtung. Jahrzehnte und viele iPhones und iPads später bedankte sich der Apple-Chefdesigner höchstpersönlich bei seinem Braun-Kollegen für die Inspiration. Ein Feature von Rainer Praetorius. Produktion: DLF 2017


Das Grundmuster der Kachel-Gemälde des holländischen Malers Piet Mondrian wird bis in die Gegenwart in Mode und Werbung aufgegriffen. Der Franzose Yves Klein wurde durch seine monochromen Bilder weltberühmt. Pop-Art-Künstler Andy Warhol praktizierte in seinen frühen Filmen Extrem-Minimalismus und das legendär minimalistische Produktdesign der Firma Braun fand weltweit Beachtung. Jahrzehnte und viele iPhones und iPads später bedankte sich der Apple-Chefdesigner höchstpersönlich bei seinem Braun-Kollegen für die Inspiration.

Ein Feature von Rainer Praetorius. Produktion: DLF 2017

Anatomie der Melancholie. Der bosnische Autor Dževad Karahasan

Anatomie der Melancholie. Der bosnische Autor Dževad Karahasan WDR 3 Kulturfeature 21.02.2026 52:37 Min. Verfügbar bis 20.02.2099 WDR 3 Von Tobias Wenzel

Vor 30 Jahren im Februar 1996  endete die blutige Belagerung der Stadt Sarajewo im Herzen Bosniens. Der Schriftsteller Dževad Karahasan hatte der Stadt während des Bosnienkrieges mit seinen Büchern eine unverwechselbare Stimme gegeben.

Dževad Karahasan wurde 1953 im heutigen Bosnien-Herzegowina geboren. Die Vielvölkerstadt Sarajewo war für ihn Imagination des Vergangenen und Hoffnungsbild für das Bessere. Als während der Belagerung Sarajevos durch die bosnisch-serbischen Truppen unter General Mladić ein Granatsplitter in die Bibliothek Dževad Karahasans einschlägt und eine hübsche Ausgabe des „Grünen Heinrich“ zerstört, fragt sich der bosnische Autor, was um Himmels willen der serbische Granatwerfer gegen Gottfried Kellers Roman habe. Erst später, ergänzt er, realisierten er und seine Frau, dass anstelle der Bücher auch sie selbst hätten getroffen werden können. Dževad Karahasan ist am 19.5. 2023 in Graz gestorben. Ein Feature von Tobias Wenzel. Produktion: WDR 2022


Dževad Karahasan wurde 1953 im heutigen Bosnien-Herzegowina geboren. Die Vielvölkerstadt Sarajewo war für ihn Imagination des Vergangenen und Hoffnungsbild für das Bessere. Als während der Belagerung Sarajevos durch die bosnisch-serbischen Truppen unter General Mladić ein Granatsplitter in die Bibliothek Dževad Karahasans einschlägt und eine hübsche Ausgabe des „Grünen Heinrich“ zerstört, fragt sich der bosnische Autor, was um Himmels willen der serbische Granatwerfer gegen Gottfried Kellers Roman habe. Erst später, ergänzt er, realisierten er und seine Frau, dass anstelle der Bücher auch sie selbst hätten getroffen werden können. Dževad Karahasan ist am 19.5. 2023 in Graz gestorben.

Ein Feature von Tobias Wenzel. Produktion: WDR 2022

„Ich versuchte jemand zu sein“ – der italienische Cantautore Luigi Tenco

„Ich versuchte jemand zu sein“ – der italienische Cantautore Luigi Tenco WDR 3 Kulturfeature 14.02.2026 53:40 Min. Verfügbar bis 13.02.2099 WDR 3 Von Ariane Kessissoglou

Auch für diese unruhige Zeiten war es ein außerordentlicher Akt des Protests: 1967 erschoss sich der italienische Sänger und Cantautore Luigi Tenco nach seinem Auftritt beim Schlagerfestival San Remo.

Es war das rätselhafte Ende einer vielversprechenden Karriere. Nachdem Luigi Tenco mit seinem Lied „Ciao amore ciao“, das er gemeinsam mit Dalida vorgetragen hatte, auf dem Schlagerfestival San Remo durchgefallen und nicht ins Finale gekommen war, brachte er sich in seinem Hotelzimmer um. In seinem Abschiedsbrief schrieb der 28-jährige: „Das ist mein Protest gegen ein Publikum, das ’Io, tu e le rose’ ins Finale bringt und gegen eine Jury, die ’La Rivoluzione’ auswählt. Ich hoffe, dass es manchen zur Einsicht bringt. Ciao, Luigi".  Das Feature folgt den Spuren eines großen Talents, das in seinen Liedern das Politische in den kleinen Dingen zum Vorschein bracht. Ein Feature von Ariane Kessissoglou. Produktion: WDR 2012


Es war das rätselhafte Ende einer vielversprechenden Karriere. Nachdem Luigi Tenco mit seinem Lied „Ciao amore ciao“, das er gemeinsam mit Dalida vorgetragen hatte, auf dem Schlagerfestival San Remo durchgefallen und nicht ins Finale gekommen war, brachte er sich in seinem Hotelzimmer um. In seinem Abschiedsbrief schrieb der 28-jährige: „Das ist mein Protest gegen ein Publikum, das ’Io, tu e le rose’ ins Finale bringt und gegen eine Jury, die ’La Rivoluzione’ auswählt. Ich hoffe, dass es manchen zur Einsicht bringt. Ciao, Luigi".  Das Feature folgt den Spuren eines großen Talents, das in seinen Liedern das Politische in den kleinen Dingen zum Vorschein bracht.

Ein Feature von Ariane Kessissoglou. Produktion: WDR 2012

Das Märchen von Nettetal - Die unglaubliche(n) Geschichte(n) des Dinçer Güçyeter

Das Märchen von Nettetal - Die unglaubliche(n) Geschichte(n) des Dinçer Güçyeter WDR 3 Kulturfeature 07.02.2026 54:50 Min. Verfügbar bis 06.02.2099 WDR 3 Von Manuel Gogos

In „Unser Deutschlandmärchen“ erzählt Dinçer Güçyeter von Kindheit und Familie, von Migration und den Widersprüchen des Aufwachsens in Deutschland. Im Gespräch mit Manuel Gogos zeigt der türkische Autor, wie er aus Erinnerungen Literatur formt.

