43-Jähriger nach Polizeischuss in Remscheid gestorben
02:38 Min.. Verfügbar bis 02.07.2028.
Tod nach Polizeieinsatz : 43-Jähriger nach Polizeischuss in Remscheid gestorben
Stand:
Bei einem Einsatz in Remscheid hat die Polizei am Mittwochabend auf einen 43-Jährigen geschossen. Der Mann starb. Eine Obduktion soll nun die Todesursache klären. Zuvor soll der Mann die Beamten angegriffen haben. Die Kriminalpolizei in Hagen hat die Ermittlungen übernommen.
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Wuppertal und des Polizeipräsidiums Hagen passierte der Vorfall am Mittwochabend gegen 21 Uhr auf der Paulstraße in Remscheid. Zeugen hatten zuvor über den Notruf gemeldet, dass dort ein Mann zwei Mädchen mit Pfefferspray bedrohe.
Als die Polizisten den Mann ansprachen, soll dieser unvermittelt Pfefferspray in Richtung der Beamten gesprüht haben und geflüchtet sein. Bei dem Versuch, den Mann zu stoppen, setzten die Beamten einen Taser ein, der den Mann jedoch verfehlt haben soll.
Mann stirbt am Einsatzort
Der 43-Jährige soll mit Werkzeug und einer Brechstange nach den Polizisten geworfen haben. Daraufhin habe ein Beamter auf den Remscheider geschossen. Trotz Wiederbelebungsversuchen starb der Mann noch am Einsatzort.
Aus Gründen der Neutralität führt nicht die Polizei Remscheid, sondern das Präsidium Hagen die weiteren Ermittlungen zu den genauen Hintergründen und dem Ablauf des Schusswaffengebrauchs.
Ermittlungen laufen auf Hochtouren
Zur Zeit werden die beiden Mädchen von der Polizei befragt. Laut Staatsanwaltschaft Wuppertal werden aktuell auch die Polizistin, die den Schützen begleitet hatte, und weitere Einsatzkräfte vernommen.
Zahlen zum polizeilichen Schusswaffengebrauch
Der tödliche Vorfall in Remscheid reiht sich ein in die Statistik zum polizeilichen Schusswaffengebrauch im Bundesland. Laut Fünfjahresüberblick des NRW-Innenministeriums wurden im Zeitraum 2020 bis 2024/25 insgesamt 90 Schüsse auf Personen abgegeben. Dabei seien 19 Menschen getötet und 58 verletzt worden.
NRW gehört zu den Bundesländern mit überdurchschnittlich vielen tödlichen Polizeischüssen. Vor allem im Zeitraum von 2022 bis 2024 verzeichnete das Land eine deutliche Häufung der Fälle: In diesen Jahren entfiel rund ein Drittel aller bundesweiten Todesfälle durch Schüsse aus Polizeiwaffen auf NRW - obwohl der Bevölkerungsanteil des Landes bei etwa 22 Prozent liegt.
Im Jahr 2024 verzeichnete NRW mit sieben Toten durch Polizeischüsse den höchsten Stand seit Jahrzehnten. Im folgenden Jahr 2025 sank die Zahl der Todesfälle auf zwei Getötete, während mindestens 18 Menschen verletzt wurden.
Korrektur vom 02.07.2026, 12:47 Uhr:
In einer früheren Version des Textes stand, der 43-Jährige sei durch einen Polizeischuss ums Leben gekommen. Die genaue Todesursache ist aber noch nicht bekannt und soll durch eine Obduktion geklärt werden. Wir haben das im Text entsprechend präzisiert. Außerdem haben wir das Alter der Mannes korrigiert, in einer früheren Version haben wir von einem 42 Jahre alten Mann geschrieben.
Hinweis der Redaktion am 14.07.2026, 10:02 Uhr:
In einer früheren Version des Textes stand folgender Satz: "In diesen Jahren entfiel rund ein Drittel aller bundesweiten Todesfälle durch Schüsse aus Polizeiwaffen auf NRW - obwohl der Bevölkerungsanteil des Landes nur bei etwa 22 Prozent liegt." Die Verwendung des Wortes "nur" wurde an dieser Stelle als "irreführend" kritisiert. Da wir uns in unseren Texten um größtmögliche Klarheit bemühen, haben wir das "nur" hier gestrichen. Zudem haben wir eine Zwischenüberschrift geändert: hier stand "Viele tödliche Schüsse in NRW", doch so verkürzt wird sie der folgenden differenzierteren Betrachtung nicht gerecht. Nun steht hier "Zahlen zum polizeilichen Schusswaffengebrauch".
Unsere Quellen:
- Polizei Hagen
- Staatsanwaltschaft Wuppertal
- Innenministerium NRW
- Deutsche Hochschule der Polizei
- CILIP
Sendung: WDR aktuell, WDR 5, 02.07.2026, 5 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Bergisches Land, 02.07.2026, 19:30 Uhr

