Großer Andrang bei Burscheider Heidelbeerhof

WDR 03:13 Min. Verfügbar bis 11.03.2028

Superfood selber pflücken Großer Andrang bei Burscheider Heidelbeerhof

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Die Heidelbeere hat Hochsaison. Das merkt der Obsthof Mönchhof in Burscheid. Warum das Selbstpflücken so gut ankommt.

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Petra Dierks

Kilian und Lea sind echte Fans der Heidelbeere. Jedes Jahr nimmt ihre Oma Christa sie zum Saisonstart mit. "Es gibt so viele leckere Sorten und man kann die Beere ja wirklich mit allem kombinieren", sagt sie. Heute hat sie eine Mission: Sie will die Beeren zu einem Mitbring-Frühstück mit Freundinnen pflücken.

Je nach Menge und Marktpreis kostet ein Kilo selbstgepflückte Heidelbeeren in NRW zwischen fünf und neun Euro. Auf dem Mönchhof kann man den Preis pro Kilo telefonisch erfragen; er hängt von der Reifephase und der Marktlage ab.

Vorrat für das ganze Jahr

Leckeres Lifestyle-Lebensmittel

Viele Familien mit Kinder pflücken in Burscheid selbst

Rund 120 Tonnen Heidelbeeren werden in Burscheid verkaufsreif. Etwa ein Zehntel werde von Besuchern geerntet, der Rest gehe in den Handel, sagt Obstbauer Norbert Stamm. Und oft sind es Familien mit Kindern, die das Selberpflücken als Event unternehmen. "Aber wir haben auch oft Leute hier, die sich einen ganzen Vorrat fürs Jahr zum Einfrieren mitnehmen."

Die Heidelbeere hat einen echten Imagewandel durchlebt: früher galt sie als Arme-Leute-Obst, das mühsam im Wald vom Boden gepflückt werden musste. Mit dem Anbau der Kulturheidelbeere ist sie zum Lifestyle-Lebensmittel geworden. Laut Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung liegt der Pro-Kopf-Verbrauch in Deutschland bei etwa 900 Gramm pro Jahr - und das seit Jahren.

Schneller, gesunder Snack

Weil die Beeren sich ohne Mühe schnell snacken lassen und auch noch hübsch aussehen, sind sie vor allem in den sozialen Netzwerken beliebt. Außerdem gilt die Heidelbeere wegen der vielen Vitamine und Ballaststoffe und geringem Zucker und als Superfood.

Wir können mit den Preisen nicht mithalten Norbert Stamm, Obstbauer

Durch den massive Anbau der Kulturheidelbeer-Plantagen in Süd- und Mittelamerika, aber auch in Marokko und Spanien hat es die deutsche Heidelbeere schwer. Laut der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung stammen weniger als 20 Prozent der verbrauchten Heidelbeeren aus deutscher Produktion. "Wir können aufgrund der Bürokratie hier in Deutschland mit dem Preisen nicht mithalten", erklärt Norbert Stamm.

Leckeres Lifestyle-Lebensmittel

Immer mehr Heidelbeeren kommen aus dem Ausland

Auch in Osteuropa, wo die Beeren zeitgleich mit den deutschen Beeren reif werden, seien die Anbaubedingungen unschlagbar. "Die Erntehelfer dort haben einen Mindestlohn von 3 Euro, das dürfen und wollen wir nicht." Auch in China wachse der Markt.

Was die weltweite Konkurrenz aber nicht kann: Den Spaß beim Selberpflücken bieten! Kilian und Lea haben mittlerweile schon zwei Körbe voll. Der eine für die Oma, der andere für den Bauch.

Unsere Quellen:

  • Recherche vor Ort
  • Obsthof Mönchhof
  • Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung

Sendung: WDR.de, Großer Andrang bei Burscheider Heidelbeerhof, 23.07.2026, 15:31 Uhr

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