Als Kind muss er im Bordell seines Onkels die schmutzigen Laken wechseln. In der Kneipe seines Vaters ist er für die Musikauswahl zuständig. In der Wohnung über der Kneipe führen die Frauen der Familie ihre Gespräche. Dinçer Güçyeter hat sie in „Unser Deutschlandmärchen" erzählt. Und seine Heimatstadt Nettetal zu einem Ort auf der literarischen Landkarte gemacht. Ein Feature von Manuel Gogos. Produktion: SWR 2025


Als Kind muss er im Bordell seines Onkels die schmutzigen Laken wechseln. In der Kneipe seines Vaters ist er für die Musikauswahl zuständig. In der Wohnung über der Kneipe führen die Frauen der Familie ihre Gespräche. Dinçer Güçyeter hat sie in „Unser Deutschlandmärchen" erzählt. Und seine Heimatstadt Nettetal zu einem Ort auf der literarischen Landkarte gemacht.

Ein Feature von Manuel Gogos. Produktion: SWR 2025

Mit Knackfrosch, Kiesel und Kassette - Die Komponistin Carola Bauckholt

Mit Knackfrosch, Kiesel und Kassette - Die Komponistin Carola Bauckholt WDR 3 Kulturfeature 31.01.2026 53:36 Min. Verfügbar bis 01.05.2099 WDR 3 Von Sabine Fringes

Wie klingt die Welt, die uns umgibt? Die Komponistin Carola Bauckholt verwandelt Alltagsgeräusche in Musik: Da gibt es Schlagzeuger, die mit knarzenden Regenjacken und Reißverschlüssen performen und Sängerinnen, die mit Hilfe eines Staubsaugers die Luft neu vertonen.

Carola Bauckholt, Jahrgang 1959, fand über das Theater und die bildende Kunst zu ihrer Musik. Sie gibt Musikern ungewohnte Instrumente an die Hand und den Geräuschen eine Bühne: Von schwingender Kassettenhülle über Knackfrösche und Kieselsteine - ihr Klangspektrum ist groß. Aus Geräuschen formt sie Musik, dem Wesen des Klangs auf der Spur. Wie klingt die Welt, die uns umgibt? Ein Feature von Sabine Fringes. Produktion: WDR 2024


Carola Bauckholt, Jahrgang 1959, fand über das Theater und die bildende Kunst zu ihrer Musik. Sie gibt Musikern ungewohnte Instrumente an die Hand und den Geräuschen eine Bühne: Von schwingender Kassettenhülle über Knackfrösche und Kieselsteine - ihr Klangspektrum ist groß. Aus Geräuschen formt sie Musik, dem Wesen des Klangs auf der Spur. Wie klingt die Welt, die uns umgibt?

Ein Feature von Sabine Fringes. Produktion: WDR 2024

Die Stumme Kattrin mit zwei „T“

Die Stumme Kattrin mit zwei „T“ WDR 3 Kulturfeature 24.01.2026 53:48 Min. Verfügbar bis 23.01.2099 WDR 3 Von David Zane Mairowitz

Gemeinsam mit seiner Frau fasst der DDR-Theaterregisseur Peter Kupke bei einem Auslandsaufenthalt den Entschluss in Dänemark zu bleiben. Ihre Tochter Kattrin lassen sie in der DDR zurück – ein Entschluss mit Folgen.

Das ist eine Geschichte aus den 70er-Jahren in der DDR, eine Familientragödie zwischen Vater, Mutter und Tochter. Für Kattrin Kupke bedeutete die „Republik-Flucht“ der Eltern das sofortige Ende ihrer Ausbildung zur Schauspielerin. Fast fünfzig Jahre später erinnert sie sich an diese Zeit, in der für sie alles anders wurde.    Ein Feature von David Zane Mairowitz. Produktion: MDR 2024


Das ist eine Geschichte aus den 70er-Jahren in der DDR, eine Familientragödie zwischen Vater, Mutter und Tochter. Für Kattrin Kupke bedeutete die „Republik-Flucht“ der Eltern das sofortige Ende ihrer Ausbildung zur Schauspielerin. Fast fünfzig Jahre später erinnert sie sich an diese Zeit, in der für sie alles anders wurde.  
Ein Feature von David Zane Mairowitz. Produktion: MDR 2024 

Von der Poesie des Abschieds – Gespräche mit Julian Barnes

Von der Poesie des Abschieds – Gespräche mit Julian Barnes WDR 3 Kulturfeature 17.01.2026 50:57 Min. Verfügbar bis 16.01.2099 WDR 3 Von Thomas David

Julian Barnes gehört zu den großen europäischen Erzählern. Elegant hat er die Gattungsgrenzen des Romans verschoben, um existenzielle Fragen zu erkunden. Am 19. Januar wird der englische Schriftsteller Julian Barnes achtzig Jahre alt.

«Abschied(e)» hat Julian Barnes sein neues Buch übertitelt. In ihm greift er noch einmal die großen Themen seines Lebens auf. Und er verabschiedet sich vom Publikum, das er mit Titeln wie „Flauberts Papagei“ oder „Der Mann im roten Rock“ begeistert hat. Dieses Buch nun soll sein letztes sein. Thomas David hat Barnes mehr als zwei Jahrzehnte lang als Leser begleitet und eine Reihe von Gesprächen mit ihm geführt. Er erinnert sich  an ihre Begegnungen und nimmt seinerseits Abschied vom großen Erzähler. Ein Feature von Thomas David. Produktion: WDR 2026


«Abschied(e)» hat Julian Barnes sein neues Buch übertitelt. In ihm greift er noch einmal die großen Themen seines Lebens auf. Und er verabschiedet sich vom Publikum, das er mit Titeln wie „Flauberts Papagei“ oder „Der Mann im roten Rock“ begeistert hat. Dieses Buch nun soll sein letztes sein. Thomas David hat Barnes mehr als zwei Jahrzehnte lang als Leser begleitet und eine Reihe von Gesprächen mit ihm geführt. Er erinnert sich  an ihre Begegnungen und nimmt seinerseits Abschied vom großen Erzähler.

