Schmerzen, Schweiß und Glücksgefühle

Bildquelle: Friederike Kämper / WDR

3 Min. 18 Sek. Verfügbar bis 09.01.2028

Brüder im "Deadly Dozen"-Rausch Schmerzen, Schweiß und Glücksgefühle

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André und Marco Karthaus sind Fitnessjunkies. Sport bestimmt das Leben der Wipperfürther Brüder. Mit KI und Disziplin bereiten sie sich auf Wettkämpfe in Hyrox und Deadly Dozen vor. Auch nach Rückschlägen - die Begeisterung für den Sport treibt sie immer wieder aufs Neue an.

Von Friederike Kämper

“Komm! Weiter! Hoch das Ding! Zieh weiter, zieh! Okay, und Strecke machen. Los!“ Der Ton auf dem Sportplatz in Wipperfürth-Kreuzberg ist rau. André pusht seinen Bruder Marco, während der 15 Kilo schwere Hanteln zunächst gen Himmel stemmt und sie danach kurz vorm Boden stoppt. Gleich danach geht’s weiter – eine Runde auf der Tartanbahn außen rum.

Deadly Dozen-WM in London

André und Marco Karthaus sind regelmäßig auf dem heimischen Sportplatz. Hier trainieren sie Kraft, Ausdauer und Schnelligkeit. Die Brüder sind Hybridsportler und stellen ihre Fitness bei Wettkämpfen unter Beweis. Vor vier Monaten hat ihre Trainingsintensität nochmal ordentlich zugelegt. Denn da erreichte sie eine E-Mail von der Deadly Dozen-WM-Kommission: Sie sind dabei. Im September ging es für die beiden zusammen mit Andrés Sportpartner Patrick nach London zur Weltmeisterschaft.

Ein Mann steht links und trainiert mit Hanteln, neben ihm ein weiterer Mann, der ihm dabei zuschaut

Marco und André Karthaus beim gemeinsamen Hybridtraining auf dem Sportplatz in Wipperfürth-Kreuzberg

Bildquelle: Friederike Kämper / WDR

Das tödliche Dutzend

Deadly Dozen – das tödliche Dutzend. Was sich brachial anhört, ist eigentlich ein Hybridsport, also eine Mischung aus Ausdauer- und Kraftelementen. Und die sind zwar nicht tödlich – die zwölf zu absolvierenden, intensiven Challenges haben es aber durchaus in sich. Das System ist einfach erklärt: zwölf kräftezehrende Fitness- und Kraftübungen, davor und danach jeweils ein 400-Meter-Lauf. Wer das am schnellsten und fehlerfrei absolviert, gewinnt.

“Die vergangenen Wochen waren richtig hart“, sagt Marco. Sein Knie macht Probleme, das nervt ihn besonders. Gerade jetzt. Bei der Deadly-Dozen-Weltmeisterschaft in London hat er deshalb nicht so gut abliefern können, wie er hoffte.

KI als Fitnesscoach

Aber er macht weiter. Und sein Training überlässt er nicht dem Zufall. Sein Coach ist eine KI. Der hat er gesagt, was er vorhat, auf welchem Fitnesslevel er ist, Daten zu Alter und Gewicht eingegeben. Der KI-Coach hat ihm einen detaillierten Trainingsplan ausgearbeitet, um sich optimal vorzubereiten. Woche für Woche.

Ein Bier ist auch mal drin

Innerhalb von zwei Monaten kamen da 250 Kilometer Laufen zusammen sowie unzählige Kilos, die von oben nach unten und von links nach rechts gestemmt wurden. “Ein Bier ab und zu ist aber auch mal drin, das muss man sich schon auch gönnen“, sagt Marco.

"Man steht am nächsten Tag wieder auf - egal, ob was wehtut. Man macht weiter, man kämpft, man schwitzt. Das ist Liebe zum Sport." André Karthaus

Sein Bruder André geht die Sache noch strenger an. Er trainiert an sechs Tagen in der Woche. Vor der Arbeit die erste Runde Mobility, in der Mittagspause ein kurze Trainingseinheit, und nach Feierabend wieder Sport. “Der Sport bestimmt eigentlich alles“, sagt der 39-Jährige. Nie war er fitter, nie fühlte er sich gesünder, sagt er: “Ich schlafe besser, habe einen besseren Ruhepuls, bin einfach ausgeglichen.“

Ein Mann im Muskelshirt trainiert mit zwei Hanteln

André Karthaus beim täglichen Training

Bildquelle: Friederike Kämper / WDR

Motivation und Entzugserscheinungen

Auch seine Ernährung ist streng durchgetaktet. “Der Sport hat meinem Leben eine Struktur gegeben", so André. Er weiß aber auch: "Der Sport bringt ein riesen Sucht-Potenzial mit: Tage, an denen man nicht trainiert, sind sofort wie Enzugserscheinungen."

Für die beiden Brüder gilt - so André: "Man steht am nächsten Tag wieder auf - egal, ob was wehtut. Man macht weiter, man kämpft, man schwitzt. Das ist Liebe zum Sport: jeden Tag sich aufs Neue zu motivieren."

Hyrox in Düsseldorf und Karlsruhe

Zwei junge Männer trainieren auf Ergometern

Marco und André Karthaus zuhause in ihrem Fitnessstudio

Bildquelle: WDR

Nach dem Deadly Dozen in London ist vor zwei Hyrox-Wettkämpfen auf heimischem Boden. Noch in diesem Jahr wollen André und Marco in Düsseldorf und Karlsruhe antreten. Und im nächsten Herbst - so hoffen beide - geht's wieder zur WM nach London.

Unsere Quellen:

  • WDR-Gespräch mit Marco und Andre Karthaus
  • Eindrücke des WDR-Reporters vor Ort

Sendung: WDR.de, Brüder im "Deadly Dozen"-Rausch: Schmerzen, Schweiß und Glücksgefühle, 09.09.2026, 16.41 Uhr

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