In Wuppertals Schwebebahn hat eine Auktion für Pokémon-Karten stattgefunden.
WDR. 01:14 Min.. Verfügbar bis 05.07.2028.
Pokémon-Karten für 30.000 Euro : Versteigerung in der Schwebebahn
Stand:
Zwei Wuppertaler haben darüber gegrübelt, wie sie für den Verkauf ihrer Pokémon-Sammlerbox möglichst viel Aufmerksamkeit bekommen. Deshalb haben sie eine Schwebebahn gemietet und die Internetauktion live aus der fahrenden Schwebebahn übertragen.
Die Aktion am Samstagabend versprach Spannung pur. Pokémonkarten im Wert von ca. 30.000 Euro standen zum Verkauf. Im besten Fall war darunter sogar eine Karte mit einem Marktwert von etwa 50.000 Euro.
Wenn der Käufer zustimmte, wurden die verschlossenen Päckchen á 10 Pokémon-Karten live geöffnet - und alle, die sich in den Stream eingeklingt hatten, konnten live verfolgen, ob der Käufer einen Volltreffer landete – oder eben nicht.
Um die Spannung zu steigern, kam jedes Kartenpäckchen vor dem Öffnen auf die Waage. Besonders seltene Karten sind teils mit Hologrammen bedruckt und deshalb ein ganz klein bisschen schwerer, als gewöhnliche Karten.
Zeigte die Wage eine hohen Wert an, fieberten alle Beteiligten dem Aufreißen der Verpackung entgegen, ob sich darin wirklich ein Jackpot verbirgt.
Seltene Karten mit Potential für einen Jackpot
Die Wuppertaler Deniz Bal und Sam Breckwoldt haben die Karten angeboten. Sie selber haben die Pokémon-Box mit 36 Päckchen mit jeweils 10 Karten von einem Sammler für knapp 30.000 Euro erworben.
Sam (links) und Deniz präsentieren vor der Auktion ihren Schatz - eine fast 30 Jahre alte, original verpackte Box deutsche Erstausgabe
Nicht zuviel meint Deniz Bal. Die Sammelstücke sind knapp 30 Jahre alt, alles deutsche Erstauflagen und deswegen gefragt unter Sammlern.
Und außerdem könnte sich der Einsatz für einzelne Käuferer richtig lohnen. Wenn sich nämlich in ihren Päckchen der feuerspeiende Drachen "Glurak" findet. In Top-Zustand wird diese seltene Karte unter Sammlern mit bis zu 50.000 Euro gehandelt.
Ob tatsächlich eine dieser begehrten Karten den Besitzer gewechselt hat, bleibt offen. Denn einige Käufer wollten ihre ersteigerte Wundertüte lieber zuhause selbst öffnen und sprachen sich dagegen aus, den Inhalt des Päckchens während des Livestreams zu präsentieren.
Treffer- die wertvollste Karte der Auktion, wenn sich nicht in den ungeöffneten Päckchen noch ein Pokémon-Schatz verbirgt
Immerhin: Ein Käufer konnte sich einen "Turtok" ergattern. In einem sehr guten Zustand kann das japanische Fantasiewesen 8.500 Euro einbringen.
Verkaufsaktion: Gewinn oder Verlustgeschäft?
Das Risiko trugen allerdings nicht nur die Käufer: Auch für Deniz und Sam ist die Internetauktion mit Nervenkitzel verbunden. Sie sind in Vorleistung gegangen, haben eine Menge Geld für die Karten ausgegeben und 1.400 Euro für zwei Stunden Fahrt in der Schwebebahn müssen auch wieder reingeholt werden.
Je schwerer desto besser - wertvolle Karten haben Hologramme, sind entsprechend schwerer.
Ihre Kartenpakete haben sie im Schnitt für 600 bis 650 Euro versteigert. Die Bilanz für Deniz und Sam: ein Minusgeschäft von mehr als 4.000 Euro. "Schwacher Trost - unsere Kunden sind auf ihre Kosten gekommen.", meint Sam. Woran die geringe Nachfrage gelegen hat? Deniz überlegt: "Schwer zu sagen, vielleicht war es der ungewohnte Rahmen der Auktion oder das Geschaukel der Schwebahn?!"
Die bedruckten Glitzerpappen sind ein angenehmes Kontrastprogramm gegen die graue Welt da draußen. Lara Sips, Pokémon-Fan
Faszination Pokémon ungebrochen
Lara mit einer ihrer Lieblings-Glitzer-Karten
Völlig unbeeindruckt vom Geschaukel der Schwebebahn waren einige Pokémon-Fans, die mit an Bord waren. Für Lara Sips, seit vielen Jahren Pokémon-Sammlerin, ist der Reiz ungebrochen.
"Das sind Kindheitserinnerungen, Sammeln ist ein menschliches Grundbedürfnis und die Karten sind eine Wertanlage, die schnelle, hohe Renditen versprechen. Außerdem sind die bedruckten Glitzerpappen ein angenehmes Kontrastprogramm gegen die graue Welt da draußen."
Unsere Quellen:
- WDR-Gespräch mit Deniz Bal und Sam Breckwoldt, Initiatoren der Internetauktion
- WDR-Gespräch mit Lisa Sips, Pokémon-Sammlerin
- Beobachtungen des WDR-Reporters vor Ort
Sendung: WDR.de, Auktion in der Schwebebahn: Pokémon-Karten für 30.000 Euro, 04.07.2026, 15.15 Uhr