Ein Feature von Thomas David. Produktion: WDR 2026

Kinder, Kunst, Karriere – Mütter im Kulturbetrieb

Kinder, Kunst, Karriere – Mütter im Kulturbetrieb WDR 3 Kulturfeature 10.01.2026 54:08 Min. Verfügbar bis 09.01.2099 WDR 3 Von Teresa Schomberg

„Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit“ – so lautet ein geflügeltes Wort, und man möchte sofort ergänzen: „Familie ist schön, macht aber viel Arbeit.“

Wie kann beides zusammen gehen? Wir begleiten drei bildende Künstlerinnen durch ihren Alltag. Esther Rosenboom hat das Kunststudium abgeschlossen und wenige Wochen später ihr Baby bekommen. Caroline Kryzecki und Sandra Schlipköter sind seit über zehn Jahren im Kunstbetrieb aktiv, Carolines Sohn geht in die Kita, Sandras Tochter in die Schule. Wir sind dabei, wenn Esther mit dem Baby eine Vernissage besucht, um in der Szene präsent zu bleiben. Wenn Caroline versucht, sich nach einer Krankheitswelle wieder im Atelier zu konzentrieren. Oder wenn Sandra mit ihrer Tochter diskutiert, warum sie als Künstlerin so viel arbeitet. Ein Feature von Teresa Schomberg. Produktion: DLF 2025


Wie kann beides zusammen gehen? Wir begleiten drei bildende Künstlerinnen durch ihren Alltag. Esther Rosenboom hat das Kunststudium abgeschlossen und wenige Wochen später ihr Baby bekommen. Caroline Kryzecki und Sandra Schlipköter sind seit über zehn Jahren im Kunstbetrieb aktiv, Carolines Sohn geht in die Kita, Sandras Tochter in die Schule. Wir sind dabei, wenn Esther mit dem Baby eine Vernissage besucht, um in der Szene präsent zu bleiben. Wenn Caroline versucht, sich nach einer Krankheitswelle wieder im Atelier zu konzentrieren. Oder wenn Sandra mit ihrer Tochter diskutiert, warum sie als Künstlerin so viel arbeitet.

Ein Feature von Teresa Schomberg. Produktion: DLF 2025

Im Zug nach Nirgendwo – Das unwahrscheinliche Leben des Songtexters Fred Jay (1/2)

Im Zug nach Nirgendwo – Das unwahrscheinliche Leben des Songtexters Fred Jay (1/2) WDR 3 Kulturfeature 03.01.2026 54:12 Min. Verfügbar bis 02.01.2099 WDR 3 Von Fabian Gerhardt und Roland Gerhardt

"Es fährt ein Zug nach Nirgendwo", "Rasputin", "Ti Amo" – keiner hat in den 70er-Jahren so viele erfolgreiche Schlager geschrieben wie Fred Jay. Und doch ist der Mann, der "dem Schlager die Poesie zurückgab", ein Unbekannter.

Der jüdische Wiener Rechtsanwalt Friedrich Jakobsohn flieht 1938 vor den Nazis nach Paris, wo er im Striplokal Ukulele spielt. Von dort geht es weiter nach Amerika. Er schreibt als Fred Jay Songtexte für Künstler wie Shirley Bassey, Percy Sledge und die Dorsey Brothers. Anfang der 60er-Jahre geht er mit seiner Familie nach Deutschland. Er wird zu einem der erfolgreichsten Songtexter Deutschlands. Er schreibt Hunderte von Texten für Schlager und Popsongs von Boney M., Howard Carpendale, Christian Anders und viele andere. Und doch bleibt Fred Jay ein Unbekannter. Wer war dieser Mann, der sich als Autor von "Qualitätstexten für normale Leute“ beschrieb? Ein Feature von Fabian Gerhardt und Roland Gerhardt. Produktion: DLF/WDR 2021


Der jüdische Wiener Rechtsanwalt Friedrich Jakobsohn flieht 1938 vor den Nazis nach Paris, wo er im Striplokal Ukulele spielt. Von dort geht es weiter nach Amerika. Er schreibt als Fred Jay Songtexte für Künstler wie Shirley Bassey, Percy Sledge und die Dorsey Brothers.

Anfang der 60er-Jahre geht er mit seiner Familie nach Deutschland. Er wird zu einem der erfolgreichsten Songtexter Deutschlands. Er schreibt Hunderte von Texten für Schlager und Popsongs von Boney M., Howard Carpendale, Christian Anders und viele andere. Und doch bleibt Fred Jay ein Unbekannter. Wer war dieser Mann, der sich als Autor von "Qualitätstexten für normale Leute“ beschrieb?

Ein Feature von Fabian Gerhardt und Roland Gerhardt. Produktion: DLF/WDR 2021

Im Zug nach Nirgendwo – Das unwahrscheinliche Leben des Songtexters Fred Jay (2/2)

Im Zug nach Nirgendwo – Das unwahrscheinliche Leben des Songtexters Fred Jay (2/2) WDR 3 Kulturfeature 03.01.2026 54:17 Min. Verfügbar bis 02.01.2099 WDR 3 Von Fabian Gerhardt und Roland Gerhardt

"Es fährt ein Zug nach Nirgendwo", "Rasputin", "Ti Amo" – keiner hat in den 70er-Jahren so viele erfolgreiche Schlager geschrieben wie Fred Jay. Und doch ist der Mann, der "dem Schlager die Poesie zurückgab", ein Unbekannter.

Der jüdische Wiener Rechtsanwalt Friedrich Jakobsohn flieht 1938 vor den Nazis nach Paris, wo er im Striplokal Ukulele spielt. Von dort geht es weiter nach Amerika. Er schreibt als Fred Jay Songtexte für Künstler wie Shirley Bassey, Percy Sledge und die Dorsey Brothers. Anfang der 60er-Jahre geht er mit seiner Familie nach Deutschland. Er wird zu einem der erfolgreichsten Songtexter Deutschlands. Er schreibt Hunderte von Texten für Schlager und Popsongs von Boney M., Howard Carpendale, Christian Anders und viele andere. Und doch bleibt Fred Jay ein Unbekannter. Wer war dieser Mann, der sich als Autor von "Qualitätstexten für normale Leute“ beschrieb? Ein Feature von Fabian Gerhardt und Roland Gerhardt. Produktion: DLF/WDR 2021


Der jüdische Wiener Rechtsanwalt Friedrich Jakobsohn flieht 1938 vor den Nazis nach Paris, wo er im Striplokal Ukulele spielt. Von dort geht es weiter nach Amerika. Er schreibt als Fred Jay Songtexte für Künstler wie Shirley Bassey, Percy Sledge und die Dorsey Brothers.

Anfang der 60er-Jahre geht er mit seiner Familie nach Deutschland. Er wird zu einem der erfolgreichsten Songtexter Deutschlands. Er schreibt Hunderte von Texten für Schlager und Popsongs von Boney M., Howard Carpendale, Christian Anders und viele andere. Und doch bleibt Fred Jay ein Unbekannter. Wer war dieser Mann, der sich als Autor von "Qualitätstexten für normale Leute“ beschrieb?

