Grafik: Öffentliche vs. Private Bestattungen

Privat-Bestattungen Beerdigen in NRW - was ist erlaubt, was nicht?

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Friedhof oder Privat-Grundstück - wo dürfen in NRW Bestattungen stattfinden? Was beim Beerdigen erlaubt ist und was nicht.

In Laer (Kreis Steinfurt) hat der Gemeinderat am Mittwochabend eine kleine Revolution in Sachen Bestattung beschlossen: Wer sich einäschern lassen will, kann seine letzte Ruhestätte nun auch auf dem eigenen Grundstück finden. Unter bestimmten Voraussetzungen. Das hatte sich das Ehepaar Uschi und Robert Mertens gewünscht.

Laer könnte mit den neuen Bestattungsregeln Vorbild sein, denn solche Privat-Bestattungen sind bisher nur an wenigen Orten erlaubt. Wie darf in NRW beerdigt werden, was ist nicht gestattet? Hier die Antworten auf die wichtigsten Fragen.

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Beerdigungen: Wo darf man in Deutschland beigesetzt werden?

Ein Friedhof aus der Vogelperspektive

Die Bestattung auf dem Friedhof oder im Ruhewald ist in Deutschland gesetzliche Pflicht.

In Deutschland herrscht grundsätzlich Friedhofszwang. Das bedeutet: Es besteht die gesetzliche Pflicht, Verstorbene auf staatlich ausgewiesenen Flächen beizusetzen. Das gelte sowohl für die Erdbestattung im Sarg als auch für die Asche, die bei einer Feuerbestattung in einer Urne beigesetzt werde, schreibt der Bundesverband Deutscher Bestatter auf seiner Homepage.

Die Friedhofspflicht habe historische Gründe, so der Verband: Früher legten Gemeinden aus Angst vor gesundheitlichen Risiken ihre Friedhöfe außerhalb der Wohnbereiche an. Es wurde zum Beispiel befürchtet, das Grundwasser könne vergiftet werden.

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Was gilt für Bestattungen in NRW?

Die Friedhofspflicht ist auch im NRW-Landesbestattungsgesetz verankert. Bei Erdbestattungen müssen Leichen auf einem Friedhof bestattet werden. "Davon sind zwar auch Ausnahmen möglich, aber das sind seltene Fälle, die Privatpersonen nicht betreffen", sagt Alexander Helbach. Er ist Sprecher von Aeternitas, einer Verbraucherinitiative mit Sitz in Königswinter, die sich um das Thema Bestattung kümmert. Diese Sonderfälle beträfen kirchliche Würdenträger oder Adelige.

Symbolbild: Eine mit Blumen geschmückte Urne im Grünen.

Die Urnen-Beisetzung von Totenasche ist die Regel - auf dem Kaminsims ist sie verboten.

Bei Feuerbestattungen muss die Totenasche in einem versiegelten Behälter auf einem Friedhof beigesetzt werden. "Möglich ist in diesem Fall aber auch eine Seebestattung auf Nord- und Ostsee, also die Beisetzung der Asche im Meer", sagt Aeternitas-Sprecher Helbach. Aber auch von dieser Regelung sind Ausnahmen möglich: Das Bestattungsgesetz in NRW lässt eine Bestattung von Totenasche auf privaten Grundstücken unter bestimmten Voraussetzungen zu.

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Welche Voraussetzungen müssen für private Bestattungen erfüllt sein?

Das NRW-Landesbestattungsgesetz führt in Paragraf 15, Absatz 6 die Voraussetzungen für eine solche Beisetzung auf. Eine behördliche Genehmigung darf erteilt werden,

  • wenn der entsprechende Wunsch von der verstorbenen Person so verfügt worden ist,
  • nur die Asche ohne Urne beigesetzt wird und
  • der Ort der Beisetzung dauerhaft öffentlich zugänglich ist.
Ein Bildstock mit grünen Pflanzen, roten Rosen und zwei Steinskulpturen am Rande eines Weges

Der private Bestattungsort auf dem Grundstück in Laer - ein Bilderstock am eigenen Hof.

"Das macht es in der Praxis meist extrem schwer", sagt Aeternitas-Sprecher Helbach. Im Fall der Familie in Laer sei Öffentlichkeit kein Problem. "Dort gibt es ja ein Hofanwesen mit allgemein zugänglicher Einfahrt." Darüber hinaus darf die Behörde zusätzlich Vorgaben erlassen. Im Fall von Laer sind es unter anderem folgende: Alle Grundstückseigentümer müssen zustimmen, die langfristige Pflege der Ruhestätte muss geregelt und gewährleistet sein - auch bei Eigentümerwechsel.

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An wen wende ich mich für eine Beerdigung auf einem Privatgrundstück?

