Ein Bagger der Bahn steht auf Gleisen

Bisher noch im Einsatz: Schweres Baugerät der Bahn

Bahn-Sanierung zwischen Hagen und Köln Wird die Bahn pünktlich fertig?

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Nur noch wenige Tage, dann steht die Bahn einmal mehr im Fokus: Nach fünf Monaten Generalsanierung zwischen Hagen und Köln soll am Freitag alles fertig sein.

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Helge Rosenkranz

Am Wuppertaler Hauptbahnhof sieht es gerade kaum danach aus, dass hier in wenigen Tagen wieder Züge halten. Noch wird hektisch gearbeitet. Im Hauptbahnhof entstehen ganz neue Bahnsteige, soviel ist schon zu erkennen.

Aber immer noch fahren spezielle Bagger auf den Gleisen und bringen Baumaterial dorthin, wo zum Beispiel noch gepflastert werden muss. Das scheint ein ganz knapper Endspurt zu werden.

Bahnverkehr soll 10. Juli wieder rollen

Das Versprechen der Bahn steht: Am Freitag, gegen 21 Uhr, soll der Bahnverkehr von Hagen über Wuppertal nach Köln wieder laufen. Mit S-Bahnen, Regionalbahnen und dem Fernverkehr. Eine etwa 60 Kilometer lange Strecke soll dann wie frisch renoviert sein.

Mehrere Bauarbeiten am Bahnsteig des Wuppertaler Hauptbahnhofs

Noch nicht ganz fertig: der Bahnsteig am Wuppertaler Hauptbahnhof

Die Generalsanierung gilt bei den Bauexperten der Bahn als Muster für praktisch alle Baumaßnahmen in der Zukunft: Besser viele einzelne Gewerke, wie Gleisbau, Schienentechnik oder Lärmschutz für einige Monate am Stück einsetzen, dafür dann eine viel kürzere Bauzeit. Die Kosten betragen insgesamt etwa 800 Millionen Euro.

Für die Kunden, besonders für die Berufspendler, organisierte die Bahn einen Ersatzverkehr mit Bussen. Eine ganze Flotte wurde beauftragt, zum Zuge kamen Firmen, die im Bergischen Land bisher kaum unterwegs waren. Das sollte sich als extrem schwierig erweisen.

"Wir setzen auf ein leistungsstarkes Ersatzkonzept." Deutsche Bahn

Immer wieder Ärger beim Bahn-Ersatzverkehr

Drei Mal so lange Fahrtzeiten und Busfahrer ohne Orientierung in der Region. Das war ein Dauerthema im Ersatzverkehr. Bahnkundin Nicky aus Wuppertal, die nicht mit vollem Namen genannt werden möchte, erzählt von ihrem Erlebnis Ende Juni.

Eine Kundin der Bahn sitzt auf einer Bank im Wuppertaler Hauptbahnhof

Nicky aus Wuppertal hat den Ersatzbus dirigiert

"Ich wollte mit meiner Tochter zum Hauptbahnhof und dann nach Dortmund. Der Busfahrer hatte überhaupt keine Ahnung von der Strecke. Wir Fahrgäste haben ihm dann den richtigen Weg gezeigt." Solche Geschichten haben viele leidgeprüfte Pendler im Bergischen zu erzählen.

Im Frühjahr fuhr sich ein Ersatzbus in der Solinger Kohlfurth hoffnungslos fest. Der Fahrer hatte anscheinend die Infos auf dem Navi falsch gedeutet. Auch in der Wuppertaler Südstadt kurvten Ersatzbusse ohne Plan und strandeten in Sackgassen, aus denen sie aufwändig befreit werden mussten.

Ein Bus des Schienenersatzverkehrs steht festgefahren an einem Abhang

Chaos im Ersatzverkehr: Ein Bus auf Abwegen in Solingen-Kohlfurth

Technische Abnahme besonders wichtig

Für die Bahn ist nun nach eigener Aussage die "heiße Phase" der Generalsanierung angebrochen. Weichen und Oberleitungen seien schon fertig. Die Arbeiten an den Gleisen "zu 96 Prozent" abgeschlossen. Doch jetzt kommt noch der entscheidende Teil: Die technische Abnahme steht an. Die ist besonders wichtig, wenn die Bahn wirklich pünktlich wieder starten will.

"Die Freigabe der Strecke wird erst erteilt, nachdem sämtliche Prüfungen bestanden und die technischen Abnahmen durch die zuständigen Fachkräfte erfolgt sind. Die DB plant weiterhin, die Strecke am 10. Juli um 21 Uhr wieder in Betrieb zu nehmen." Laura Reich, Pressesprecherin DB Düsseldorf

Stellwerksausfälle in Wuppertal dämpfen die Hoffnung

Bei vielen Bahnreisenden ist die Hoffnung gedämpft. Ein Grund: Seit Wochen machen defekte Stellwerke auf der Strecke Probleme, besonders in Wuppertal-Vohwinkel. Bewusst hatte die Bahn die Stellwerke bei ihrer Generalsanierung außen vor gelassen. Viele Experten hatten das kritisiert.

Leere Gleise bei Haan-Gruiten

Bald wieder Baustelle in Haan-Gruiten

Bahnkundin Nicky sagt, dass sie sogar einen wichtigen Arzttermin in Köln lieber in den August gelegt hat. Sie glaubt nicht, dass alles sofort reibungslos läuft.

Außerdem: Direkt nach dem 10. Juli wird weiter gebaut, auch auf den Strecken im Bergischen Land. Planmäßig, wie die Bahn betont. Im Fokus dabei stehen unter anderem die Bahnhöfe in Schwelm, Wuppertal-Oberbarmen, Barmen und Haan-Gruiten.

Das bedeutet: Schon wieder wochenlanger Ersatzverkehr mit Bussen, zum Beispiel auf den Linien S8 und S9 und dem Regionalexpress RE49. Die Arbeiten sind bis Anfang September terminiert.

Wird die Bahn rechtzeitig fertig?

WDR 06.07.2026 00:49 Min. Verfügbar bis 05.07.2028

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Unsere Quellen:

  • Bahn Infra GO AG
  • Pressestelle der Bahn
  • Beobachtung des Reporters vor Ort
  • Gespräche mit Bahnkunden

Sendung: WDR.de, Wird die Bahn rechtzeitig fertig?, 06.07.2026, 5 Uhr
Erstveröffentlichung am 06.07.2026.

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