Ausbauwunsch von ÖPNV und Bahn ist am größten
Bildquelle: picture alliance/DeFodiMarina Reinartz wohnt in Düren, arbeitet aber in Köln. Jeden Morgen fährt sie mit ihrem Auto zwei Kilometer zum Parkplatz am Bahnhof Düren. Von dort nimmt sie die Regionalbahn. Früh am Morgen sei es schwierig, mit dem Bus den Bahnhof zu erreichen, sagt Reinartz. Auch für den Bahnverkehr muss ihrer Meinung nach noch viel getan werden:
"Die Verlässlichkeit der Züge, die Sauberkeit und der Informationsfluss müssen unbedingt besser werden." Marina Reinartz, Pendlerin
Mobil sein - aber wie?
Laut der neuen TÜV-Mobilitäts-Studie fahren die meisten weiterhin Auto. 83 Prozent der Befragten nutzen einen Pkw fast täglich oder mindestens einmal in der Woche. Den Nahverkehr nennen an dieser Stelle 20 Prozent, Regionalbahnen 7 Prozent. Laut TÜV-Verband wurden für die repräsentative Studie im Frühjahr 2026 2.504 Personen ab 18 Jahren in Deutschland befragt.
Das Auto bleibt das wichtigste Verkehrsmittel. Gleichzeitig fordern aber 76 Prozent der Befragten von der Politik eine stärkere Förderung von Nah-, Regional- und Fernverkehr. Eine stärkere Förderung des Autoverkehrs fordern 50 Prozent. Vor allem der schlechte Zustand der Straßen wird beklagt.
Laurin Michen pendelt jeden Tag von Langerwehe zur Arbeit nach Düren. Manchmal fährt er mit dem eigenen Pkw, manchmal mit dem Zug. Sein Auto ist älter, er überlegt jetzt, sich ein Elektroauto zuzulegen. Aber der Preis und die Reichweite halten ihn bisher ab.
"Ich kann mir nicht vorstellen, komplett auf die Bahn umzusteigen. Ich brauche das eigene Auto auch für meine Freizeit. Wenn ich wohin fahren möchte, wo ich sonst schwer hinkomme." Laurin Michen, Pendler
E-Autos werden immer beliebter
Laut TÜV-Mobilitäts-Umfrage sind E-Autos mittlerweile auf dem Pkw-Massenmarkt angekommen. Ein Viertel der potenziellen Käufer würde beim Neuerwerb ein reines Elektroauto bevorzugen, ein weiteres Viertel könnte sich den Kauf eines Hybridfahrzeuges vorstellen. 35 Prozent der Befragten würden weiterhin einen Verbrenner vorziehen. Und selbst von denen, die Verbrenner oder Hybride bevorzugen, kann sich ein Viertel vorstellen, ein reines Elektroauto zu kaufen.
Steigender Anteil an E-Autos bei den Kfz-Neuzulassungen
Bildquelle: wdrLaut der Umfrage gibt es aber weiterhin Vorbehalte gegenüber E-Autos. Die Anschaffungskosten seien weiter zu hoch. Außerdem wird die Reichweite, gerade im Winter, als zu gering eingeschätzt und es gebe zu wenige Ladestationen.
Attraktivere Innenstädte
Außerdem hat der TÜV in seiner Studie auch nach dem Verkehr in den Innenstädten gefragt. 54 Prozent der Befragten lehnen Maßnahmen ab, mit denen der Autoverkehr reduziert werden soll. 40 Prozent befürworten entsprechende Maßnahmen.
Bei den Maßnahmen, wie der Autoverkehr reduziert werden könnte, sind sich jedoch Gegner und Befürworter relativ einig: Neun von zehn der Befragten halten demnach den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs für geeignet, um private Pkw zu verringern. Das soll ihrer Meinung nach etwa mit mehr Park-and-Ride-Flächen am Stadtrand erreicht werden. Etwa drei Viertel der Befragten sind hier gegen flächendeckende oder höhere Parkgebühren, City-Maut und den Wegfall von Parkplätzen in Innenstädten.
Unsere Quellen:
- TÜV Mobility Studie: E-Mobilität steht vor dem Durchbruch (25.08.2026
- Gespräche mit Pendlern am Bahnhof Düren
Sendung: WDR 2, WDR 2 für Aachen, Eifel und die Euregio, 25.08.2026, 10:30 Uhr
