So geht es den Evakuierten in Kalterherberg

Bildquelle: Alexander Franz

WDR 02:33 Min. Verfügbar bis 20.08.2028

Brand im Hohen Venn So kehrt in Monschau der Alltag zurück

Stand:

Am Horizont ist keine Feuerwand mehr zu sehen. In Kalterherberg dürfen Bewohner deswegen wieder in ihre Häuser zurück.

Von
Logo des Westdeutschen Rundfunk
Thomas Wenkert

Der Brand im Hohen Venn in Belgien ist zwar noch nicht gelöscht, dennoch hat die Feuerwehr Monschau am heutigen Morgen mit den Aufräumarbeiten begonnen. Es bestehe keine Gefahr mehr, dass das Feuer im Hohen Venn auf die naheliegende Grenzortschaft Kalterherberg übergreift. Das betonte der Monschauer Einsatzleiter Philipp Krüger. Auch die belgischen Behörden bestätigen, dass der Brand "vollumfänglich" unter Kontrolle sei.

Monschau: Die Anwohner kehren nach der Evakuierung zurück

Schon am Mittwochabend durften die Bewohner von Ruitzhof und Geisberg wieder in ihre Häuser zurückkehren. Etwa 30 Menschen mussten ihre Heimat am Sonntag verlassen, zu groß war die Gefahr, dass sich der Brand auf deutsche Seite ausbreitet. Auch Karl-Heinz und Brigitta Jansen mussten ihren Hof verlassen.

Älterer Mann, Karl-Heinz Jansen, im Interview auf einem Feld, hinter ihm Wald
Das war schon schrecklich. Wir haben die Flammen gesehen und hatten Angst, dass wir den Hof verlieren. Karl-Heinz Jansen

Heute sind beide froh, dass ihr Hof keinen Schaden genommen hat. Den Brand hatten sie schon am Freitagmittag entdeckt, "weil es hier ganz grau wurde. Wir haben uns direkt ins Auto gesetzt und sind erstmal zwei bis drei Stunden weggefahren."

Während der Evakuierung sind die beiden Senioren bei Freunden in Monschau untergekommen. Mittlerweile kehrt wieder das normale Leben in Kalterherberg ein. Von dem Feuer im Hohen Venn ist nichts zu sehen. Brandgeruch: Fehlanzeige. Als ob gar nichts gewesen sei. "Ein Glück, dass wir diesen Schutz hatten und die Helfer an allen Ecken und allen Geräten im Einsatz waren", bilanziert der 80-Jährige.

Feuerwehr Monschau: Einsatz beendet

Dutzende Feuerwehrkräfte sind am Donnerstag damit beschäftigt, die benutzten Schläuche auseinanderzukuppeln und wieder einzurollen. Auch die Wasserbecken für Löscharbeiten werden leergepumpt. "Zwei Tankstellen für Helikopter aus Belgien bleiben aber stehen. Heute ist gutes Flugwetter", sagt Philipp Krüger, Einsatzleiter in Monschau. Die Löscharbeiten im belgischen Hohen Venn müssen deutsche Kräfte nicht mehr unterstützen. Sie werden am Donnerstagabend um 18 Uhr abgezogen.

Nach einem kräftezehrenden Einsatz geht es jetzt für die deutschen Feuerwehrkräfte ab nach Hause. "Jetzt heißt es, die Einsatzfahrzeuge säubern und die Kleidung waschen", so Einsatzleiter Krüger. Danach sei auch entsprechende Erholung notwendig. Man sei aber auch in den kommenden Tagen weiter in Verbindung mit den belgischen Kräften. Die Löscharbeiten im Hohen Venn werden wohl noch mehrere Wochen an Anspruch nehmen.

Ein mit Wasser gefüllter großer Behälter auf einer Wiese. Dahinter einige Schläuche.

Behälter, um schnell Wasser zur Einsatzstelle zu schaffen.

Bildquelle: WDR/Thomas Wenkert

Unsere Quellen:

  • WDR-Interview mit Karl-Heinz Jansen
  • WDR-Interview mit Philipp Krüger, Einsatzleiter Monschau
  • Beobachtungen des WDR-Reporters vor Ort

Sendung: WDR.de, So geht es den Evakuierten in Kalterherberg, 20.08.2026, 15:38 Uhr

Weitere Beiträge aus der Städteregion Aachen

1 / 2