Akten deuten auf Missbrauch
Bildquelle: WDR Wolfram LumpeWDR. 02:37 Min.. Verfügbar bis 19.08.2028.
Acht Monate haben sich fünf unabhängige Experten durch Kirchen-Akten gewühlt. Alle Einrichtungen und vor allem die Mitarbeiter der letzten 70 Jahre wurden durchleuchtet. Von Kitas bis zu Friedhöfen. Untersucht wurden über 16.000 Akten seit 1945.
"Unschickliches" Verhalten
In 18 Fällen könnten die Experten Tätern auf die Spur gekommen sein. "Da hat sich zum Beispiel eine Mutter gemeldet und bittet darum, dass sich derjenige aus der Kirche nicht weiter unschicklich gegenüber ihrer Tochter verhält", sagt Frank Gartmann. Der ehemalige Kriminalpolizist hat auch schon in Wuppertal und Solingen ermittelt.
"Unschicklich, das ist ein Wort aus früheren Jahren. Da weiß man, was gemeint ist. Frank Gartmann, ehemaliger Kriminalpolizist
Schwerpunkt der Untersuchung innerhalb der evangelischen Kirche war die Zeit zwischen den 1960-er und 80-er Jahren. "Es gab damals die Arbeitsweise den, der dafür verantwortlich war, zu versetzen. Das war eigentlich schon das einzige." Das habe sich komplett geändert, sagt Gartmann.
Appell: Opfer sexueller Gewalt sollen sich bei evangelischer Kirche melden
Frank Gartmann hat jede Menge Akten ausgewertet
Bildquelle: WDR, Wolfram LumpeDie evangelische Kirche in Düsseldorf geht von einer hohen Dunkelziffer aus und will deshalb bisher unbekannte Opfer "würdigen und ermutigen", sagt Superintendent Wolfhard Günther. "Bitte, bitte melden Sie sich, das ist uns sehr wichtig. Wir haben anonyme Hinweismöglichkeiten und Vertrauenspersonen, die bereit stehen."
Die Ergebnisse werden jetzt an das Landeskirchenamt weitergeleitet, Staatsanwälte prüfen mögliche strafrechtliche Konsequenzen.
Unsere Quellen:
- Pressekonferenz der ev. Kirchenkreise Düsseldorf-Mettmann und Niederberg
- Gespräch mit Frank Gartmann, unabhängiger Experte
Sendung: WDR.de, "Akten deuten auf Missbrauch", 19.8.2026, 19:03 Uhr
