Bedrohte Igel: Wie ein naturnaher Garten die Tiere schützen kann

03:17 Min. Verfügbar bis 15.10.2027

Bedrohte Igel: Wie ein naturnaher Garten die Tiere schützen kann

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Igel sind im Herbst auf der Suche nach Futter und Unterschlupf für den Winterschlaf. Doch das wird jedes Jahr schwerer.

Von Luisa Skrabic

"Ein naturnaher Garten hilft nicht nur den Tieren, sondern dem Menschen und sogar dem gesamten Ökosystem" sagt Manni Agethen, Ehrenamtler beim Naturschutzbund Wuppertal und Naturliebhaber. Er kümmert sich in der Kleingartenanlage Gartenfreunde vorm Eichholz um die knapp 50 Quadratmeter wilden Garten. Hier sind auf ganz natürliche Weise Insekten und heimische Pflanzen zu finden, für die Igel gibt es passende Winterverstecke.

Je wilder, desto besser

Der naturnahe Garten des NaBu Wuppertal

"Zugegeben, bei mir Zuhause sieht der Garten auch nicht so aus, das muss er aber auch nicht. Es geht darum, einzelne Elemente des naturnahen Gartens zu übernehmen. Was eben in den eigenen Garten passt." sagt Manni Agethen. In der Parzelle des Naturschutzbundes finden sich zahlreiche Beispiele, wie man seinen heimischen Garten mit wenigen Handgriffen naturnah gestalten kann, auch wenn das auf den ersten Blick sehr wild wirkt.

Eine Benjeshecke für naturnahe Ordnungsliebhaber

Naturnah geht aber auch geordnet. Mit einer sogenannten Benjeshecke. Damit schafft man nicht nur natürlichen Lebensraum für Insekten, Vögel und Igel, sondern spart sich auch die ein oder andere Tour zum Grünschnittcontainer.

Frisch geschnittene Äste werden von oben zwischen Holzpfosten geklemmt. Dadurch entsteht im Laufe der Monate eine natürliche Hecke, die trotz altem, totem Holz sehr lebhaft ist. Insekten, Vögel und Igel lieben die kleinen Zwischenräume der Äste.

"Einfach mal das Laub liegen lassen, einen Kompost anlegen und die Hecke nicht auf den Zentimeter genau zurückschneiden." Henrike Stockhausen, Ehrenamtlerin Naturschutzbund Wuppertal

Ein Loch im Zaun kann Igel-Leben retten

Immer mehr Igel brauchen Hilfe - so wie dieser. Er frisst Katzenfutter auf einer Terrasse.

Immer mehr Igel brauchen Hilfe. Dieser frisst Katzenfutter auf einer Terrasse.

Igel haben einen natürlichen Lebensraum von circa einem Quadratkilometer. Maschendrahtzäune, Holztore und Steinmauern sind dabei unüberwindbare Hindernisse. Ein Loch von zirka fünf bis zehn Zentimetern auf Höhe des Bodens bietet dem Igel die Möglichkeit verschiedene Gärten zu erkunden, genug Futter und ein Quartier für den Winter zu finden.

Igel-Eigenheim im Garten aus alten Steinen

Ein Igelhaus aus Steinen und Dachpappe als Winterquartier

Ein Igelhaus aus Steinen und Dachpappe als Winterquartier.

Ein Igelhaus ist eine weitere Möglichkeit dem Tier ein Winterquartier anzubieten. Aus Ziegelsteinen, etwas Holz und Dachpappe entsteht so ein Eigenheim für den zirka sechs Monate langen Winterschlaf.

Eine Rattenklappe verhindert, dass Ratten, Katzen oder Mader den Igel bei seinem Schlaf stören. Ein Haufen aus Laub oder ein lockerer Komposthaufen sind ebenfalls beliebte Winterquartiere. "Im Frühjahr sollte man schauen, ob sich in den Verstecken noch Tiere befinden, bevor man das erste Mal mäht oder die Laubhaufen entsorgt." so Manni Agethen.

Mithelfen im NaBu Garten

Wer Lust hat mehr über den naturnahen Garten oder den Schutz der Igel zu erfahren, kann sich direkt an den Naturschutzbund Wuppertal wenden.

Unsere Quellen:

  • Reporterin vor Ort
  • Naturschutzbund Wuppertal

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