Im Grundwasser von Solingen hat die Umweltbehörde punktuelle Belastungen durch per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) entdeckt. Die Stoffe gelten als langlebig und können sich im Grundwasser verteilen. Die Stadt rät deshalb zur Vorsicht. Private Brunnen sollten nur genutzt werden, wenn eine aktuelle Laboranalyse die Unbedenklichkeit bestätigt.
Die Entdeckung PFAS im Solinger Grundwasser in solch hoher Konzentration war überraschend. Die Stadt hatte das Grundwasser flächendeckend untersucht, unter anderem auch, um die Folgen des Klimawandels zu ermitteln. Das Ergebnis: Ein Hot-spot in Solingen-Aufderhöhe. Nach Auskunft von Matthias Sinn, dem Leiter des Umweltamtes, liegen die Werte hier um ein zigfaches höher als derzeitig vorliegende Grenzwerte. Für ihn Grund zum Handeln.
PFAS: Warum die Stadt jetzt warnt
PFAS sind schwer abbaubar. Sie bleiben lange im Grundwasser. Die Stadt Solingen empfiehlt daher, Gartenbrunnen nur dann für Nutzpflanzen oder Tiere zu verwenden, wenn ein Labor das Wasser geprüft hat. Besitzer gemeldeter Trinkwasserbrunnen werden separat informiert.
Solingen: Trinkwasser ist sicher
Das Trinkwasser der Stadtwerke Solingen ist nicht betroffen. Es wird regelmäßig kontrolliert. Die Stadt betont: "Das Trinkwasser kann uneingeschränkt genutzt werden."
Was Brunnenbesitzer jetzt tun sollten
Die Stadt hat jetzt alle Brunnenbesitzer in der betroffenen Region angeschrieben und kostenlose Analysen angeboten. Private Brunnen sollten nur genutzt werden, wenn eine aktuelle Laboranalyse die Unbedenklichkeit bestätigt. So lange sollten auch keine Nutzpflanzen mit dem Wassergegossen oder Tiere getränkt werden.
Professor Jörg Rinklebe von der Uni Wuppertal kann nur dazu raten, das Angebot anzunehmen. Die chemischen Verbindungen seien hochgiftig. "Es gilt als sehr gesichert, dass alle PFAS-Verbindungen sehr giftig für den Menschen sind: Erbgut schädigend, krebserregend, aber auch giftig für einige Organe wie Leber für Niere, auch für Gehirn und vieles andere mehr", sagt der Professor. Er gilt als einer der führenden Forscher zu dem Thema.
PFAS sind weit verbreitet und vor allem in Gebieten zu finden, wo Industrieanlagen sind oder waren, erklärt Prof. Rinklebe. Denn diese Chemikalien werden fast in allen Produkten gebraucht, die man alltäglich nutze. Angefangen bei Kleidung, über Teflonpfannen, Zahnseide bis hin zum Coffee-to-go Becher.
An der Uni Wuppertal forscht er schon in großen Feldversuchen, wie die gefährlichen Stoffe wieder unschädlich gemacht werden können. In Solingen müssen jetzt erst einmal weitere Untersuchungen abgewartet werden.
Eigene Laborergebnisse an Stadt Solingen melden
Die Umweltbehörde bittet Bürgerinnen und Bürger, eigene Laborergebnisse zu melden. So soll ein genaueres Bild der PFAS-Verteilung entstehen. Wer eine Analyse plant, kann die Werte ebenfalls einreichen.
Die Stadt sammelt Daten, um die Ausbreitung der PFAS besser zu verstehen. Weitere Untersuchungen folgen. Ziel ist es, Risiken früh zu erkennen und die Bevölkerung zu schützen.
Brunnenbesitzer in Solingen aufgepasst
Bildquelle: schulzie/Shotshop/picture allianceWDR. 11.05.2026. 00:26 Min.. Verfügbar bis 10.05.2028.
Unsere Quellen
- Stadt Solingen
Sendung: WDR.de, PFAS in Solinger Gundwasser, 11.5.2026, 19:31 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Bergisches Land, 12.05.2026, 19:30 Uhr