Ein Feature von Fabian Gerhardt und Roland Gerhardt. Produktion: DLF/WDR 2021

Das Meer ist niemals still

Das Meer ist niemals still WDR 3 Kulturfeature 01.01.2026 54:25 Min. Verfügbar bis 01.01.2099 WDR 3 Von Nora Bauer

Das Meer fasziniert Komponisten seit der frühen Barockzeit. Sie beschreiben in ihrer Musik, was sie wahrnehmen: Bewegung, Stille, Wind, Dunkelheit, Rhythmus. Das Meer ist Urgewalt und mystisch überhöht. Ein Sehnsuchtsort.

Das Meer ist sehr laut. Es gibt Seebeben, Unterwasservulkane, abbrechende Eisschollen, Gewitter, Brandung. Walgesänge durchziehen die Ozeane, Fische, Krabben, Krebse produzieren Geräusche, die wir Menschen an Land nicht hören können. Komponisten wie Purcell, Mendelssohn-Bartholdy, Wagner oder Debussy nähern sich dem Meer emotional, assoziieren das Spiel der Wellen mit Freiheit, die Weite des Horizonts mit Sehnsucht, sie beschreiben Stürme als existentielle Bedrohungen. Ein Musikporträt mit realen und imaginären Klängen des nassen Elements, das wir heute weniger romantisch verklärt als gestressten, zerstörten Lebensraum empfinden. Ein Feature von Nora Bauer. Produktion: WDR 2025


Das Meer ist sehr laut. Es gibt Seebeben, Unterwasservulkane, abbrechende Eisschollen, Gewitter, Brandung. Walgesänge durchziehen die Ozeane, Fische, Krabben, Krebse produzieren Geräusche, die wir Menschen an Land nicht hören können. Komponisten wie Purcell, Mendelssohn-Bartholdy, Wagner oder Debussy nähern sich dem Meer emotional, assoziieren das Spiel der Wellen mit Freiheit, die Weite des Horizonts mit Sehnsucht, sie beschreiben Stürme als existentielle Bedrohungen. Ein Musikporträt mit realen und imaginären Klängen des nassen Elements, das wir heute weniger romantisch verklärt als gestressten, zerstörten Lebensraum empfinden.

Ein Feature von Nora Bauer. Produktion: WDR 2025

Stoffwechsel – Wie KI die Modewelt umkrempelt

Stoffwechsel – Wie KI die Modewelt umkrempelt WDR 3 Kulturfeature 27.12.2025 54:14 Min. Verfügbar bis 26.12.2099 WDR 3 Von Sabine Oelze und Luerweg Susanne

Künstliche Intelligenz hält Einzug in eine Welt, die lange als Inbegriff von Kreativität und Individualität galt. „Stoffwechsel“ erzählt, wie Designerinnen, Studierende und Labels mit dieser neuen, digitalen Mitgestalterin ringen – und sich dabei neu erfinden.

Künstliche Intelligenz verändert die Mode – leise, aber grundlegend. Sie berechnet Trends, entwirft Schnitte und erschafft virtuelle Models – in einer Branche, die sich traditionell über Intuition, Stil und das Einzigartige definiert. „Stoffwechsel. Wie KI die Modewelt verändert“ begleitet Designer*innen, Hochschulen und Labels, die sich zwischen Inspiration und Automatisierung neu positionieren. Es geht um den Widerspruch zwischen Kreativität und Kalkulation, zwischen Handwerk und Algorithmus. Wie lässt sich Individualität bewahren, wenn Maschinen mitgestalten? Das Feature erzählt von einem Umbruch, der die Grenzen des Modemachens verschiebt – und fragt, wer verliert, wer gewinnt? Ein Feature von Sabine Oelze und Susanne Luerweg. Produktion: WDR 2026


Künstliche Intelligenz verändert die Mode – leise, aber grundlegend. Sie berechnet Trends, entwirft Schnitte und erschafft virtuelle Models – in einer Branche, die sich traditionell über Intuition, Stil und das Einzigartige definiert. „Stoffwechsel. Wie KI die Modewelt verändert“ begleitet Designer*innen, Hochschulen und Labels, die sich zwischen Inspiration und Automatisierung neu positionieren. Es geht um den Widerspruch zwischen Kreativität und Kalkulation, zwischen Handwerk und Algorithmus. Wie lässt sich Individualität bewahren, wenn Maschinen mitgestalten? Das Feature erzählt von einem Umbruch, der die Grenzen des Modemachens verschiebt – und fragt, wer verliert, wer gewinnt?

Ein Feature von Sabine Oelze und Susanne Luerweg. Produktion: WDR 2026

LICHT – Eine Klangspur zu Haydn, Stockhausen und Schubert

LICHT – Eine Klangspur zu Haydn, Stockhausen und Schubert WDR 3 Kulturfeature 25.12.2025 54:14 Min. Verfügbar bis 25.12.2099 WDR 3 Von Monika Buschey

Licht und Musik haben eines gemeinsam, sie berühren die Sinne und die Seele.

Eine Nacht im Dezember: Ein Mann versucht seiner inneren Dunkelheit zu entgehen, indem er eine Kerze anzündet. Eine Flamme kann er wahrnehmen, obwohl er blind ist. Mit einem lebendigen Licht im Raum fühlt er sich nicht so allein. Wie ein Schutzengel kommt ihm die kleine Flamme vor. Sie wird zu seiner inneren Stimme, weckt die Erinnerung an Stationen seines Lebens, die eng mit musikalischen Eindrücken verknüpft sind. Tief beeindruckt hat ihn der Opernzyklus „Licht“ von Karlheinz Stockhausen, weitere Erinnerungen führen ihn zu der populären neapolitanischen Kanzone „O sole mio“, zu Franz Schuberts „Winterreise“ und zu den Oratorien von Joseph Haydn. Ein Feature von Monika Buschey. Produktion: WDR 2025


Eine Nacht im Dezember: Ein Mann versucht seiner inneren Dunkelheit zu entgehen, indem er eine Kerze anzündet. Eine Flamme kann er wahrnehmen, obwohl er blind ist.
Mit einem lebendigen Licht im Raum fühlt er sich nicht so allein. Wie ein Schutzengel kommt ihm die kleine Flamme vor. Sie wird zu seiner inneren Stimme, weckt die Erinnerung an Stationen seines Lebens, die eng mit musikalischen Eindrücken verknüpft sind. Tief beeindruckt hat ihn der Opernzyklus „Licht“ von Karlheinz Stockhausen, weitere Erinnerungen führen ihn zu der populären neapolitanischen Kanzone „O sole mio“, zu Franz Schuberts „Winterreise“ und zu den Oratorien von Joseph Haydn.