"Zuständig ist die örtliche Ordnungsbehörde, also das in der Regel das Ordnungsamt der jeweiligen Stadt oder Gemeinde", sagt Aeternitas-Sprecher Helbach.

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Welche Strafe droht bei einer privaten Bestattung ohne Genehmigung?

Wer Totenasche ohne behördliche Genehmigung im eigenen Garten vergräbt, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Diese kann mit einer Geldbuße von bis zu 3.000 Euro geahndet werden.

Dieses Szenario werde im NRW-Bestattungsgesetz zwar nicht ausdrücklich genannt, anders als zum Beispiel die unzulässige dauerhafte Aufbewahrung von Totenasche in Privaträumen, sagt Aeternitas-Sprecher Helbach im Gespräch mit dem WDR. Aber das Gesetz als Ganzes lasse den Schluss zu, dass es sich um eine Ordnungswidrigkeit handele.

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Welcher Umgang mit Totenasche ist in NRW verboten?

In NRW ist es nicht gestattet, die Urne eines Angehörigen zu Hause aufbewahren. "Die Beisetzungspflicht von Totenasche soll die Totenruhe und Totenwürde schützen und sicherstellen, dass die Asche so behandelt wird, dass es dem sittsamen Empfinden der Bevölkerung entspricht", heißt es in einer Information des zuständigen NRW-Gesundheitsministeriums. "Beim oft angeführten Beispiel der 'Urne auf dem Kaminsims' wäre das nicht der Fall."

Eine Urne steht auf einem Nadelgesteck im herbstlichen Wald

In NRW ist es aus diesem Grund auch verboten, Totenasche zu Schmuck oder Diamanten zu verarbeiten. Der Wunsch einzelner Angehöriger, über die Totenasche frei verfügen zu können, müsse deshalb hinter dem "Schutz der Totenwürde" zurücktreten, so das Ministerium.

Wer trotzdem Diamanten oder Schmuck aus Totenasche herstellt, begeht nach Angabe des NRW-Bestatterverbandes eine Straftat. "Das kann Haftstrafen nach sich ziehen", sagte Verbandssprecher Christian Jäger am Freitag dem WDR. Das NRW-Gesundheitsministerium habe bereits vor mehreren Jahren per Runderlass verfügt, dass der Diamant oder das Schmuckstück rechtlich ebenfalls als Totenasche gewertet werde und zwangsbeigesetzt werden müsse.

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Gibt es alternative Bestattungsmöglichkeiten im Ausland?

"Ja, in den meisten anderen europäischen Staaten gibt es keinen so strengen Friedhofszwang wie in Deutschland", sagt Helbach von der Verbraucherinitiative Aeternitas. Eine Aufteilung der Totenasche oder deren Aushändigung an Angehörige seien dort meist kein Problem.

"Es ist im Übrigen legal, die Urne deutscher Verstorbener ins Ausland zu überführen und die dortigen Möglichkeiten zu nutzen", so Helbach. Auch eine Einäscherung im Ausland sei möglich. "Allerdings sollte man dabei die Überführungskosten berücksichtigen."

Ein kleiner, roter Diamant aus der Asche einer verstorbenen Person

Künstliche Edelsteine oder Schmuckstücke aus der Asche von Verstorbenen sind in NRW bisher verboten.

Für Menschen aus NRW könne es aufgrund der räumlichen Nähe interessant sein, sich über die Bedingungen in den Niederlanden zu informieren. "Dort bestehen zahlreiche Freiheiten. Urnen werden zum Beispiel problemlos an Hinterbliebene ausgehändigt - auch an Deutsche."

Möglich seien in den Niederlanden auch die Herstellung von Erinnerungsgegenständen wie Schmuckstücken oder Skulpturen aus Totenasche. Ebenso die Verstreuung in der freien Natur sowie die Aschebeisetzung in Flüssen und Seen. Außerdem sei eine sogenannte Ballonbestattung möglich, so Helbach. "Ballons mit der Asche steigen in den Himmel auf und zerplatzen dann in vielen Kilometern Höhe."

Unsere Quellen:

  • Gespräch mit Alexander Helbach, Aeternitas e.V. (Verbraucherinitiative Bestattungskultur)
  • Anfrage an den Bestatterverband NRW
  • Informationen des Bundesverbandes Deutscher Bestatter e.V.
  • Information des NRW-Gesundheitsministeriums
  • Bestattungsgesetz NRW
  • Informationen der Gemeinde Laer

Private Bestattungen: Wie darf in NRW beerdigt werden und was ist nicht gestattet?

WDR 16.07.2026 02:21 Min. Verfügbar bis 16.07.2028 WDR Online

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Sendung: WDR.de, Private Bestattungen: Wie darf in NRW beerdigt werden und was ist nicht gestattet?, 17.07.2026, 04.56 Uhr

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