Kinderdemo in Wermelskirchen: "Das ist unsere Zukunft!"
WDR. 02:50 Min.. Verfügbar bis 24.07.2028.
Lautstark skandierend marschierten die sechs- bis zwölf-Jährigen bis zum Wermelskirchener Rathaus, um ihre Sorgen um den Umgang mit der Natur kundzutun. Tagelang hatten sie sich in der Ferienfreizeit auf ihre Demo vorbereitet, Schilder angefertigt und Trommeltänze eingeübt.
"Es geht gar nicht, dass wir weiter Wälder abholzen, dann wird unsere Welt, wenn's zu heiß wird, verbrennen - das will doch hier keiner", erklärt die achtjährige Sofia auf dem Rathausplatz den Passanten. Die Kinder applaudieren.
"Das kann doch keiner wollen"
Sofia ist die Sprecherin der Gruppe - in ihrer Ferienfreizeit wollten sie sich nicht mit Sport oder Tanz beschäftigen, sondern mit ihrer Umwelt. "Deshalb haben wir unsere Gruppe hier gegründet", erklärt Sofia. Die Schilder haben sie alle liebevoll selbstgemalt - originelle Rechtschreibung inklusive.
In der Kinderstadt wird unter anderem gegen die zunehmende Vermüllung demonstriert
Es geht um die Sache. Die Kinder wissen ganz genau, wofür sie kämpfen wollen. Für Diego ist es zwar die erste Demonstration, aber bestimmt nicht die letzte. Er ist fest entschlossen, nach den Sommerferien, wenn er aufs Gymnasium kommt, dort weitere Demonstrationen zu organisieren.
Die Kinder haben viele Verbesserungsvorschläge
Der Siebenjährige kennt sich bestens aus:
"Wir müssen so viel wie möglich aufs Auto verzichten und mit Rad, Bahn oder Roller fahren." Diego, sieben Jahre alt
Darauf macht er auch seine Eltern aufmerksam. Die achtjährige Mara will die Wälder schützen. Sie wohnt gleich am Waldesrand, es regt sie auf, wieviel Müll dort achtlos weggeworfen wird.:
Die Demo drehte sich viel um Natur
"Die Menschen denken, so eine Glasflasche ist ja nicht so schlimm. Haben die denn eine Ahnung, was passiert, wenn die Sonne da drauf brennt? Der Wald ist staubtrocken." Oft sammle sie den Müll ein. Einen Waldbrand will sie auf keinen Fall riskieren.
Kinder-Forderungen auf dem Rathausplatz nach der Demo
Im Rathaus öffnen sich die Fenster, als der Protestzug der Kinder dort ankommt. Sie trommeln und tanzen. Bürgermeister Bernd Hibst (CDU) kommt heraus, um mit den Kindern zu sprechen. Sie erzählen ihm, dass keine Bäume mehr für Häuser abgerissen werden dürfen.
Es gibt Vieles, was man tun kann, erklärt ein Junge. Er selbst passe immer auf, dass seine Eltern die richtigen Eier kaufen, sodass kein Huhn im Stall eingesperrt werden muss. Nachdem sie ihre Forderungen lauthals vorgetragen haben, marschieren sie wieder ab. Lauthals skandierend - auch für den Rückweg reicht ihre Stimmkraft noch.
Unsere Quellen:
- Beobachtungen und Interviews der Reporterin vor Ort bei der Kinder-Demo
Sendung: WDR.de, Kinderdemo in Wermelskirchen: "Das ist unsere Zukunft!", 24.07.2026, 18:35 Uhr
- Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Bergisches Land, 23.07.2026, 19:30 Uhr