Ein Feature von Monika Buschey. Produktion: WDR 2025

Der Deutschland-Äquator: Musik und Mensch von West nach Ost

Der Deutschland-Äquator: Musik und Mensch von West nach Ost WDR 3 Kulturfeature 26.12.2025 54:42 Min. Verfügbar bis 25.12.2099 WDR 3 Von Friedemann Dupelius

Zwischen dem Selfkant und Görlitz liegen 640 Kilometer Luftlinie. Wie klingt die Strecke zwischen dem westlichsten und dem östlichsten Punkt Deutschlands, 35 Jahre nach der Wiedervereinigung?

Mit Deutschlandticket und Mikrofonen ist Friedemann Dupelius losgefahren und hat die Vielfalt der Musik und Klänge eingefangen, die ihm zwischen den zwei Zipfelpunkten begegnet ist, etwa: Grenzüberschreitendes Platt, Orgel-Experimente für die Ewigkeit, antifaschistische Barockmusik, ein Soundtrack aus der Idylle und großstädtischer Jazz. Einheitlich bleibt nur das Blau der Bahnhofsschilder. Ein Feature von Friedemann Dupelius. Produktion: WDR 2025


Mit Deutschlandticket und Mikrofonen ist Friedemann Dupelius losgefahren und hat die Vielfalt der Musik und Klänge eingefangen, die ihm zwischen den zwei Zipfelpunkten begegnet ist, etwa: Grenzüberschreitendes Platt, Orgel-Experimente für die Ewigkeit, antifaschistische Barockmusik, ein Soundtrack aus der Idylle und großstädtischer Jazz. Einheitlich bleibt nur das Blau der Bahnhofsschilder.

Ein Feature von Friedemann Dupelius. Produktion: WDR 2025

ISUMA – FILMEN AM RANDE DER WELT

ISUMA – FILMEN AM RANDE DER WELT WDR 3 Kulturfeature 20.12.2025 54:23 Min. Verfügbar bis 19.12.2099 WDR 3 Von Jane Tversted und Martin Zähringer

Seit über 30 Jahren produzieren Zacharias Kunuk und sein Kollektiv Spielfilme und TV-Programme auf Inuktitut, der Sprache der Inuit. Weltberühmt wurde die Produktion „Der schnelle Läufer“, die in Cannes eine goldene Palme gewann.

Nördlich des Polarkreises auf einer Insel im Nordpolarmeer arbeitet das Künstlerkollektiv ISUMA. Unter extremen Arbeitsbedingungen entstehen hier Filme, die sich aus erster Hand mit Kultur und Geschichte der Inuit beschäftigen. ISUMA-Filme beruhen oft auf mündlichen Überlieferungen, die Drehbücher werden mit den einheimischen Darstellern entwickelt und umgesetzt. Die Filme spiegeln die gewaltsame Vergangenheit: die christliche Missionierung, die Zwangsansiedlung der nomadischen Jäger in den 60er Jahren. Und versuchen, überliefertes Wissen lebendig zu halten, in einer Zeit, in der der Klimawandel hungernde Eisbären in die Siedlungen treibt. Gefördert von der Filmstiftung NRW Ein Feature von Jane Tversted und Martin Zähringer. Produktion WDR 2023


Nördlich des Polarkreises auf einer Insel im Nordpolarmeer arbeitet das Künstlerkollektiv ISUMA.
Unter extremen Arbeitsbedingungen entstehen hier Filme, die sich aus erster Hand mit Kultur und Geschichte der Inuit beschäftigen. ISUMA-Filme beruhen oft auf mündlichen Überlieferungen, die Drehbücher werden mit den einheimischen Darstellern entwickelt und umgesetzt. Die Filme spiegeln
die gewaltsame Vergangenheit: die christliche Missionierung, die Zwangsansiedlung der nomadischen Jäger in den 60er Jahren. Und versuchen, überliefertes Wissen lebendig zu halten, in einer Zeit, in der der Klimawandel hungernde Eisbären in die Siedlungen treibt.
Gefördert von der Filmstiftung NRW

Ein Feature von Jane Tversted und Martin Zähringer. Produktion WDR 2023

Auf einem Ohr taub. Mit dem Jazz-Noise-Kollektiv The Dorf durchs Ruhrgebiet

Auf einem Ohr taub. Mit dem Jazz-Noise-Kollektiv The Dorf durchs Ruhrgebiet WDR 3 Kulturfeature 13.12.2025 54:00 Min. Verfügbar bis 12.12.2099 WDR 3 Von Sascha Wundes

25 Musikerinnen und Musiker aus dem Ruhrgebiet bilden The Dorf - ein Jazz-Noise-Kollektiv, das Komposition und Improvisation ebenso vereint wie Gemeinschaftssinn und Kollaboration.

Seit fast 20 Jahren kommt die ungewöhnliche Bigband The Dorf einmal im Monat zum Werkstattkonzert in Dortmund zusammen. Unter der musikalischen Leitung von Jan Klare entfaltet sich auf der Bühne des Jazzclubs domicil eine ausgefeilte Mischung aus Experiment, Noise, Jazz und Ambient. The Dorf ist Keimzelle für viele Satellitenbands, die auch international erfolgreich sind. Aber im Zentrum steht das domicil: Wie ein magnetischer Pol zieht der Club Musiker und Publikum aus der ganzen Region an. Jeder Abend mit The Dorf verläuft anders. Kein Konzert gleicht dem anderen. Nur eines ist Gesetz: Jeder Auftritt beginnt mit dem Opener „Oval“.  Und der Eintritt? So frei wie die Improvisation selbst. Ein Feature von Sascha Wundes. Produktion: WDR 2025


Seit fast 20 Jahren kommt die ungewöhnliche Bigband The Dorf einmal im Monat zum Werkstattkonzert in Dortmund zusammen. Unter der musikalischen Leitung von Jan Klare entfaltet sich auf der Bühne des Jazzclubs domicil eine ausgefeilte Mischung aus Experiment, Noise, Jazz und Ambient. The Dorf ist Keimzelle für viele Satellitenbands, die auch international erfolgreich sind. Aber im Zentrum steht das domicil: Wie ein magnetischer Pol zieht der Club Musiker und Publikum aus der ganzen Region an. Jeder Abend mit The Dorf verläuft anders. Kein Konzert gleicht dem anderen. Nur eines ist Gesetz: Jeder Auftritt beginnt mit dem Opener „Oval“.  Und der Eintritt? So frei wie die Improvisation selbst.

