Angeklagter gibt im Prozess alles zu

Bildquelle: WDR/Polanz

WDR 1 Min. 45 Sek. Verfügbar bis 20.08.2028

Korruption bei Straßenreinigung Wuppertal Angeklagter muss ins Gefängnis

Stand:

In Wuppertal hat ein ehemaliger städtischer Mitarbeiter gestanden, Geld hinterzogen zu haben. Jetzt wurde er verurteilt.

Das Amtsgericht Wuppertal hat einen ehemaligen Mitarbeiter der Wuppertaler Straßenreinigung (ESW) wegen Korruption, Betrugs und Urkundenfälschung zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Außerdem ordnete der Richter die Einziehung von 167.000 Euro an. Es ging um Bestechlichkeit und Betrug in über 80 Fällen.

Der Angeklagte bekannte sich in allen Anklagepunkten schuldig und legte ein umfassendes Geständnis ab. Aus seiner Position als Disponent heraus hatte der 39-Jährige Bestechungsgeld angenommen. Er gab zu, durch seine Arbeit bei den ESW Kontakt zu zwei Firmen gehabt zu haben, die für die ESW als Dienstleister tätig waren. Deren Rechnungen habe er kontrolliert.

Angeklagter in Wuppertal war abgetaucht

Auf diese Art habe er für sich ein System der "Provisionen" möglich gemacht, indem er überhöht gestellte Rechnungen zur Freigabe weitergegeben habe. Das Geld sei dann unter anderem auf sein Konto geflossen.

Der Prozess ist schon der zweite Auftakt in dem Fall: Im März 2025 war der Angeklagte abgetaucht, das Wuppertaler Amtsgericht wartete vergeblich auf ihn. Die Suche per internationalem Haftbefehl hatte im Juni diesen Jahres dann Erfolg. An der türkisch-bulgarischen Grenze klickten die Handschellen.

Motiv für Korruption: schwere Spielsucht

Der Angeklagte hat sich in der Zwischenzeit bemüht, den entstandenen Schaden zurückzuzahlen und wiedergutzumachen. Dafür hat er unter anderem sein Haus verkauft. Sein Leben möchte der ehemalige Disponent der ESW nun verändern, meinte er vor Gericht: "Ich habe das Vertrauen meines Arbeitgebers missbraucht, ich bin entschlossen, künftig ein ehrliches Leben zu führen."

"Spielsucht hat mein Handeln bestimmt, das führte zu einer Kette vieler Fehlentscheidungen." Angeklagter

Außerdem äußerte der Angeklagte am Donnerstag vor Gericht sein Bedauern über die Flucht und die damit entstandene Verzögerung des Prozesses.

Angeklagter muss ins Gefängnis

WDR 21.08.2026 31 Sek. Verfügbar bis 20.08.2028

Unsere Quellen:

  • Amtsgericht Wuppertal
  • Beobachtungen des WDR-Reporters vor Ort

Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Bergisches Land, 20.08.2026, 18:09 Uhr
Sendung: WDR.de, Angeklagter muss ins Gefängnis, 21.08.2026, 7:05 Uhr

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