Ein Feature von Sascha Wundes. Produktion: WDR 2025

Asta und Frede Oder: Guten Morgen Frau Nielsen

Asta und Frede Oder: Guten Morgen Frau Nielsen WDR 3 Kulturfeature 06.12.2025 53:14 Min. Verfügbar bis 05.12.2099 WDR 3 Von Lisbeth Jessen

Sie war die erste Diva des deutschen Stummfilms: Asta Nielsen. Geboren in Dänemark, arbeitete die Schauspielerin 25 Jahre lang in Deutschland, bevor sie es 1937 verließ. Mit über 70 telefonierte Asta Nielsen regelmäßig mit einem Verehrer, der alle ihre Gespräche aufzeichnete.

Kopenhagen in den 1950er-Jahren. Asta Nielsen ist in ihre dänische Heimat zurückgekehrt. Allmählich wird es still um sie. Da taucht der 40-jährige Inhaber eines Ladens für alte Filme und Bücher auf, Frede Schmidt. Frede ist ebenfalls Däne und weiß alles über Asta und ihre Filme. In vielen Telefonaten bringt er sie zum Lachen und Erzählen. Aber was hat er im Sinn? Jedenfalls schneidet Frede alle ihre Telefongespräche mit. Mehr als hundert Stunden. Unter anderem erzählt Asta von ihrem Sommerhaus auf Hiddensee, dem angeblich einzigen Ort, an dem sie glücklich war. Ein Feature von Lisbeth Jessen. Produktion: DLF/WDR 2018


Kopenhagen in den 1950er-Jahren. Asta Nielsen ist in ihre dänische Heimat zurückgekehrt. Allmählich wird es still um sie. Da taucht der 40-jährige Inhaber eines Ladens für alte Filme und Bücher auf, Frede Schmidt. Frede ist ebenfalls Däne und weiß alles über Asta und ihre Filme. In vielen Telefonaten bringt er sie zum Lachen und Erzählen. Aber was hat er im Sinn? Jedenfalls schneidet Frede alle ihre Telefongespräche mit. Mehr als hundert Stunden. Unter anderem erzählt Asta von ihrem Sommerhaus auf Hiddensee, dem angeblich einzigen Ort, an dem sie glücklich war.

Ein Feature von Lisbeth Jessen. Produktion: DLF/WDR 2018

Das Mysterium der Zeitlosigkeit – Bibers „Rosenkranz-Sonaten“ und das radikal Moderne

Das Mysterium der Zeitlosigkeit – Bibers „Rosenkranz-Sonaten“ und das radikal Moderne WDR 3 Kulturfeature 30.11.2025 52:18 Min. Verfügbar bis 28.11.2099 WDR 3 Von Janko Hanushevsky

Der Komponist Heinrich Ignaz Franz Biber (1644-1704) hat seine fünfzehn Mysterien Sonaten den Geheimnissen des Rosenkranzes gewidmet. Sein Zyklus für Violine und Generalbass galt damals als radikal modern und zählt noch heute zum Schwierigsten, was das Repertoire des Frühbarock zu bieten hat.

Die Barockgeigerin Maya Homburger beschäftigt sich seit über drei Jahrzehnten mit Bibers Werk. Sie hat eine Gesamteinspielung der Mysterien Sonaten auf Originalinstrumenten vorgelegt, hat aber auch Werke Bibers in unkonventioneller Duobesetzung mit ihrem Mann, dem Komponisten und Kontrabassisten Barry Guy, aufgenommen. Das Duo bewegt sich im Grenzgebiet zwischen alter und neuer Musik, verbindet Barock mit zeitgenössische Klangsprache, Komposition mit Improvisation. Was genau war an Bibers Musik zu seiner Zeit revolutionär? Und wie macht man heute das Moderne dieser Musik erlebbar? Ein Feature von Janko Hanushevsky. Produktion: WDR 2017


Die Barockgeigerin Maya Homburger beschäftigt sich seit über drei Jahrzehnten mit Bibers Werk. Sie hat eine Gesamteinspielung der Mysterien Sonaten auf Originalinstrumenten vorgelegt, hat aber auch Werke Bibers in unkonventioneller Duobesetzung mit ihrem Mann, dem Komponisten und Kontrabassisten Barry Guy, aufgenommen. Das Duo bewegt sich im Grenzgebiet zwischen alter und neuer Musik, verbindet Barock mit zeitgenössische Klangsprache, Komposition mit Improvisation. Was genau war an Bibers Musik zu seiner Zeit revolutionär? Und wie macht man heute das Moderne dieser Musik erlebbar?

Ein Feature von Janko Hanushevsky. Produktion: WDR 2017

Gefiederte Musen – Musik, von Vögeln inspiriert

Gefiederte Musen – Musik, von Vögeln inspiriert WDR 3 Kulturfeature 22.11.2025 54:05 Min. Verfügbar bis 21.11.2026 WDR 3 Von Sabine Fringes

Lange bevor es den Menschen gab, erfüllte der Gesang der Vögel den Planeten. Ihre Melodien inspirierten Dichter und Komponisten. Und gaben dem Menschen Rätsel auf: Warum singen sie? Und wovon?

Was haben uns die Vögel zu sagen? Antworten darauf geben Märchen und Mythen. Heute forschen allerlei Studien zum Thema. Eines stellen sie immer wieder fest: Der Gesang der Vögel macht den Menschen glücklich. Besonders dann, wenn viele verschiedene Vogelarten zu hören sind. Das Kulturfeature lauscht den Melodien der Gefiederten – und ihrem Widerhall in der Musik. Und damit dem beglückenden Verhältnis zwischen Mensch und Tier. Ein Feature von Sabine Fringes. Produktion 2021


Was haben uns die Vögel zu sagen? Antworten darauf geben Märchen und Mythen. Heute forschen allerlei Studien zum Thema. Eines stellen sie immer wieder fest: Der Gesang der Vögel macht den Menschen glücklich. Besonders dann, wenn viele verschiedene Vogelarten zu hören sind. Das Kulturfeature lauscht den Melodien der Gefiederten – und ihrem Widerhall in der Musik. Und damit dem beglückenden Verhältnis zwischen Mensch und Tier.

Ein Feature von Sabine Fringes. Produktion WDR 2021

Reise unter die Gehirnschale eines Riesen – Sieben Abschweifungen zu Jean Paul

Reise unter die Gehirnschale eines Riesen – Sieben Abschweifungen zu Jean Paul WDR 3 Kulturfeature 15.11.2025 53:58 Min. Verfügbar bis 14.11.2026 WDR 3 Von Holger Noltze

"Titan" hieß nicht nur sein mit phantastischen Vorschüssen finanzierte Riesenroman. Ein Titan war der Autor Jean Paul selbst, was die schiere Anzahl beschriebener Seiten betrifft. Vor 200 Jahren ist der Großmeister der skurrilen Einfälle gestorben.

Jean Paul, als Johann Paul Friedrich Richter in einem Pfarrershaus in Franken aufgewachsen, ist in seinem Leben nicht aus der Provinz herausgekommen. Doch hat er in seinen Büchern die abenteuerlichsten Achterbahnfahrten der deutschen Literatur unternommen – vom Höchsten hinab zum weithin Abgelegenen. Bis heute kann es eine dabei schwindlig aus der Kurve tragen. Zigtausend Seiten umfasst Jean Pauls Werk und Nachlass. Ausdruck einer rastlosen Schreibwut und seiner kommutativen Poetik – aus den Zettelkästen sollten sich auch nach seinem Tod noch immer neue Romane zusammensetzen lassen. Ein Feature von Holger Noltze. Produktion: WDR 2013


Jean Paul, als Johann Paul Friedrich Richter in einem Pfarrershaus in Franken aufgewachsen, ist in seinem Leben nicht aus der Provinz herausgekommen. Doch hat er in seinen Büchern die abenteuerlichsten Achterbahnfahrten der deutschen Literatur unternommen – vom Höchsten hinab zum weithin Abgelegenen. Bis heute kann es eine dabei schwindlig aus der Kurve tragen. Zigtausend Seiten umfasst Jean Pauls Werk und Nachlass. Ausdruck einer rastlosen Schreibwut und seiner kommutativen Poetik – aus den Zettelkästen sollten sich auch nach seinem Tod noch immer neue Romane zusammensetzen lassen.
Ein Feature von Holger Noltze. Produktion: WDR 2013

Unmögliches denken – Poesie und Visionen: Der Schriftsteller Arthur C. Clarke

Unmögliches denken – Poesie und Visionen: Der Schriftsteller Arthur C. Clarke WDR 3 Kulturfeature 08.11.2025 54:14 Min. Verfügbar bis 07.11.2099 WDR 3 Von Rainer Praetorius

Arthur C. Clarke war einer der größten Science-Fiction-Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Er nahm vorweg, was heute Selbstverständlichkeit ist – und doch an Rätselhaftigkeit nicht eingebüßt hat.

Schon 1945 veröffentlichte der britischer Buchautor und Physiker Sir Arthur C. Clarke (1917-2008) in einer Fachzeitschrift einen Artikel, der detailliert die Möglichkeit einer weltumspannenden Kommunikation mit Hilfe von nur drei im geostationäre Orbit verteilten Satelliten beschrieb. Keine zwanzig Jahre später beförderte eine Thor-Delta-Rakete den amerikanischen Satelliten „Syncom 3“ auf eine geostationären Umlaufbahn. Von dort übertrug der Trabant aktuelle Fernsehbilder von den Olympischen Spielen in Japan in die USA. Weitere zehn Jahre später entwarf Clarke mit dem Internet ein Kommunikationssytem, das heute unseren Alltag beherrscht. Mit Regisseur Stanley Kubrick arbeitete Clark vier Jahre an "2001: Odyssee im Weltraum“, einem filmischen Meilenstein. Er formuliert auf eigene Weise, was der Schriftsteller als "Clarkesches Gesetz“ festgehalten hat: "Jede hinreichend weit entwickelte Technologie ist von Magie nicht zu unterscheiden.“ Ein Feature von Rainer Praetorius. Produktion: WDR 2022


Schon 1945 veröffentlichte der britischer Buchautor und Physiker Sir Arthur C. Clarke (1917-2008) in einer Fachzeitschrift einen Artikel, der detailliert die Möglichkeit einer weltumspannenden Kommunikation mit Hilfe von nur drei im geostationäre Orbit verteilten Satelliten beschrieb. Keine zwanzig Jahre später beförderte eine Thor-Delta-Rakete den amerikanischen Satelliten „Syncom 3“ auf eine geostationären Umlaufbahn. Von dort übertrug der Trabant aktuelle Fernsehbilder von den Olympischen Spielen in Japan in die USA. Weitere zehn Jahre später entwarf Clarke mit dem Internet ein Kommunikationssytem, das heute unseren Alltag beherrscht. Mit Regisseur Stanley Kubrick arbeitete Clark vier Jahre an "2001: Odyssee im Weltraum“, einem filmischen Meilenstein. Er formuliert auf eigene Weise, was der Schriftsteller als "Clarkesches Gesetz“ festgehalten hat: "Jede hinreichend weit entwickelte Technologie ist von Magie nicht zu unterscheiden.“

Ein Feature von Rainer Praetorius. Produktion: WDR 2022

Jeder muss seinen Wahnsinn selbst verantworten – der Kölner Schriftsteller Dieter Wellershoff

Jeder muss seinen Wahnsinn selbst verantworten – der Kölner Schriftsteller Dieter Wellershoff WDR 3 Kulturfeature 02.11.2025 53:57 Min. Verfügbar bis 31.10.2099 WDR 3 Von Gisa Funck

Er erfand das Etikett „Neuer Realismus“, in dessen Namen Rolf Dieter Brinkmann auf die Barrikaden ging. Dann wechselte Dieter Wellershoff die Seiten, um selbst als Schriftsteller die bürgerliche Gesellschaft zu sezieren. Ein Portrait zum hundertsten Geburtstag.

In seinen Romanen betreibt Dieter Wellershoff Aufklärung der bürgerlichen Existenzformen. Es sind Fallstudien über Selbstbetrug und unbeherrschtes Wunschdenken – wobei er die eigene Person ausdrücklich in das Versuchsfeld einschloss. Seine Fronterfahrungen als junger Wehrmachtssoldat hatten ihn zu Skepsis und schmerzloser Neugier befähigt: Das Leben ein Zufall. Begonnen hat Dieter Wellershoff als Lektor von Heinrich Böll und Rolf Dieter Brinkmann. Dann wagte er den Sprung auf die andere Seite des Schreibtischs und begann, selbst zu schreiben. Der Erfolg beim breiten Publikum kam für Dieter Wellershoff erst im vorgerückten Alter, eine der Wendungen in einer erstaunlichen Biografie, die selbst heute noch Überraschungen bereithält. Ein Feature von Gisa Funck. Produktion: WDR 2025


In seinen Romanen betreibt Dieter Wellershoff Aufklärung der bürgerlichen Existenzformen. Es sind Fallstudien über Selbstbetrug und unbeherrschtes Wunschdenken – wobei er die eigene Person ausdrücklich in das Versuchsfeld einschloss. Seine Fronterfahrungen als junger Wehrmachtssoldat hatten ihn zu Skepsis und schmerzloser Neugier befähigt: Das Leben ein Zufall. Begonnen hat Dieter Wellershoff als Lektor von Heinrich Böll und Rolf Dieter Brinkmann. Dann wagte er den Sprung auf die andere Seite des Schreibtischs und begann, selbst zu schreiben. Der Erfolg beim breiten Publikum kam für Dieter Wellershoff erst im vorgerückten Alter, eine der Wendungen in einer erstaunlichen Biografie, die selbst heute noch Überraschungen bereithält.
Ein Feature von Gisa Funck. Produktion: WDR 2025

Die Bad-Boy-Story: Komponist George Antheil

Die Bad-Boy-Story: Komponist George Antheil WDR 3 Kulturfeature 01.11.2025 54:22 Min. Verfügbar bis 31.10.2099 WDR 3 Von Sabine Fringes

Er brachte maschinelle Rhythmen und Flugzeugpropeller ins Konzert: George Antheil sorgte im Paris der 1920er Jahre für Skandale – die Musik wirkt noch 100 Jahre später elektrisierend und beunruhigend.

Bei seinen Konzerten trug er stets eine Pistole bei sich, um sich notfalls den Weg freischießen zu können. So beschreibt es zumindest Antheil in seinen Erinnerungen „Bad Boy of Music.“ Aber wie reift ein Enfant terrible heran? Sabine Fringes blickt hinter die Fassade des 1900 geborenen musikalischen Draufgängers mit den Komponisten Moritz Eggert, Steffen Schleiermacher und Geigerin Tianwa Yang. Ein Feature von Sabine Fringes. Produktion: WDR 2025


Bei seinen Konzerten trug er stets eine Pistole bei sich, um sich notfalls den Weg freischießen zu können. So beschreibt es zumindest Antheil in seinen Erinnerungen „Bad Boy of Music.“ Aber wie reift ein Enfant terrible heran? Sabine Fringes blickt hinter die Fassade des 1900 geborenen musikalischen Draufgängers mit den Komponisten Moritz Eggert, Steffen Schleiermacher und Geigerin Tianwa Yang.
Ein Feature von Sabine Fringes. Produktion: WDR 2025

Go for trash! Der Aktionskünstler HA Schult

Go for trash! Der Aktionskünstler HA Schult WDR 3 Kulturfeature 25.10.2025 51:47 Min. Verfügbar bis 24.10.2099 WDR 3 Von Sabine Fringes

HA Schult ist einer der ersten Künstler, die sich das Thema Umweltschutz auf die Fahnen geschrieben haben. Weltberühmt wurde er durch seine tausend Trash People, die er seit 1996 rund um den Globus schickt.

Für seine spektakulären Aktionen ist ihm kein Aufwand zu hoch: Seine Armee von mannshohen Müllmenschen brachte er aufs Matterhorn, in die Arktis, vor die Pyramiden in Gizeh. In Köln zählt sein geflügelter Ford, der golden auf dem Zeughausturm thront, seit mehr als drei Jahrzehnten zu den Sehenswürdigkeiten. Wie seine Düsseldorfer Künstlerkollegen Joseph Beuys, Nam June Paik oder Wolf Vostell zog HA Schult in den 60er Jahren mit seiner Kunst aus dem Atelier ins Leben hinaus. Sein Motto: „Kunst ist Kampf. Kunst ist Sozialarbeit.“ Bis heute zählt er zu den streitbarsten Akteuren in der Kunstszene. Ein Feature von Sabine Fringes. Produktion: 2025


Für seine spektakulären Aktionen ist ihm kein Aufwand zu hoch: Seine Armee von mannshohen Müllmenschen brachte er aufs Matterhorn, in die Arktis, vor die Pyramiden in Gizeh. In Köln zählt sein geflügelter Ford, der golden auf dem Zeughausturm thront, seit mehr als drei Jahrzehnten zu den Sehenswürdigkeiten.
Wie seine Düsseldorfer Künstlerkollegen Joseph Beuys, Nam June Paik oder Wolf Vostell zog HA Schult in den 60er Jahren mit seiner Kunst aus dem Atelier ins Leben hinaus. Sein Motto: „Kunst ist Kampf. Kunst ist Sozialarbeit.“
Bis heute zählt er zu den streitbarsten Akteuren in der Kunstszene.

Ein Feature von Sabine Fringes. Produktion: 2025

Der unbekannte Georg Kreisler – Abgründe und Absurditäten

Der unbekannte Georg Kreisler – Abgründe und Absurditäten WDR 3 Kulturfeature 18.10.2025 53:50 Min. Verfügbar bis 17.10.2099 WDR 3 Von Markus Metz und Georg Seeßlen

Einige seiner bösen Lieder wie "Tauben vergiften im Park" sind Teil unseres allgemeinen Kulturgutes geworden. Daneben gibt es einen unbekannteren Georg Kreisler, den Komponisten ernster Musik, den Romanautor und Verfasser zweier Opern.

Als Georg Kreisler nach dem Anschluss Österreichs an Nazi-Deutschland 1938 als Jugendlicher mit seinen Eltern aus Wien floh, war es vor allem die Musik, die ihm in Amerika dabei half, sein Talente zu entwickeln: Etwa Musik mit bissigen, aber auch tieftraurigen Texten zu verbinden und trotzdem die Menschen damit zum Lachen zu bringen. Zurück in Europa, 1955, blieb Georg Kreisler Zeit seines Lebens ein Zerrissener und Unbehauster. Einer, der nicht Teil der österreichischen Schmäh-Kultur werden wollte. Einer, dem der Ruhm, den er als Liederkomponist erhielt, zur Last wurde. Denn aus der Schublade, in die ihn sein eigenes Publikum gesteckt hatte, wollte er hinaus. Ein Feature von Markus Metz und Georg Seeßlen. Produktion WDR 2022


Als Georg Kreisler nach dem Anschluss Österreichs an Nazi-Deutschland 1938 als Jugendlicher mit seinen Eltern aus Wien floh, war es vor allem die Musik, die ihm in Amerika dabei half, sein Talente zu entwickeln: Etwa Musik mit bissigen, aber auch tieftraurigen Texten zu verbinden und trotzdem die Menschen damit zum Lachen zu bringen. Zurück in Europa, 1955, blieb Georg Kreisler Zeit seines Lebens ein Zerrissener und Unbehauster. Einer, der nicht Teil der österreichischen Schmäh-Kultur werden wollte. Einer, dem der Ruhm, den er als Liederkomponist erhielt, zur Last wurde. Denn aus der Schublade, in die ihn sein eigenes Publikum gesteckt hatte, wollte er hinaus.

Ein Feature von Markus Metz und Georg Seeßlen. Produktion WDR 2022